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20.02.2009 • Zweiterstellte Stadtbahnen

Im Rahmen eines so genannten Fahrzeugertüchtigungsprogramms modernisieren die Stadtwerke Bonn 25 Stadtbahnen aus den 1970er Jahren. Hierfür sind 22,5 Millionen Euro angesetzt. Die Anschaffung von 25 Neufahrzeugen würde das Unternehmen dagegen geschätzte 68 Millionen Euro kosten. »Unsere ältesten Stadtbahnwagen aus den Jahren 1974 bis 1977 sind für 30 bis 35 Jahre ausgelegt. Deshalb mussten wir jetzt eine Entscheidung treffen, die finanziell tragfähig ist und unsere Fahrzeugflotte sinnvoll und in absehbarer Zeit ergänzt«, erläuterte Heinz Jürgen Reining, Geschäftsführer der SWB Bus und Bahn und der SWB Service, der Dienstleistungsgesellschaft der Stadtwerke Bonn. Die Erneuerung soll im Betriebshof Beuel realisiert werden.

Die Stadtbahnwagen der ersten bis dritten Serie zeichnen sich durch eine außergewöhnlich stabile Karosserie, hohen Fahrgastkomfort durch eine Luftfederung des Wagenkastens und eine solide Verarbeitung aus. Gutachter haben die Karosserie als stabil und intakt bewertet. Die sanierten Stadtbahnwagen sind auf mindestens 25 weitere Jahre ausgelegt.

Ein Brandfahrzeug, das seit 2002 der Berufsfeuerwehr zu Übungszwecken unter freiem Himmel diente, kehrte 2008 zu seinem ehemaligen Besitzer zurück. SWB-Techniker haben die Bahn geteilt, entkernt und zur Konstruktionsfirma Zech & Waibel nach Neuss transportiert, die aus dem Wagenkasten ein Mock-up der sanierten Bahn erstellte. Anstelle der geteilten wurden eine einteilige Frontscheibe eingesetzt, die Fahrtzielanzeige vergrößert und neue größere Spiegel montiert, die nun auch elektrisch verstellbar sind und beheizt werden können. Die Frontseite hat zudem eine neue, für Wartungszwecke aufklappbare Rammbohle in GfK-Bauweise erhalten, in die auch die neuen Frontlampen integriert wurden. Eine Neulackierung in den Farben Lichtgrau und Verkehrsrot, die in der endgültigen Version aber noch von jener des Mock-up abweichen kann, ersetzt die bisherigen unterschiedlichen Grüntöne.

Mock-up Stadtbahnwagen Kön

Die Fahrerkabine ist um 50 Zentimeter erweitert worden, sodass der Fahrerarbeitsplatz den heutigen Standards der Ergonomie gerecht wird. Hierzu wurden die vorderen Einzeltüren verschlossen, während auf der rechten Seite eine neue, nach hinten versetzte Fahrertür eingebaut wurde. Für das Fahrerpult haben die SWB von EAO Lumitas eine neue Alufrontplatte mit runden, nahezu bündig eingesetzten Tasten der Baureihe 04 bekommen. Eine Klimaanlage wird in der Fahrerkabine nachgerüstet, außerdem werden hier Monitore zur Videoüberwachung der Innenräume installiert.

Fahrerkabine Stadtbahnwagen Kön

Sitze, Innenverkleidungen und Fußböden sind ebenso wie die Beleuchtung komplett erneuert worden, die Haltestangen werden optimal angeordnet. Der Stadtbahnwagen wird neue, elektrische Türen und ein neues Fahrgastinformationssystem erhalten. Weiterhin sollen akustische Türtaster eingebaut werden, die sehbehinderten Fahrgästen durch ein Findesignal die Orientierung erleichtern. Infrage käme beispielsweise die Baureihe 56 von EAO. Im Bereich des Mittelportals gestalten die SWB-Techniker zudem einen behindertengerechten Raum mit deutlich größerem Rollstuhlstellplatz.

Die 25 Stadtbahnwagen werden mit neuen, energiersparenden Antrieben ausgestattet, zudem wird eine Rückspeisung der Bremsenergie ins Fahrleitungsnetz möglich sein. Für das Programm ist im Betriebshof Beuel eine spezielle Werkstatt eingerichtet und ein Team von zehn Spezialisten aufgebaut worden, das bereits seine Arbeit aufgenommen hat. Das erste Fahrzeug, das zweiterstellt Ende 2009, Anfang 2010 zur Verfügung stehen soll, ist bereits entkernt und wird nun saniert. Der Einbau der neuen Antriebe, Türen, Klimaanlagen usw. soll nach Abschluss der Ausschreibung dieser Bauteile noch im Frühjahr 2009 erfolgen. Ab 2010 sollen die Fahrzeuge in Beuel in Serie gehen.

Text: Veronika John, Stadtwerke Bonn und Regionalverkehr; Fotos: Martin Magunia, Stadtwerke Bonn

Den kompletten Artikel lesen Sie in Regionalverkehr 2-2009.
Erscheinungstag: 26.02.2009

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