
Im Rahmen von Stationstests haben unabhängige Prüfer im Auftrag der BEG über 1000 Stationen in Bayern nach einheitlichen Kriterien in vier Kategorien bewertet: Sauberkeit, Graffiti-Freiheit, Funktionsfähigkeit der Stationsausstattung und Fahrgast-Information. Die getesteten Stationen sind acht bundeseigenen DB-Bahnhofs-Managements zugeordnet. Spitzenreiter ist das Bahnhofs-Management Westfrankenbahn, das auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten einen Wert von knapp 77 Punkten erreichte.
Spitzenreiter Westfrankenbahn
„Erneut Gratulation an die Westfrankenbahn – sie stellt einmal mehr unter Beweis, dass sie in Sachen Stationen momentan die Messlatte im Freistaat ist“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), der zugleich BEG-Aufsichtsratsvorsitzender ist, am 4. November 2026 in München. Mit 76,96 Punkten führt das DB-Bahnhofs-Management der Westfrankenbahn (34 Stationen) das Ranking an. Es folgen die DB-Bahnhofs-Managements Südostbayernbahn (78 Stationen, 70,92 Punkte), Regensburg (115 Stationen, 64,09 Punkte), Rosenheim (143 Stationen, 63,96 Punkte), Nordfranken (181 Stationen, 58,26 Punkte), München (152 Stationen, 57,26 Punkte), Nürnberg (185 Stationen, 57,10 Punkte) und Augsburg (146 Stationen, 52,54 Punkte).
Dass die Westfrankenbahn bei der Stationsqualität vorne liegt, überrascht laut BEG nicht: Schon im Dezember 2024 hatte Bernreiter ihr Bahnhofs-Management mit dem Bayerischen Eisenbahnpreis gewürdigt. Der Minister ergänzte: „Die BEG-Stationstests sind zweifelsfrei ein Ansporn für alle Bahnhofs-Managements. Ich bin optimistisch, dass da künftig sogar noch mehr geht. Dass die DB in Bayern Bahnhof kann, zeigt sich gerade auch daran, dass bayerische Stationen immer wieder als ‚Bahnhof des Jahres‘ ausgezeichnet werden.“ Erst kürzlich ist der Bahnhof Ansbach (zuständiges DB-Bahnhofs-Management: Nürnberg) von der Allianz pro Schiene zum Bahnhof des Jahres 2026 gekürt worden. Er ist damit der achte Bahnhof in der Reihe der bayerischen Sieger – kein anderes Bundesland in Deutschland weist bei diesem Wettbewerb so viele Auszeichnungen auf.
Weitere Verbesserungen
Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG, ist hinsichtlich kontinuierlicher Qualitätsverbesserungen bei den Stationen zuversichtlich: „Wir haben mit DB InfraGO zwar kein Vertragsverhältnis, aber die Bahnhöfe und Haltepunkte sind ein wichtiges Aushängeschild im Bahnland Bayern. Indem wir sie genau unter die Lupe nehmen und InfraGO mit unseren Testergebnissen intensiv arbeitet, legen wir die Basis für systematische Verbesserungen der Stationsqualität durch die DB.“ Anhand der Testergebnisse arbeiten die DB-Bahnhof-Managements kontinuierlich am Erscheinungsbild und der Aufenthaltsqualität an Stationen in Bayern. Zu den Maßnahmen des vergangenen Jahres gehören beispielsweise eine noch konsequentere und schnellere Mängelbeseitigung, die Verbesserung der Reinigungsqualität sowie eine höhere Verfügbarkeit von Aufzügen und Rolltreppen. Auch hat DB InfraGO die eingesetzten Dienstleister noch enger angeleitet.
Investitionen rentieren sich
Darüber hinaus sind zunehmend die Effekte der in Bayern laufenden Modernisierungs- und Investitionsprogramme sichtbar. Dazu zählen vor allem zusätzliche Investitionen von Freistaat, Bund und DB in die Barrierefreiheit und Attraktivität bayerischer Stationen. Der Freistaat hatte vergangenes Jahr hierfür rund 17 Mio. Euro investiert. Zwar fließt die Barrierefreiheit einer Station nicht direkt in die Bewertungen ein, aber mit dem Ausbau verbunden sind auch Verbesserungen der Stationsausstattung, die sich generell positiv auf die getestete Stationsqualität auswirken. Pro Jahr werden rund 20 Bahnhöfe umfassend modernisiert und dadurch aufgewertet. 2025 waren dies unter anderem Iphofen, Marktoberdorf, Freilassing und Dillingen.
Zur Methodik des Rankings
Die BEG bewertet über 1000 Stationen in Bayern nach einheitlichen Kriterien. Das Ranking basiert auf Stationstests, bei denen unabhängige Prüfer die Bahnhöfe und Haltepunkte einmal pro Quartal anhand verschiedener Indikatoren in den vier Kategorien Funktionsfähigkeit der Stationsausstattung, Fahrgast-Information, Sauberkeit und Graffiti-Freiheit beurteilen.
Für die Berechnung der Punktzahl eines Bahnhofs-Managements für das Jahr 2025 wurde der Mittelwert aller Stationen gebildet, die dem jeweiligen Management zugeordnet sind. Zudem werden im Unterschied zum Vorjahr die Testergebnisse auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten wiedergegeben. Ein Direktvergleich mit den Ergebnissen des Vorjahres ist aus diesen Gründen nicht möglich. Die Punkteskala stellt eine einheitliche Arbeitsgrundlage für die Bahnhofs-Manager*innen der DB dar. Sie können so die externen Testergebnisse der BEG unmittelbar mit den internen DB-Bewertungen abgleichen und schneller und gezielter Qualitätsverbesserungen einleiten.
Im Jahr 2025 gab es im bayerischen Bahnnetz 1038 DB-Stationen. Vier dieser Stationen sind anderen DB-Bahnhof-Managements (Ulm und Mannheim) zugeordnet und aufgrund der geringen Stichprobe nicht im Ranking enthalten. Darüber hinaus gab es noch 33 Stationen in privater oder kommunaler Hand. Keiner von deren Betreibern verantwortet allerdings ausreichend viele Stationen, um sie statistisch im Ranking berücksichtigen zu können.
Text: BEG/red, Bild: Regionalverkehr



