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Infrastruktur, Mobilität

agilis: Zehn Monate Stillstand und Einschränkungen

Heute wird die Strecke Nürnberg – Regensburg für die Korridor-Sanierung gesperrt, am 14. Juni 2026 folgt der Abschnitt Regensburg – Passau. Mit erheblichen Folgen für das EVU agilis.

6. Februar 2026

Ein Triebzug steht an einem Bahnsteig.
Im Nürnberger Hauptbahnhof wartet am 15. Dezember 2024 ein Mireo-Triebzug von agilis auf die Abfahrt.
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Für die agilis Verkehrsgesellschaft mbH & Co. KG (agilis) beginnt am 6. Februar 2026 eine zehnmonatige Phase des Ausnahmezustands: Am Abend wird die Bahnstrecke Nürnberg – Regensburg für die Korridor-Sanierung gesperrt. Danach folgt ab dem 14. Juni 2026 der Abschnitt Obertraubling (nahe Regensburg) – Plattling – Passau. Erstmals in der 15-jährigen Geschichte des Eisenbahn-Verkehrsunternehmens (EVU) werden große Teile des Betriebs stillstehen.

„Beispielloser Einschnitt“

„Dieser Einschnitt in den Betrieb eines EVU ist bisher in Deutschland und, soweit mir bekannt ist, in Europa beispiellos“, bringt agilis-Geschäftsführer Dr. Axel Hennighausen die Situation auf den Punkt. Bisher sei noch kein Netz durch eine so einschneidende Baumaßnahme über einen derart langen Zeitraum zu weiten Teilen lahmgelegt worden. Entsprechend groß ist laut Hennighausen den Aufwand, den agilis betreiben musste, um die Streckensperrungen zu bewältigen. Vor allem das Zugpersonal muss sich auf die veränderten Bedingungen einstellen. Der Flexibilität der Mitarbeitenden sei es dabei zu verdanken, dass agilis während der Bauarbeiten niemanden in Kurzarbeit schicken muss. Zugbegleiter werden an den wichtigsten Haltestellen des umfangreichen Schienenersatzverkehrs (SEV) die Reisenden bei der Suche nach dem richtigen Bus unterstützen. Die Triebfahrzeugführer werden vorübergehend in anderen Bereichen des Unternehmens, zum Beispiel in Oberfranken, Züge steuern. 

Fahrzeuge im Stillstand

Im ersten Halbjahr 2026 wird ein Teil der agilis-Flotte nicht benötigt. Davon betroffen sind vor allem die Fahrzeuge des Typs Mireo, die sonst auf dem gesperrten Abschnitt zwischen Nürnberg und Regensburg verkehren. Für diese Züge mussten Abstellmöglichkeiten angemietet werden, außerdem wurde ein umfangreiches Stillstands-Management ausgearbeitet. „Einen Zug kann man nicht einfach fünf Monate lang abschalten und in die Ecke stellen“, erklärt Hennighausen. „Hier ist vor Ort eine kontinuierliche Wartung und Instandhaltung durch unser Personal nötig.“ Für die Fahrzeuge, die weiterhin im Donautal, nach Plattling und zum Flughafen München eingesetzt sind, musste sichergestellt werden, dass sie zu den regelmäßigen Wartungen die Werkstatt Regensburg erreichen können.

Planerische Höchstleistung

Wenn Teile des Netzes gesperrt sind, ändern sich damit auch die Laufwege und Umläufe der verbleibenden Fahrzeuge. Hier haben die agilis-Betriebsplaner zahllose neue Pläne ausgearbeitet, damit die Züge nach Fahrplan verkehren können. Dazu kommen die veränderten Einsatzzeiten und -orte des Personals, die ebenfalls an die neuen Gegebenheiten angepasst werden mussten. 

Hoffnung auf mehr Stabilität

agilis hatte sich angesichts der immensen Auswirkungen zunächst gegen eine mit Totalsperrungen verbundene Sanierung gewehrt. Denn das, was auf der Strecke gebaut wird, wäre nach Ansicht des Unternehmens auch mit Teilsperrungen möglich gewesen. Wenn im Dezember 2026 nach dem Ende der Bauarbeiten der Betrieb wieder in voller Stärke anläuft, hofft das Unternehmen auf mehr Stabilität. „Mehr Pünktlichkeit sowie eine längere Phase ohne Baustellen und damit verbundenen Sperren wären eine angemessene Belohnung für unsere Fahrgäste, wenn sie nach der Generalsanierung wieder in die Züge zurückkehren“, betont agilis-Chef Hennighausen. 

Umfangreiche Änderungen

Während der Generalsanierung verkehren die SEV-Busse auf mehreren unterschiedlichen Routen, um eine gute Kombination aus Schnelligkeit und Erreichbarkeit sicherzustellen. Auch auf der Donautalbahn wird von Februar bis Juni zwischen Neustadt und Regensburg jede zweite Zugfahrt entfallen und durch Busse ersetzt, um dem Schienengüterverkehr eine Ersatzroute zu bieten.

Text: agilis/red, Bild: Regionalverkehr

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