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Mobilität, Technik

BVG: Hören, einsteigen, ankommen

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben auf der Buslinie 186 S Grunewald – S+U Rathaus Steglitz – S Lichterfelde Süd einen Probebetrieb mit „sprechenden Bussen“ aufgenommen. Sehbehinderten Fahrgästen soll damit das Auffinden des richtigen Fahrzeugs erleichtert werden.

7. Juli 2026

Ein Bus fährt auf einer Straße hinter einem Baum.
Solaris Urbino 18 electric der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
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Vorerst werden bis zu 20 Busse mit der neuen Außen-Sprechfunktion ausgestattet und bis Dezember 2026 im regulären Linienverkehr getestet. Begleitet wird die Erprobung von 20 Testnutzer*innen, die ihre Erfahrungen und Rückmeldungen in die Weiterentwicklung des Angebots einbringen, und zusätzlich eine ergänzende App testen. Am 3. Juli 2026, zum Auftakt des Probebetriebs, informierten sich Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Verbänden vor Ort über das neue Angebot, darunter Arne Herz, Staatssekretär für Mobilität und Verkehr, Christine Braunert-Rümenapf, Berliner Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen und Thomas Krämer, Geschäftsführer des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin (ABSV).

Busse kündigen sich automatisch an

Kern des Probebetriebs sind so genannte sprechende Fahrzeuge: Die Busse kündigen an den Haltestellen zwischen 6 und 22 Uhr ihre Liniennummer und ihr Fahrziel automatisch über Außen-Lautsprecher an. Ergänzend wird ein akustisches Tür-Findesignal („Klopfen“) erprobt, dass die Orientierung beim Einstieg erleichtern soll. So können blinde und sehbehinderte Fahrgäste insbesondere an Haltestellen mit mehreren Linien leichter erkennen, welches Fahrzeug vor ihnen steht und an welcher Tür sie einsteigen können. In einer zweiten Testphase wird eine Mobilitätsassistenz-App in den Probebetrieb integriert. Die speziell für betroffene Menschen entwickelte Anwendung unterstützt sie bei der Orientierung und Navigation im Nahverkehr. Darüber hinaus können Nutzer*innen in den Nachtstunden akustische Ansagen bedarfsgerecht auslösen, sodass diese nur ertönen, wenn sie auch wirklich gebraucht werden. Zusätzlich besteht jederzeit die Möglichkeit Ein- und Ausstiegswünsche bereits vorab digital zu übermitteln. Über eine Schnittstelle kommuniziert die App direkt mit dem Fahrzeug. Das Fahrpersonal erhält die Information ähnlich wie bei einem regulären Haltewunsch und kann sich dadurch frühzeitig auf Fahrgäste mit Unterstützungsbedarf beim Ein- und Ausstieg einstellen.

Für Bus und Straßenbahn

Mit dem Probebetrieb sammelt die BVG gemeinsam mit den Testnutzer*innen wichtige Erkenntnisse für die schrittweise Einführung einer berlinweiten akustischen Fahrgast-Information im Busbetrieb bis 2027 und im gesamten Straßenbahn-Betrieb bis 2028. Die Erfahrungen und Rückmeldungen der Teilnehmenden fließen dabei direkt in die Weiterentwicklung des Systems ein. Das Projekt wird in enger Abstimmung mit dem Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV) umgesetzt. 

Stimmen

Sabina Kusmin-Tyburski, Geschäftseinheitsleitung IT & Digitale Infrastruktur bei der BVG, sagte am 3. Juli 2026: „Für blinde und sehbehinderte Menschen kann die Frage, welcher Bus gerade einfährt oder wo sich die richtige Tür befindet, im Alltag eine große Herausforderung sein. Mit den sprechenden Bussen wollen wir die Orientierung erleichtern und unseren Fahrgästen mehr Sicherheit ermöglichen. Im Probebetrieb wollen wir gemeinsam mit den Nutzer*innen herausfinden, wie die neuen Funktionen im Alltag funktionieren und wo wir sie noch weiter verbessern können.“ Thomas Krämer, Geschäftsführer des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin (ABSV), führte aus: „Für von Blindheit oder einer Sehbehinderung betroffene Menschen geht mit dem Start des Probebetriebs ein Jahrzehnte gehegter Wunsch in Erfüllung: Selbständig Busse und Straßenbahnen ohne fremde Hilfe oder die Unterstützung des Fahrers auch an Mehrfachhaltestellen nutzen zu können.“ Christine Braunert-Rümenapf, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, ergänzte: „Barrierefreie Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für die Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen. Von daher begrüße ich es, dass die akustische Fahrgast-Information ihren Probebetrieb aufgenommen hat, denn die barrierefreie Nutzung des ÖPNV erfordert eine Informations-Übermittlung nach dem Zwei-Sinne-Prinzip.“

Text: BVG/red, Bild: Solaris Bus & Coach

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