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Mobilität, Technik

albus: Positive Bilanz nach erster Projektphase

Bei der ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe AG endet die erste Projektphase von albus, dem autonomen Bus, der seit September 2025 in Burgdorf unterwegs ist. Zeit für ein Zwischenfazit.

29. Juni 2026

Ein autonomer Bus steht vor einem Gebäude.
Der 8 m lange e-ATAK des Herstellers KARSAN orientiert sich im Straßenverkehr mithilfe von LiDAR-Sensoren, Kameras, Radar, Ultraschalltechnik und hochauflösenden Karten.
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Rund 1200 Testfahrten, viele neue Erkenntnisse und durchweg positives Feedback: Im Juni 2026 endete die erste Projektphase von albus mit einer erfolgreichen Bilanz. Seit September 2025 ist der autonome Bus auf dem Linienweg angelehnt an die Linie 906 in Burgdorf unterwegs und hat gezeigt, dass autonomes Fahren im ÖPNV schon heute funktionieren kann.

Alle haben dazugelernt

Besonders erfreulich: Die Fahrgäste vertrauen der Technik und bewerten die Fahrten überwiegend als komfortabel, sicher und zukunftsweisend. Auch der Fahrkomfort konnte während des Testbetriebs kontinuierlich verbessert werden. So wurden anfangs kritisierte starke Bremsmanöver durch Weiterentwicklungen der Software deutlich reduziert. Laut Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region Hannover, gab es zu Beginn des Projekts viele Hürden, die nach und nach gemeistert wurden. Auch viele offene Fragen der Fahrgäste und des Dezernats Wirtschaft und Verkehr konnten geklärt werden. Franz: „Das ist genau das, was wir erreichen wollten. Denn wie der Bus und die Technik nach und nach dazugelernt haben, haben wir es auch. Immerhin sind wir deutschlandweit die Ersten, die einen Bus dieser Größe im automatisierten Betrieb an den Start gebracht haben.“

Autonom unterwegs durch Burgdorf

Das Projekt albus läuft seit März 2023 und wird mit insgesamt 6,3 Mio. Euro gefördert, davon zu 58 % durch den Bund. Nach umfangreichen Vorbereitungen und der Klärung rechtlicher Fragen startete im September 2025 der Pilotbetrieb auf der Linie 906 in Burgdorf. Zum Einsatz kommt ein autonomer Elektrobus des Typs KARSAN Autonomous e-ATAK. Das 8 m lange Fahrzeug fährt automatisiert auf Level 4 und orientiert sich mithilfe von LiDAR-Sensoren, Kameras, Radar, Ultraschalltechnik und hochauflösenden Karten im Straßenverkehr. Die 6 km lange Strecke umfasst 14 Haltestellen und bindet auch die Berufsbildenden Schulen Burgdorf als Kompetenzzentrum für Mobilität an.

Wissenschaftliche Begleitung bestätigt positive Ergebnisse

Von Beginn an wurde albus wissenschaftlich begleitet. Die bisherigen Ergebnisse fallen positiv aus: Die technische Machbarkeit eines autonomen Linienbusbetriebs konnte nachgewiesen werden. Die Sicherheitssysteme arbeiten zuverlässig und die Software wurde während des Testbetriebs kontinuierlich weiterentwickelt. ÜSTRA-Vorstandsvorsitzende Elke van Zadel resümiert: „Die erste Phase hat gezeigt, dass autonome Busse technisch machbar und von den Fahrgästen akzeptiert werden. Das ist der wichtigste Punkt, denn für uns als Verkehrsbetrieb geht es darum, die Fahrgäste mit Zuverlässigkeit und Sicherheit weiter zu überzeugen.“

So könnte es weitergehen

Noch in diesem Monat entscheidet die Regionsversammlung über die Fortführung des Projekts bis 2027. Vorgesehen sind die Beschaffung von zwei weiteren autonomen Bussen sowie die Fortsetzung und Ausweitung des Testbetriebs. Langfristiges Ziel ist ein so genannter Driver-Out-Betrieb bis Ende 2029. Dann sollen autonome Busse ohne Sicherheitsfahrpersonal unterwegs sein. Begleitend werden weiterhin CO₂-Einsparungen, Fahrgastakzeptanz und technische Entwicklungen untersucht. Für die zweite Projektphase sind Kosten von rund 2,7 Mio. Euro vorgesehen. Davon sollen 53 % durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert werden. Die Region Hannover übernimmt den verbleibenden Anteil. „Das ist eine lohnende Investition in die Zukunft“, betont Verkehrsdezernent Franz. „Denn die Erkenntnisse, die wir hier gewinnen, kommen nicht nur unserer Region zugute, sondern dem gesamten ÖPNV in Deutschland.“

Nach Abschluss des Projekts sollen die Fahrzeuge an die ÜSTRA übergeben werden. Der Testbetrieb könnte anschließend bis 2029 fortgeführt werden. „Damit sichern wir, dass die Innovation nicht nach ein paar Jahren endet, sondern nachhaltig in unseren ÖPNV integriert wird“, erklärt Franz weiter.

Blick nach Norwegen

Dass autonomer Linienverkehr bereits heute möglich ist, zeigt die norwegische Stadt Stavanger. Dort fährt ein baugleiches Fahrzeug schon jetzt mit technischer Aufsicht im regulären Betrieb. „Das beweist, dass unser Ziel – der Driver-Out-Betrieb bis Ende 2029 – realistisch ist“, erklärt Christian Kollenberg, Gesamtprojektleiter von albus. „Mit der geplanten Anschaffung von zwei Bussen, der Verlängerung der Projektlaufzeit bis Ende 2027 sowie der Fortführung des Testbetriebs über das Projekt albus hinaus, wollen wir diesen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum autonomen Fahren im ÖPNV erreichen.“

Text: ÜSTRA/red, Bild: Achim Uhlenhut

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