
Für die Fahrgäste bringt die neue Baureihe J mehr Komfort, mehr Fahrgastinformation und mehr Verlässlichkeit. Mit der Übergabe der neuen U-Bahn-Generation setzen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihre Flotten-Erneuerung fort – diese ist ein Grundpfeiler des eingeschlagenen Stabilitätskurses.
Ein historischer Tag für die BVG
Nach einer letzten Testphase, bei der bereits Fahrgäste mitfahren konnten, sind jetzt täglich bis zu 36 Neuwagen auf der U5 Hauptbahnhof – Alexanderplatz – Hönow im Regeleinsatz. Das entspricht sechs Zügen mit der maximalen Länge von sechs Wagen. Bis Jahresende soll die Flotte der Baureihe J, die in zwei- und vierteiligen Triebzügen ausgeliefert wird, auf bis zu rund 170 Wagen wachsen. Die zweiteiligen Einheiten sind über Kupplung 32,1 m lang, die vierteiligen Einheiten 64,2 m. In den Zweiteilern finden 38 Personen einen Sitzplatz, in den Vierteilern 110. Jeder Wagen verfügt pro Seite über drei 1,3 m breite Doppeltüren, die sich mit Leuchtdrucktastern von EAO öffnen lassen. Weitere rund 170 Wagen sind bereits bestellt und werden im nächsten Jahr vom Hersteller Stadler geliefert. „Heute ist ein guter Tag für alle U-Bahn-Fahrgäste in Berlin“, sagte Henrik Falk, BVG-Vorstandsvorsitzender, am 18. Mai 2026. „Für uns ist es sogar ein historischer Tag. Die letzte Premierenfahrt mit Neuwagen für die Linien U5 bis U9 liegt schon über 30 Jahre zurück. Heute stellen wir die Weichen für die nächsten erfolgreichen Jahrzehnte der Berliner U-Bahn.“ Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der ebenfalls beim Start der neuen U-Bahn-Züge anwesend war, ergänzte: „Die neuen U-Bahnen stehen für einen modernen und leistungsfähigen Nahverkehr in Berlin. Mit der Modernisierung der Flotte stärkt die BVG ihr Angebot und investiert in eine attraktive und verlässliche Mobilität.“
Zahlreiche Neuerungen in der Baureihe J
Neben dem sehr großzügigen Raumgefühl, das die Züge schon auf den ersten Blick bieten, warten auf die Fahrgäste noch einige weitere Neuerungen. Dazu zählen beispielsweise ein neues Lichtkonzept, geräumige Türbereiche und insgesamt viel Platz für alle Reisenden, ob zu Fuß oder im Rollstuhl, mit Kinderwagen oder ganz ohne Gepäck. Die Fahrgastinformation ist rundum erneuert. Unter anderem beginnt die Wegeleitung zu Ausgängen und Aufzügen jetzt schon im Zug. Die Barrierefreiheit wurde noch einmal verbessert, und auch für die BVG-Fahrer*innen gibt es neue Bedienelemente und einen angenehmeren Arbeitsplatz.
Klein- und Großprofilzüge
Auf der Linie U5 ersetzen die Neuwagen zunächst die Einheiten der Baureihe IK. Diese für die Linien U1 bis U4 entwickelten Kleinprofil-Fahrzeuge sind auf der U5 seit einigen Jahren mit angepasster Wagenbreite übergangsweise im Einsatz. Die erst neun Jahre alten IK-Züge können nach kurzem Umbau dann auf den Linien U1 bis U4 eingesetzt werden und verjüngen dort zusätzlich die Flotte.
Bei der Baureihe J und ihrer schmaleren Schwesterserie JK handelt es sich um den größten Beschaffungsauftrag in der Geschichte der BVG. Die aktuell erteilten Aufträge umfassen insgesamt 484 Wagen, davon 140 Wagen der Baureihe JK für die Linien U1 bis U4, die fast alle bereits im Einsatz sind und seit September 2025 für eine deutlich verbesserte Zuverlässigkeit auf der Linie U2 sorgen.
Text: BVG/red, Bild: BVG, Florian Bündig


