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Infrastruktur

BMV: Infraplan nimmt gesamtes Schienennetz in den Blick

Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat den Infraplan 2026 vorgestellt. Die Übersicht zeigt für die Jahre 2026 bis 2030, welche Neu- und Ausbau-Maßnahmen im Schienennetz vorgesehen sind.

7. Oktober 2026

Einfach Visualisierung eines Gleises, eines Zuges und einer Brücke.
Der Infraplan 2026 umfasst unter anderem Maßnahmen aus Neu- und Ausbau, Elektrifizierung, Korridor-Sanierungen, Lärm-Sanierung und Bahnhöfen.
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Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat am 6. Oktober 2026 den neuen Infraplan vorgestellt und an die DB InfraGO übergeben. Die Gesamtübersicht führt erstmals die wesentlichen Maßnahmen zur Entwicklung der Eisenbahn-Infrastruktur zusammen und zeigt für die Jahre 2026 bis 2030, welche Maßnahmen im Schienennetz vorgesehen sind.

Bund setzt Ziele und Prioritäten

Der Infraplan ist Teil des neuen Infrastruktur-Gesamtkonzepts des Bundes. Künftig sollen Leitstrategie, Zielnetz 2035 und Infraplan ineinandergreifen: von den langfristigen verkehrspolitischen Zielen über die Prioritäten für das Netz bis zur konkreten Umsetzung in den kommenden fünf Jahren. Ulrich Lange (CSU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, sagte am 6. Oktober 2026: „Mit dem Infraplan schauen wir nicht mehr nur auf einzelne Schienenprojekte und -programme, sondern auf das gesamte Netz. Der Bund gibt Ziele und Prioritäten vor, die DB InfraGO setzt um, und wir machen transparent, dass wir vorankommen.“ Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, ergänzte: „Der Infraplan schafft einen gemeinsamen Rahmen, in dem Ziele, Maßnahmen und Wirkungen transparent zusammengeführt werden. Für uns als DB InfraGO ist das von großer Bedeutung, weil klare Prioritäten die Grundlage für eine wirksame Planung und Umsetzung schaffen. Das bringt ein Plus an Stabilität und Qualität, und das spüren am Ende auch die Kundinnen und Kunden.“

Infraplan soll jährlich fortgeschrieben werden

Der Infraplan 2026 umfasst Maßnahmen aus Neu- und Ausbau, Elektrifizierung, Korridor-Sanierungen, Lärm-Sanierung, Bahnhöfen sowie Kleine und Mittlere Maßnahmen. Hinzu kommen Maßnahmen des aktuellen GVFG-Bundesprogramms und des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG). Damit löst sich der Bund stärker von der bisherigen Betrachtung einzelner Programme und richtet den Blick auf die Entwicklung des Gesamtnetzes.

Der Infraplan soll künftig jährlich fortgeschrieben werden. Er wird schrittweise weiterentwickelt, um Verbindlichkeit und Planungssicherheit stetig zu erhöhen. Hierfür soll noch in dieser Legislatur-Periode die gesetzliche Verankerung des Infrastruktur-Gesamtkonzepts realisiert und die Verknüpfung mit einem Eisenbahn-Infrastrukturfonds in die Wege geleitet werden. Zudem arbeitet das BMV mit dem Infraplan daran, Infrastruktur-Planung, Haushaltsplanung des Bundes und Unternehmensplanung der DB InfraGO enger als bisher miteinander zu verzahnen.

Den Infraplan steht hier zum Download bereit.

Kommentare

Bei den Verkehrsverbänden traf die Vorstellung des Infraplans auf gemischte Reaktionen. Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), sagte: „Der vom BMV vorgelegte Infraplan ist ein begrüßenswerter und wichtiger Schritt hin zu einer besseren Infrastruktur-Planung für die Schiene.“ In seiner jetzigen Form sei der Infraplan aber noch kein Planungs- und vor allem kein Priorisierungs-Instrument. Vor allem beschreibe er keinen verbindlichen, durchfinanzierten Umsetzungspfad. Wortmann weiter: „Bei zentralen Zielgrößen bis 2030 zeigt sich, dass Deutschland beim Ausbau des Schienennetzes nur sehr langsam vorankommt. Ein Elektrifizierungsgrad von 63,7 % und 155 km neue Gleise liegen zum Teil deutlich unter früheren Planungen. Das ist zwar ehrlich – der Anspruch sollte aber deutlich ambitionierter sein.“

Das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene (APS) sieht im Infraplan den Einstieg in einen Systemwechsel bei der Steuerung und Entwicklung der Schienen-Infrastruktur in Deutschland. APS-Geschäftsführer Dirk Flege führte aus: „Der Infraplan ist deshalb der Auftakt zu einem Systemwechsel, weil Infrastruktur-Vorhaben nicht mehr einfach nur mit ungewissen Erfolgsaussichten angekündigt werden. Der Bund macht transparent, welche Prioritäten er in den nächsten fünf Jahren setzen will – und schafft ein Instrumentarium, dies auch umzusetzen. Die im Infraplan enthaltenen Maßnahmen-Listen stellen dar, wo die Projekte stehen und wie sie sich entwickeln. Dadurch erhalten wir ein großes Stück mehr Transparenz bei der Entwicklung der Schienen-Infrastruktur.“ Damit der Infraplan auch überjährig verlässlich wird, fordert das Verkehrsbündnis eine abgesicherte Finanzierung. Flege: „Der Systemwechsel ist erst vollzogen, wenn der Bund sich bei der Entwicklung der Schienen-Infrastruktur von der jährlichen Haushaltsplanung löst und die Projekte des Infraplans analog zu dessen Laufzeit überjährig und verbindlich durchfinanziert. Dafür braucht es schnell den im Koalitionsvertrag angekündigten Eisenbahn-Infrastrukturfonds. Erst dann wäre das wichtigste bahnpolitische Reformvorhaben in dieser Legislaturperiode vollendet.“

Text: BMV/VDV/APS/red, Bild: BMV

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