
Ausgangspunkt der kurzweiligen Reise, die eine knappe Dreiviertelstunde dauert, ist die 41.500-Einwohner-Bergstadt Freiberg (Sachsen), die an der Sachsen-Franken-Magistrale zwischen Dresden und Chemnitz liegt. Hier zweigt die eingleisige Freiberger Muldentalbahn nach Holzhau ab.
Rückblick
Die zwischen 1872 und 1885 eröffnete Eisenbahnstrecke von Nossen über Freiberg und Holzhau ins tschechische Moldava v Krušných horách wird heute nur noch von Freiberg bis Holzhau im SPNV befahren. Auf dem Abschnitt Nossen – Freiberg endete der Personenverkehr 1977, und zwischen Holzhau und Moldava rollen seit 1945 keine Züge mehr. Zunächst fuhren sie noch von Holzhau nach Hermsdorf-Rehefeld nahe der deutsch-tschechischen Grenze, doch auch damit war 1972 Schluss. Seitdem ist der 500-Einwohner-Ort Holzhau Endpunkt der Freiberger Muldentalbahn. Ihren Namen erhielt die Strecke von der Freiberger Mulde, der sie in mehr oder minder großem Abstand folgt. Zwischen Lichtenberg (Erzgebirge) und Holzhau führen die Gleise direkt an dem schmalen Flüsschen entlang.
Mit modernisierten Regio-Shuttles unterwegs
Seit dem 25. November 2000 wird der SPNV nach Holzhau von der Freiberger Eisenbahngesellschaft (FEG) erbracht. Das Tochterunternehmen der Transdev Verkehr GmbH und der REGIOBUS Mittelsachsen GmbH setzt drei modernisierte Regio-Shuttles ein, von denen zwei für den täglichen Stundentakt benötigt werden. Auf der 31 km langen Linie sind sie 41 Minuten unterwegs, pro Tag werden zirka 500 Fahrgäste befördert. Die FEG pendelt noch bis Ende 2036 auf der Freiberger Muldentalbahn.
Ankunft in Holzhau
Die Endstation Holzhau hinterlässt nicht den besten Eindruck. Das kleine Empfangsgebäude steht leer und ist dem Verfall preisgegeben. Für die Reisenden gibt es nur ein Wartehäuschen an der Buskehre. Der Weg zum Zug führt über ein nicht mehr genutztes Umfahrgleis, vom unbefestigten Bahnsteig kann immerhin stufenfrei in die Regio-Shuttles eingestiegen werden. Das Streckengleis endet wenige hundert Meter weiter hinter einer Kurve. Seit einigen Jahren wird über einen Lückenschluss zwischen Holzhau und Moldava nachgedacht, aufgrund der zu erwartenden hohen Kosten wird das Vorhaben vom Freistaat Sachsen aber nicht unterstützt.
Rund um Holzhau
Der winzige Ort, seit 1994 ein Ortsteil der Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle, liegt im Naturpark Erzgebirge / Vogtland. Mehrere grenzüberschreitende Wege zwischen Deutschland und Tschechien laden zum Wandern ein, im Winter kommen Ski-Langläufer auf ihre Kosten: Direkt am Bahnhof Holzhau beginnt die Bahndammloipe nach Moldava. Holzhau ist zudem Ausgangspunkt des Mulderadwegs, der über Freiberg, Döbeln, Sermuth, Grimma und Bitterfeld nach Dessau führt.
Text und Bild: red


