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Mobilität, Technik

Allison Transmission: Diesel raus, Elektro rein

Willms Touristik hat 18 Sightseeing-Busse von Diesel- auf Elektrobetrieb umrüsten lassen. Seit Frühjahr 2025 sind die emissionsfreien Doppeldecker in Köln und fünf weiteren deutschen Städten unterwegs.

21. August 2025

Personen sitzen in einem Doppeldecker-Bus mit offenem Dach.
Jetzt zu 100 % elektrisch: Ein umgebauter Sightseeing-Bus von Willms Touristik in Köln.
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Statt mit dröhnenden Dieselmotoren rollen die elektrischen CityTour-Cabrio-Doppeldecker der Willms Touristik GmbH & Co. KG jetzt nahezu lautlos durch die Kölner Innenstadt. Mit der Continuous Power Technologie™ des Herstellers Allison Transmission fahren sie zudem so sachte und ruckfrei an, als liefen sie auf Schienen. 

Komplette Entkernung

Insgesamt ließ Willms Touristik 18 MAN-Doppeldecker von Diesel- auf Elektroantrieb umbauen. Die Umrüstung wurde von der dänischen Spezialfirma Banke ApS in enger Abstimmung mit DGS Diesel- und Getriebeservice, der Generalvertretung von Allison Transmission in Deutschland, durchgeführt. Bei den umgebauten Bussen handelt es sich um sechs verschiedene Modelle auf MAN-Fahrgestellen – die Bandbreite reicht von 37 Jahre alten MAN SD202 (Baujahre 1988 bis 1990) bis hin zu Euro-6-Bussen aus den Jahren 2016 bis 2019. Zunächst entkernte man die Fahrzeuge: Verbrennungsmotor, Abgasanlage, Kraftstofftanks und konventionelles Getriebe wurde entfernt. Nach einer gründlichen Chassis-Inspektion folgte die Installation der neuen E-Komponenten. 

Einbau der E-Komponenten

Herzstück des Antriebs ist ein E-Motor vom Typ DANA TM4 SUMO HP mit einer Leistung von 145 kW. Die Kraftübertragung übernimmt das vollautomatische Sechsganggetriebe T280R von Allison Transmission. Sechs Lithium-Eisenphosphat-Batteriepacks mit insgesamt 240 kWh Speicherkapazität ermöglichen eine Reichweite von rund 200 km, was für die täglichen Stadtrundfahrten ausreicht. Da bei den Stadtrundfahrten Doppeldecker eingesetzt werden, konnten die Batterien nicht wie bei einstöckigen Linienbussen auf dem Dach platziert werden, sondern wurden im Heck sowie im Fahrgastraum installiert. Je nach Fahrzeugmodell entfallen dadurch zwei bis sechs Sitzplätze.

Die richtige Entscheidung

Busunternehmer Sascha Willms zeigt sich hochzufrieden mit seinen „neuen“ E-Bussen. Besonders angetan ist er vom Fahrkomfort durch die Allison-Getriebe: „Das Anfahren ist sanft, die Wendigkeit ist super und es gibt keinerlei Schaltrucken.“ Für Willms Touristik war es besonders wichtig, einen Antrieb einzusetzen, der auch unter den anspruchsvollen Bedingungen des Stadtrundfahrten-Betriebs eine hohe Robustheit bietet. Willms: „Wir haben uns bewusst gegen einen getriebelosen Direktantrieb entschieden und stattdessen ein Antriebssystem gewählt, das sich bereits bei Kommunalfahrzeugen, wie etwa Müll-Sammelfahrzeugen, bewährt hat.“ Die jetzt umgesetzte Zentralmotor-Lösung in Kombination mit dem sechsstufigen Allison-Vollautomatikgetriebe erfüllt genau diese Anforderungen. Karsten Flamming, Assistent der Geschäftsleitung bei Willms Touristik, ergänzt: „Außerdem sorgt das Vollautomatikgetriebe für eine höhere Reichweite und weniger Ladestopps. Ohne Getriebe würde der E-Motor ständig mit hohen Drehzahlen laufen und deutlich mehr Strom verbrauchen. Das Allison-Getriebe schaltet automatisch, sodass der Motor mit niedrigeren Drehzahlen arbeitet und wir energie-effizienter unterwegs sind.“

Umrüstung ist günstiger als Neubeschaffung

Die Umrüstung vorhandener Busse auf E-Antrieb ist zwar deutlich günstiger als die Anschaffung von Neufahrzeugen, doch ohne die Förderung durch das Bundesverkehrsministerium (BMV) hätte Willms Touristik den Umbau nicht stemmen können. Das BMV übernimmt mit 6,5 Mio. Euro zirka 80 % der Kosten, der Busbetreiber die restlichen 2,2 Mio. Euro – inklusive Einrichtung der Lade-Infrastruktur, Schulung der Fahrer und Weiterbildung der Werkstatt-Mitarbeiter. Sascha Willms betrachtet die Umrüstung als sinnvolle Alternative zur Neubeschaffung: „Sightseeing-Busse werden im Schnitt zwei- bis dreimal so lange genutzt wie konventionelle Stadtbusse. Das bedeutet, dass sogar unsere Oldtimer aus den Baujahren 1988 und 1990 noch viele Jahre vor sich haben. Ein Austausch gegen Neufahrzeuge wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen – zumal die Investition in ein Retrofit deutlich günstiger ist.“

Die Umrüstung ist auch ökologisch sinnvoll, da sie nicht nur lokale Schadstoff-Emissionen reduziert, sondern auch Ressourcen spart, weil keine neuen Fahrzeuge gebaut werden müssen. Darüber hinaus liegen die Energiekosten für die E-Busse rund 45 % unter denen für die Dieselbusse. Der durchschnittliche Energieverbrauch beträgt laut Sascha Willms etwa 1,1 kWh pro km, was Stromkosten von etwa 33 Cent pro km entspricht. Mit Diesel betrugen die Kosten zuvor rund 60 Cent pro km.

Mehr Komfort und mehr Leistung

Die neuen E-Busse sind deutlich leiser und vibrationsärmer unterwegs als noch mit Dieselmotor – der Geräuschpegel sinkt um bis zu 10 dB, worüber sich Anwohner wie Fahrgäste freuen. Auch in ihren Fahreigenschaften unterscheiden sich die umgebauten Doppeldecker deutlich von dieselbetriebenen Bussen mit manuellen oder automatisierten Schaltgetrieben. Insbesondere die Fahrgäste auf dem Oberdeck profitieren davon, dass die ruckartigen Schaltvorgänge entfallen. Möglich macht das die Continuous Power Technology von Allison ermöglicht, die dafür sorgt, dass das Motor-Drehmoment sanft vervielfacht und optimal auf die Räder übertragen wird. Dies erlaubt Volllastschaltungen und eine bessere Beschleunigung.

Das Allison-Getriebe T280R wurde ursprünglich für Dieselbusse entwickelt. Für den Einsatz in den E-Bussen wurde es von den Spezialisten der Firmen Banke und DGS gezielt angepasst, um die Leistung des E-Motors optimal zu nutzen und die Effizienz des Gesamtsystems weiter zu steigern. Laut Christian Bock, Area Sales Manager bei Allison Transmission, zeigt sich hier die Vielseitigkeit der Allison-Getriebe: Die Vollautomatikgetriebe funktionieren nicht nur mit Dieselmotoren, sondern auch mit Erdgas-, Wasserstoff- und E-Antrieb.

Über die Projektpartner

Willms Touristik wurde 1947 gegründet und verfügt heute über sieben Reise- und Überlandbusse. Wichtigstes Standbein sind die Stadtrundfahrten: Derzeit sind 31 Doppeldecker unter dem Markennamen Citytour in Köln, Düsseldorf, Bonn, Aachen, Dortmund, Hannover, Heilbronn, Karlsruhe und Stuttgart unterwegs. Das 2010 gegründete Unternehmen Banke ApS aus Dänemark ist ein führender europäischer Integrator von elektrischen Fahrzeug-Systemen. Es ist spezialisiert auf Antriebsstränge, elektrische Nebenabtriebe, Batterien und Energiespeicher-Systeme. Allison Transmission ist führend in der Entwicklung und Produktion von Antriebslösungen für Nutz- und Militärfahrzeuge und der weltweit größte Hersteller von vollautomatischen Getrieben für mittlere und schwere Nutzfahrzeuge. Das Unternehmen wurde 1915 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Indianapolis (USA). Allison verfügt über Produktionsstätten in den USA, Ungarn und Indien sowie Entwicklungszentren in Indianapolis, Auburn Hills (USA) und London. 

Text: Allison Transmission/red, Bild: Allison Transmission

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