
Die ODEG hat am 20. Mai 2026 die nächste Entwicklungsstufe im Netz Elbe-Spree vorgestellt: den achtteiligen Desiro HC für den RE 1 auf dem Teilstück Brandenburg – Berlin – Frankfurt. Im Rahmen einer Sonderfahrt nach Brandenburg und zurück konnten geladene Gäste das neue Kapazitätskonzept erstmals erleben.
Insgesamt entstehen 14 „neue“ Vierteiler
Die ODEG ist täglich mindestens stündlich auf dem RE 1 Magdeburg – Brandenburg – Berlin – Frankfurt unterwegs, einzelne Züge fahren weiter nach Eisenhüttenstadt und Cottbus. Auf dem zentralen, stark nachgefragten Abschnitt Brandenburg – Berlin – Frankfurt wird das Angebot durch zusätzliche Züge täglich auf einen 20/40-Minuten-Takt verdichtet. Montags bis freitags kommen zwischen Brandenburg und Frankfurt weitere Abfahrten hinzu, sodass hier zu den Hauptverkehrszeiten alle 20 Minuten ein Zug kommt. Für die Strecken im Netz Elbe-Spree standen der ODEG bisher 15 sechsteilige und 14 vierteilige Elektrotriebzüge des Typs Desiro HC von Siemens Mobility zur Verfügung. Nun werden beim Hersteller sieben Sechsteiler in 14 Vierteiler umgebaut und um insgesamt 14 neu gefertigte Endwagen ergänzt, sodass dem Betreiber künftig acht sechsteilige und 28 vierteilige Einheiten zur Verfügung stehen. Aus zwei „neuen“ Vierteilern, die miteinander gekuppelt werden, entstehen damit 210 m lange Achtteiler, die deutlich mehr Kapazität bieten: Während der Sechsteiler über 637 Sitzplätze verfügt, kommt der Achtteiler auf 800 Sitze und bietet damit 30 % mehr Kapazität. Außerdem erhöht sich Anzahl der Fahrradstellplätze von 49 auf 64.
Längere Züge brauchen passende Infrastruktur
Während die Sechsteiler wie bisher auf der Gesamtstrecke Magdeburg – Berlin– Frankfurt verkehren, kommen die Achtteiler nur zwischen Brandenburg und Frankfurt zum Einsatz. Damit die 210 m langen Doppeltraktionen hier fahren können, werden im Rahmen des Infrastrukturprojekts i2030 an mehreren Unterwegsstationen die Bahnsteige verlängert. Dazu zählen unter anderem Götz, Groß Kreutz, Potsdam Park Sanssouci, Hangelsberg, Berkenbrück, Briesen (Mark), Jacobsdorf (Mark), Pillgram und Ziltendorf. Bereits seit Dezember 2025 ermöglicht ein Übergangsfahrplan den schrittweisen Einsatz der umgebauten Fahrzeuge – seither werden unter anderem Potsdam Park Sanssouci und Potsdam Charlottenhof von den längeren Zügen bedient.
Umbau und Inbetriebnahme in vier Wochen
Der Umbau der Triebzüge erfolgt bei Siemens Mobility im Prüf- und Validierungscenter Wegberg-Wildenrath. Die Fertigstellung eines Vierteilers dauert rund vier Wochen und umfasst auch den Einbau einer Standard-WC-Anlage in einem der beiden Mittelwagen. Die reine Umbauzeit beträgt dabei nur etwa eine Woche – die übrige Zeit entfällt auf die Inbetriebsetzung, bei der alle technischen Komponenten miteinander gekuppelt, auf ihre Funktion geprüft und in Betrieb genommen werden. Dabei stehen insbesondere die 14 neuen Endwagen im Fokus, die zuvor noch nicht im Betrieb waren und direkt aus dem Siemens-Werk kommen. Mitte Mai waren bereits fünf Vierteiler fertiggestellt, der Abschluss des letzten Umbaus ist für August 2026 vorgesehen.
Im Jahr 2025 nutzten rund 23,81 Mio. Fahrgäste den RE 1. Nach Fertigstellung der Bahnsteig-Verlängerungen können auf der Linie perspektivisch jährlich rund 28,41 Mio. Fahrgäste befördert werden.
Text: ODEG/VBB/red, Bild: Regionalverkehr


