
Vormaliger und künftiger Leasingnehmer der sieben dreiteiligen und 28 sechsteiligen Elektrotriebzüge des Typs Stadler FLIRT3 ist die Bayerische Oberlandbahn GmbH (BOB), die unter dem Markennamen BRB (Bayerische Regiobahn) die Züge betreibt. Anfang Juli 2025 hat die BRB den Zuschlag für den Verkehrsvertrag für die Konzession „Rosenheimer Kreuz“ (ROX) vom Aufgabenträger Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) erhalten.
Partnerschaftliche Ingenieurskompetenz
Für die Nachrüstung der FLIRT3 mit dem ETCS (European Train Control System) setzt Alpha Trains auf ein starkes Partnernetzwerk. Die Durchführung der Arbeiten und die Projektsteuerung übernimmt die Talbot Services GmbH in Aachen. Die InterEngineer Systems GmbH ist verantwortlich für die technische Realisierung – von Konzept-Entwicklung über die Planung und das Engineering bis hin zur Nachweisführung. Mit seinem umfassenden Know-how betreibt das Unternehmen zudem den Wiederzulassungsprozess der umgebauten Fahrzeuge und stellt damit sicher, dass alle technischen und regulatorischen Anforderungen erfüllt werden. Die Siemens Mobility GmbH liefert die fahrzeugseitigen ETCS-Komponenten.
Umbau parallel zur Revision
Die enge Zusammenarbeit mit den Partnern und die langjährige Erfahrung bei komplexen Umbauprojekten ermöglichen bei diesem Projekt eine Besonderheit: Die ETCS-Nachrüstung und das Redesign sollen nicht isoliert erfolgen, sondern – nach erfolgreichem Umbau der beiden ETCS-Prototypen – zeitgleich mit der zweiten schweren Revision mit einhergehender Hauptuntersuchung. Dazu ist die rechtzeitige Bestellung und Lieferung der ETCS-Komponenten für die Serie notwendig. Diese Bündelung von Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen soll dem Betreiber BRB einen signifikanten Vorteil bieten: Die Stand- und Ausfallzeiten der Züge werden auf ein Minimum reduziert, was die Fahrzeug-Verfügbarkeit maximiert und einen reibungslosen Betrieb ermöglicht.
Zukunftssichere Flotte für eine zentrale Verkehrsachse
Der neue ROX-Verkehrsvertrag sowie der hierfür zwischen Alpha Trains und der BRB geschlossene Leasingvertrag laufen von Dezember 2029 bis Dezember 2043. Durch die ETCS-Nachrüstung stellt Alpha Trains sicher, dass die bewährte und bei den Fahrgästen bekannte Flotte die zukünftigen Anforderungen an die digitale Zugsicherung auf den stark frequentierten Strecken der ROX-Konzession mit ihren grenzüberschreitenden Verbindungen nach Salzburg und Kufstein erfüllt. Bernhard Holzer, Geschäftsführer der Alpha Trains Europa GmbH, erklärte am 9. Juni 2026: „Die ETCS-Nachrüstung ist eine strategische Investition in die Langlebigkeit unserer Flotte. Als einer der ersten privaten Vermieter von Triebzügen im deutschen SPNV, der diesen Schritt für eine Bestandsflotte geht, setzen wir einen neuen Standard.“
Das Rosenheimer Kreuz
Das Rosenheimer Kreuz (ROX) ist mit rund 4,9 Mio. Zug-km pro Jahr und 17 Mio. Fahrgästen eine der wichtigsten Achsen im bayerischen Regionalverkehr. Es umfasst die Linien München – Rosenheim – Salzburg (RE 5), München – Rosenheim – Kufstein (RB 54) und München – Holzkirchen – Rosenheim (RB 58). Neben der technischen Aufrüstung werden die Fahrzeuge für den neuen Vertrag einem umfangreichen Redesign unterzogen, unter anderem durch die Erneuerung sämtlicher Sitzpolster und Bezüge. Arnulf Schuchmann, Vorsitzender der BOB-Geschäftsführung, sagte: „Wir sind froh, mit unserem Leasinggeber Alpha Trains einen kompetenten Partner zu haben, um ein solch komplexes Vorhaben – ETCS-Nachrüstung, Redesign und Hauptuntersuchung – aus einer Hand zuverlässig planen und durchführen zu lassen. Erstmals werden zwölf Jahre alte Züge mit ETCS nachgerüstet und damit eine Blaupause geschaffen, an der sich künftige Modernisierungen orientieren können.“
Text: Alpha Trains/red, Bild: Dietmar Denger


