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Infrastruktur

Ablachtalbahn: NKU prognostiziert viele Fahrgäste

Eine Reaktivierung der Ablachtalbahn von Stockach über Meßkirch nach Mengen im regulären SPNV wäre volkswirtschaftlich sinnvoll. Derzeit verkehren auf der 39 km Strecken „nur“ Freizeitzüge.

11. März 2026

Karte der Bahnstrecke von Stockach nach Mengen.
Grün markiert ist die Seehäsle-Strecke Radolfzell – Stockach, blau die zu reaktivierende Ablachtalbahn weiter nach Mengen.
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Seit 2021 betreiben die Stadt Meßkirch und die Gemeinde Sauldorf im südlichen Baden-Württemberg die Ablachtalbahn Stockach – Mengen erfolgreich als kommunales Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen (EIU) im Güter- und Freizeitverkehr. Fast ebenso lange schon laufen Untersuchungen, um diese Verbindung im SPNV als Querspange zwischen Bodensee und Donau zu reaktivieren. 

Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,24

Die beiden Bahnbetreiber-Kommunen haben das Verkehrswissenschaftliche Institut Stuttgart (VWI) GmbH und das Ingenieurbüro biechele infra consult (Freiburg) mit der vertieften Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) der Ablachtalbahn im täglichen Stundentakt beauftragt, die streng nach Vorgaben des Bundesministerium für Verkehr (BMV) standardisiert ist. Das Ergebnis zeigt eindeutig: Die Reaktivierung der Strecke ist mit einem Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,24 volkswirtschaftlich sinnvoll. Der Nutzen für die Region übersteigt die Investitions- und Betriebskosten mit 24 % deutlich, so das EIU Ablachtalbahn und der Förderverein Ablachtalbahn e. V. in einer Pressemitteilung vom 3. März 2026. Eingerichtet werden sollen durchgehende Züge von Radolfzell über Stockach (auf dieser Relation fahren bereits Personenzüge) bis Mengen, die zwischen Stockach und Mengen an elf Zwischenstationen halten. 

Ertüchtigung der Strecke

„Die Züge sollen auf der Ablachtalbahn künftig nicht mehr wie heute im Bummelzugtempo fahren,“ erläuterte Arne Zwick, Bürgermeister der Stadt Meßkirch: „Daher hat das Ingenieurbüro biechele infra consult für die Reaktivierung eine komplette Erneuerung und Sanierung der Strecke zwischen Stockach und Mengen unterstellt, um weitgehend mit 80 und stellenweise mit bis zu 100 km/h fahren zu können.“ Die Infrastruktur-Planung hat das Niveau der Vorplanung (HOAI-Leistungsphase 2) erreicht. Basierend auf dem aktuellen Planungsstand wird für die Ertüchtigung der Strecke von Stockach nach Mengen ein Investitionsvolumen von rund 116,2 Mio. Euro erwartet (Preisstand 2025 inkl. 10 % Planungskosten und Sicherheitsaufschlag von 20 %). „Dazu zählen zwei zweigleisige Begegnungsabschnitte, Erneuerung der Gleisanlagen mit Erhöhung der Streckengeschwindigkeiten, neue und barrierefreie Bahnsteige, neue Signale, neue Bahnübergangs-Schrankenanlagen sowie die Sanierung von Brücken“ sagte Markus Biechele, Geschäftsführer der biechele infra consult. Eingesetzt werden sollen batterie-elektrische Triebzüge, die ihren Strom zwischen Radolfzell und Stahringen aus der Oberleitung beziehen und auf der Ablachtalbahn dann im Batteriebetrieb fahren. 

Kurze Fahrzeiten und viele Fahrgäste

Auf der solchermaßen ertüchtigten Strecke werde die Fahrzeit dann zum Beispiel von Radolfzell nach Meßkirch nur rund 43 Minuten betragen – und ist damit konkurrenzfähig zum Auto. Ein attraktiver Nahverkehr würde viele Fahrgäste anlocken: Die VWI ermittelte eine Querschnitts-Auslastung von rund 1200 Fahrgästen/Tag in den Zügen südlich von Meßkirch, was rund 2700 Fahrten entspricht, die täglich mit der Ablachtalbahn unternommen würden. Das wären mehr Fahrgäste, als in den 1990er Jahren für die Seehäsle-Reaktivierung von Radolfzell nach Stockach prognostiziert wurden, so Severin Rommeler, Bürgermeister der Gemeinde Sauldorf und Vorsitzender des Fördervereins. Rommeler: „Die Fahrgastprognosen für die bisher reaktivierten Bahnen wurden nach einigen Jahren immer übertroffen, zum Beispiel fahren im Seehäsle heute rund 3500 Fahrgäste mit – im Bus vor der Seehäsle-Reaktivierung 1996 waren es keine 500 Fahrgäste.“

Reaktivierung soll weiter vorangetrieben werden

Mit der positiven Potenzialanalyse des Landes Baden-Württemberg aus dem Jahr 2020, der vom Land mit 75 % geförderten Machbarkeitsuntersuchung aus dem Jahr 2023 und der nun im dritten und letzten Schritt vertieften positiven NKU sind die grundlegenden Prüfungs- und Planungsschritte erfolgreich umgesetzt. Es wird daher vonseiten der Ingenieurbüros empfohlen, die Reaktivierung der Ablachtalbahn weiter voranzutreiben. „Wir empfehlen auf Grundlage der erarbeiteten Nutzen-Kosten-Untersuchung, in die formale Standardisierte Bewertung unter Einbeziehung der Zuwendungsgeber mit Landes- und Bundesverkehrsministerium einzusteigen,“ sagte Stefan Tritschler, Geschäftsführer des VWI. „Nach Abschluss dieser Bewertung können die Zuschussgelder aus dem GVFG in Höhe von 90 % der anrechenbaren Investitionskosten beantragt werden, die für die Reaktivierungs-Bemühungen der Betreiberkommunen Grundvoraussetzung sind. Zusätzlich ist auch eine ergänzende Förderung durch das Land möglich, sodass insgesamt rund 95 % Zuschüsse für die Infrastruktur fließen könnten.“

Bis dahin folgen weitere gängige Planungsschritte. Tritschler: „Als nächster Schritt wäre die Abstimmung mit den Fördermittelgebern und eine detaillierte Planung, die so genannte Entwurfs- und Genehmigungsplanung (Leistungsphasen 3 und 4) zu durchlaufen, was nun in den kommenden Monaten gestartet werden kann. Daran schließen sich das Planfeststellungsverfahren und die Bearbeitung und Prüfung des Zuschussantrags an, was in den Jahren 2028/29 abgeschlossen werden könnte.“ Im Anschluss könnte die eigentliche Sanierung der Strecke folgen. Bei einem Baubeginn im Jahr 2030 wäre der erste Bauabschnitt (Stockach – Meßkirch – Menningen-Leitishofen) etwa 2032 fertiggestellt. Die Weiterführung bis Mengen könnte in einem zweiten Bauabschnitt umgesetzt werden. 

Text: EIU Ablachtalbahn und Förderverein Ablachtalbahn/red, Bild: Förderverein Ablachtalbahn

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