
Mit ihrer 5. Ausgabe ist die BUS2BUS im internationalen Messekalender angekommen. Nach wechselnden Ausstellungsorten auf dem Berliner Messegelände, unterschiedlichen Größen und Strukturen ist sie nun auf dem Wege, einen immer besseren Marktüberblick zu bieten, obwohl einige namhafte Hersteller auch diesmal (noch?) von einer Teilnahme absahen. Deutlich gestiegen ist die Internationalität, was bestens zur erklärten Ausrichtung der BUS2BUS passt: Sie will keine Berliner Schau sein, sondern ein Event mindestens europaweiter Geltung. Wie 2024 war Messeschwerpunkt der „hub27“ im Süden des Geländes, nun aber ergänzt um die Halle 25. Ihre ebenfalls voll belegte Fläche bot einen entspannteren Kontrast zum eher dicht bestückten hub27, mit Platz und Luft und großer Bühne. Das tat der BUS2BUS spürbar gut. Hier wie dort gab es Start-ups und Erfinder zu entdecken, die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten zwei Bus-Fahrsimulatoren aufgebaut und warbe intensiv um Fahranwärter – nicht nur am 2. Messe-Tag, dem „Busfahrertag“.
Zwei Hallen, 60 Busse, etwas Auslauf
Insgesamt rund 60 Originalfahrzeuge sollen auf der Messe gewesen sein, darunter auch Diesel- und Reisebusse. Weit überwiegend aber waren es Elektrobusse, allzumeist für Linieneinsätze, auch als Umrüstlösung – dies wiederum auch für die Reise mit bereits bewiesener Alpenüberquerungs-Tauglichkeit. Erkennbar ergänzen immer mehr Mini- und Midi-Busse kleinerer Hersteller oder Umbauer – Diesel-Motor raus, E-Motor und Batteriepacks rein – das Programm der „Großen“. Neben Bedarfsverkehren und Schwachlastzeiten wird es für die stetig mehr Einsätze in engen Innenstädten und auch in abgelegenen Gegenden geben, sogar in den Schweizer Alpen – die Batterie-Kapazitäten erlauben inzwischen überall einen ganzen Tagesdienst. Zumindest am ersten Messetag wenig genutzt war die Möglichkeit zu etwas Auslauf mit Probe- oder Vorführfahrten diverser Fahrzeuge zwischen Halle und Sommergarten-Oval.
Mehr Aussteller, mehr Besucher, mehr Internationalität
Die Messe Berlin wies für die 5. BUS2BUS abermals gestiegene Aussteller- und Besucherzahlen aus. 156 Unternehmen aus 25 Ländern trafen auf 3800 Interessierte, darunter nach Messeangaben 3200 Fachbesucher und Entscheidungsträger aus Verkehrsbetrieben, Busunternehmen, Verwaltung und Industrie. Die BUS2BUS bestätige „ihre Rolle als zentrale Plattform für die Bus- und Zulieferindustrie in Deutschland und Europa“. Sie unterstreiche „ihre wachsende Bedeutung als zentrale Plattform der Branche und setzte klare Impulse für Investitions- und Strategieentscheidungen“. Das ist bedeutsam auch vor dem Hintergrund, dass „dem Bus“ im Rahmen der IAA Transportation (Hannover, im September) auch nach Ansicht von Ausstellern wohl kaum mehr ein nennenswerter Stellenwert zukommen werde. Mehrfach war von „verpasster Chance“ angesichts der Verkehrswende zu hören. Die Berliner und ihre BUS2BUS haben sich rechtzeitig aufgemacht, für Ersatz zu sorgen.
Die BUS2BUS ist erwachsen geworden, und 2028 wird sie drei statt bisher zwei Tage dauern. Mehr noch: Die neue „InnoTrans Asia“, die die Berliner Weltmesse in Fernost ergänzen wird (Singapur, September 2027), soll mit einer „BUS2BUS-Zone“ ebenfalls einen spürbaren Bus-Anteil aufweisen. Nicht auszuschließen, dass davon wiederum die Berliner BUS2BUS profitieren wird: Immer mehr Busse auch altbekannter Marken kommen zumindest in Teilen aus China, immer mehr asiatische Hersteller setzten auf E-Busse für Linie und Reise. Im Gegenzug sind in vielen ihrer Produkte europäische und deutsche Komponenten verbaut.
Zwei Stimmen von vielen
Dirk Hoffmann, Geschäftsführer der Messe Berlin, sieht im Schritt nach Singapur den logischen nächsten Schritt: „Die Busbranche steht vor grundlegenden Veränderungen – technologisch, strukturell und im Wettbewerb. Die BUS2BUS schafft den Raum, in dem daraus Orientierung entsteht und Zukunft gestaltet wird.“ Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des Messe-Partners Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo), betonte die wachsende Relevanz der Veranstaltung in anderer Hinsicht: „Die BUS2BUS 2026 war so politisch wie nie. Neben zentralen Zukunftsthemen, wie dem autonomen Fahren und der Elektrifizierung von Busflotten, zählen steigende Energiepreise zu den drängendsten Herausforderungen der Branche.“ Umso wichtiger sei der direkte Austausch mit der Politik. Der Besuch von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) als politischem Höhepunkt am zweiten Messetag sowie die Präsenz von Bundestags-Verkehrsausschuss und Parlamentskreis Bus seien „ein klares Signal für die wachsende Bedeutung der Busbranche.“
Die nächste BUS2BUS ist vom 4. bis 6. April 2028 geplant.
Text: Achim Uhlenhut, Bild: Achim Uhlenhut


