
Die Gemeinde Henstedt-Ulzburg soll eine dritte Bahnstation bekommen: Am 9. April 2026 übergab die schleswig-holsteinische Verkehrsstaatssekretärin Susanne Henckel (parteilos) den Zuwendungsbescheid dafür an Matthias Meyer, Geschäftsführer der AKN Eisenbahn GmbH. Henstedt-Ulzburg liegt am Schnittpunkt der Linien A2 (Neumünster – Henstedt-Ulzburg – Norderstedt Mitte) und A3 (Elmshorn – Barmstedt – Henstedt-Ulzburg – Ulzburg Süd). Die Verbindungen nördlich von Hamburg werden von der AKN befahren, die zugleich Infrastrukturbetreiberin ist.
180 tägliche Ein- und Aussteiger erwartet
Der Zuwendungsbescheid in Höhe von 213.965 Euro sichert zunächst die Finanzierung der Planung von Henstedt-Ulzburg West. Die AKN führt die Planung und den späteren Bau der Station durch, die 2028 in Betrieb gehen soll. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 1,2 Mio. Euro, die in diesem Zeitraum vollständig aus dem Sondervermögen des Bundes finanziert werden sollen. Entstehen soll die neue Station westlich des Ortskerns in einem Gewerbegebiet an der A3-Strecke nach Elmshorn. Geplant sind unter anderem ein Außenbahnsteig mit barrierefreiem Zugang zur Station, ein Wetterschutzhäuschen und digitale Fahrgast-Informationsmedien. In der künftigen Station werden die Züge der A3 stündlich halten, an Werktagen werden 180 tägliche Ein- und Aussteiger prognostiziert. Im Anschluss an die Planungen wird die AKN die Bauleistung vergeben, die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Jahr 2027 erfolgen.
Teil des Sanierungs-Programms InfraSpot.SH
Das 1350 km lange Schienennetz in Schleswig-Holstein soll stabiler und attraktiver werden. Dafür hat das Land in Abstimmung mit der Deutschen Bahn (DBG) und der AKN ein Arbeitspaket mit 13 zusätzlichen Schienenprojekten und einem Investitionsvolumen von 900 Mio. Euro geschnürt. Allein aus dem vom Bund bereitgestellten Sondervermögen für die Länder wird das Land – neben laufenden Projekten – in den nächsten Jahren 200 Mio. Euro zusätzlich ins Netz stecken. Das Sanierungs-Programm, mit dem die Mittel des Sondervermögens in Schienen, Straßen, Brücken und Radwege sowie Häfen investiert werden, heißt InfraSpot.SH.
Zu den 13 Projekten im Bereich Schiene gehören unter anderem Ausbau und Elektrifizierung der Strecke Neumünster – Bad Oldesloe, der Ausbau des Abschnitts Kiel – Preetz, die Reaktivierung der Verbindung Bergedorf – Geesthacht, der neue Haltepunkt Henstedt-Ulzburg West sowie ein neuer Innenstadtbahnhof in Flensburg. Darüber hinaus auf der Strecke zwischen Hamburg und Kiel/Flensburg die Bahnsteige in Elmshorn, Neumünster-Einfeld, Bordesholm und Nortorf verlängert und angepasst. Dadurch können hier künftig längere Züge eingesetzt werden.
Text: NAH.SH GmbH/red, Bild: Regionalverkehr


