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Mobilität

Bund muss Wettbewerb auf der Schiene steuern

Das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene (APS) fordert die Bundesregierung dazu auf, zügig Leitplanken für einen geregelten Wettbewerb im Fernverkehr auf der Schiene zu definieren.

10. Juni 2026

Ein Hochgeschwindigkeitszug steht auf einem Gleis.
Das Unternehmen Italo möchte künftig Fernverkehre innerhalb Deutschlands anbieten.
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Der Vorstoß des Eisenbahnunternehmens Italo für eine langfristige Trassensicherung weist der Allianz pro Schiene (APS) zufolge auf eine problematische Regelungslücke hin. Eine Einzelfall-Entscheidung ohne eine Strategie für die Entwicklung des Angebots im Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) berge das Risiko, den seit vielen Jahren geplanten Deutschlandtakt mit besseren Verbindungen für Menschen im ganzen Land nachhaltig zurückzuwerfen.

Unkoordiniertes Angebot würde mehr schaden als nützen

„Wir brauchen hier ein klares Zielbild und die ordnende Hand des Staates“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene“, Dirk Flege, am 10. Juni 2026 in Berlin. „Der Bundesverkehrsminister ist gefragt, den Wettbewerb strategisch zu koordinieren, damit den Reisenden keine Nachteile entstehen.“ Flege betonte, dass Wettbewerb auf der Schiene kein Selbstzweck sein dürfe: „Wettbewerb auf der Schiene ist dann gut, wenn er ein besseres Angebot für Reisende schafft.“ Im Regionalverkehr gibt es klare Regeln – hier sorgen die Bundesländer für ein flächendeckendes Angebot aus einem Guss. Auf Bundesebene gibt es solche Vorgaben bislang nicht. Flege: „Ein unkoordiniertes Angebot von mehreren Anbietern für Bahnreisende im Fernverkehr würde aber mehr Schaden als Nutzen bringen, übrigens auch, weil der Ticketkauf nochmal komplizierter werden würde.“

Deutschlandtakt in Gefahr?

Auch langfristig könnte ein planloses Nebeneinander mehrerer Anbieter im Fernverkehr die Fahrpläne durcheinanderbringen, warnt Flege: „Die Bundesregierung hat sich schon lange vorgenommen, das Zugangebot für Menschen im ganzen Land durch engere Takte und kürzere Anschlusszeiten zu verbessern, sprich: den Deutschlandtakt einzuführen.“ Der Deutschlandtakt bedeutet, dass in den nächsten Jahren und Jahrzehnten nicht nur die Strecken, sondern vor allem schon heute überlastete Eisenbahnknoten aus- und neu gebaut werden müssen, damit Anschlüsse besser zueinander passen. Laut der APS sind neue Zuganbieter, die in neue Fahrzeuge und Angebote investieren wollen, grundsätzlich eine Chance für ein besseres Angebot im Sinne des Deutschlandtakts. Würden nun aber ohne ein durchdachtes Gesamtkonzept für viele Jahre Trassen zugesagt, könnte dies das Konzept eines landesweiten Taktverkehrs zum Einsturz bringen. Flege abschließend: „Das kann niemand wollen.“

­Text: Allianz pro Schiene/red, Bild: Italo S.p.A.

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