
Als erste grenzüberschreitende Nahverkehrslinie von Baden-Württemberg nach Österreich macht der neue Regionalexpress den öffentlichen Verkehr im Bodenseeraum noch attraktiver. Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben Mitte Februar den Verkehrsvertrag unterschrieben.
Bewährtes Fahrplan-Konzept mit neuen Direkt-Verbindungen
Der REX 1 soll zweistündlich von Friedrichshafen über Lindau und Bregenz nach Schruns im österreichischen Bundesland Vorarlberg verkehren. Dabei halten die Züge nur noch in Lindau-Reutin und beginnen bzw. enden nicht mehr wie bisher in Lindau-Insel. In Friedrichshafen hat der REX 1 Anschluss an den RE 3 von/nach Ulm. Alle zwei Stunden – und um eine Stunde versetzt zum REX 1 – verkehrt der RE 3 von Ulm über Friedrichshafen nach Lindau-Reutin, wo Anschlüsse in und aus Richtung Bregenz bzw. ins Bundesland Vorarlberg bestehen. Damit ergeben sich stündliche Verbindungen von Ulm nach Vorarlberg mit stündlich wechselnden Umstiegen in Friedrichshafen oder Lindau. Mit Inbetriebnahme des Projekts Stuttgart 21 wird der RE 3 durch die Linie RE 1 ersetzt: Diese soll bereits in Karlsruhe starten und über Stuttgart, Ulm und Friedrichshafen nach Lindau-Reutin führen. Zwischen und Stuttgart und Ulm werden die Züge über die Schnellfahrstrecke (SFS) geleitet.
Neue Fahrzeuge für mehr Komfort und Qualität
Auf dem REX 1 kommen moderne ÖBB-Triebzüge vom Typ Siemens Desiro ML zum Einsatz, die im Jahr 2023 ausgeliefert wurden. Jede der etwa 100 m langen, klimatisierten Garnituren verfügt über 290 Sitzplätze. Die Züge bieten bequeme Sitze, viel Beinfreiheit, Multifunktionsbereiche, Rollstuhlplätze, eine barrierefreie WC-Anlage sowie WLAN, Steckdosen und USB-Anschlüsse. An jedem Einstiegsbereich befindet sich ein Kinderwagen-Abstellplatz. Durch ein geräumiges Fahrradabteil ist Platz für 39 Fahrräder.
Kommentare
Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Die Grünen) sagte: „Mit der neuen Direkt-Verbindung von Friedrichshafen nach Schruns wachsen die Bodensee-Anrainer noch näher zusammen.“ Das Angebot würde sich dabei nicht nur für die Pendlerinnen und Pendler zwischen Oberschwaben, Bodensee und Vorarlberg verbessern, die in diesem wichtigen Wirtschaftsraum täglich unterwegs sind. Hermann: „Auch für den Freizeitverkehr ist diese Verbindung in der Tourismus-Region Bodensee ein großer Gewinn.“ Sabine Stock, Vorständin der ÖBB Personenverkehr AG, ergänzte: „Mit modernen ÖBB-Cityjets und einem klaren Fahrplan-Konzept stärken wir den Bodenseeraum und machen den öffentlichen Verkehr über die Landesgrenzen hinweg noch attraktiver.“
Grenzüberschreitender Regionalverkehr gewinnt an Bedeutung
Mit dem neuen REX 1 wird der Verkehr zwischen Baden-Württemberg, Bayern und Vorarlberg deutlich gestärkt. Zwar bestehen traditionell bereits einzelne direkte Eisenbahn-Verbindungen über Lindau, seit Dezember 2025 wird diese Relation im Fernverkehr jedoch nur noch durch ein ICE-Zugpaar pro Tag bedient, nachdem ein Railjet-Zugpaar von Frankfurt nach Bregenz und weiter nach Wien eingestellt wurde. Damit gewinnt der Regionalverkehr für die internationale Erreichbarkeit der Region zunehmend an Bedeutung.
Text: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg/red, Bild: ÖBB, Harald Eisenberger



