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Technik

Darmstadt: TINA wird „entrumpelt“

Stadler legte die Ergebnisse jüngster Modifikationen und Messfahrten der TINA-Straßenbahn in Darmstadt vor: Erschütterungen während der Fahrt konnten um durchschnittlich 33 % reduziert werden.

3. Februar 2026

Eine Straßenbahn steht vor einer Halle.
„TINA im Test“ bei der HEAG mobilo GmbH in Darmstadt.
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Der Fahrzeug-Hersteller Stadler berichtete am 30. Januar 2026 über den Fortschritt bei der Reduktion von Erschütterungen entlang der Darmstädter Straßenbahn-Strecken: Nach technischen Modifikationen am Fahrwerk der neuen TINA-Straßenbahn liegen nun die ausgewerteten Ergebnisse der im Dezember 2025 durchgeführten Messfahrten vor. Sie belegen, dass die ergriffenen Maßnahmen mittels Optimierung des Rades in Darmstadt messbar wirken und – in Abhängigkeit zu den baulichen Gegebenheiten – zu einer deutlichen Reduktion der Erschütterungen beitragen. 

Warum die Ergebnisse Zeit brauchten

Die Untersuchungen wurden von einem unabhängigen und akkreditierten Prüfinstitut gemäß den einschlägigen Normen durchgeführt und anschließend detailliert ausgewertet. Die Messfahrten fanden an drei repräsentativen Abschnitten im Darmstädter Straßenbahnnetz statt. Die Auswahl der Messorte erfolgte dabei durch Stadler nach technischen Kriterien. An allen Messorten war in einem früheren Gutachten der HEAG mobilo schon einmal gemessen worden. Dabei hatte es an einem Messort an der Wilhelm-Leuschner-Strasse besonders hohe Messwerte der TINA-Fahrzeuge im Vergleich zu den Altfahrzeugen gegeben. Gefahren wurde mit einer modifizierten TINA-Bahn sowie TINA-Referenz-Einheiten, um die Wirkung der Änderungen unter vergleichbaren Bedingungen zu erfassen. Die Erhebungen erfolgten in Gebäuden entlang der Strecke nach DIN-Standard. Die Auswertung der umfangreichen Rohdaten, die Berechnung der entsprechenden Kennwerte, ihre fachliche Plausibilisierung und die anschließende Beurteilung nimmt üblicherweise mehrere Wochen in Anspruch. Nun ist Stadler in der Lage, belastbare und nachvollziehbare Aussagen zu treffen. 

Messbar weniger Erschütterungen

Die ausgewerteten Daten zeigen insgesamt geringere Erschütterungen mit der modifizierten TINA-Straßenbahn. Besonders deutlich waren die Reduktionen an der Wilhelm-Leuschner-Straße, wo bei der vorausgegangenen Messung die größten Abweichungen zwischen TINA und den Bestandsfahrzeugen festgestellt worden waren: Die maximale bewertete Schwingstärke konnte hier an einem Messort bis zu 51 % reduziert werden, im Mittel lag die Reduktion bei über 33 %. An den anderen Messorten lagen die gemessenen Schwingstärken auf einem niedrigeren Niveau als an der Wilhelm-Leuschner-Straße, sodass auch die Verbesserungen kleiner ausfielen: An der Elisabeth‑Selbert‑Straße ergab sich an allen Messpunkten eine leichte Reduktion der Schwingstärke; an der Heidelberger Landstraße ist das Bild im Durchschnitt ebenfalls leicht verbessert. Die Messungen belegen, dass die Optimierung des Rades auch in Darmstadt wirksam ist und die durch Erschütterungen verursachten bewerteten Schwingstärken der modifizierten TINA-Bahn in Gebäuden niedriger ausfallen als bei Vergleichsfahrten mit nicht modifizierten TINA-Fahrzeugen. 

Stadler plant weitere technische Maßnahmen

Nachdem Hinweise auf die Wirksamkeit der technischen Modifikation an den Rädern auch bei höheren Geschwindigkeiten vorliegen, wird Stadler die Modifikationen weiter optimieren und die Umsetzung für die Serie vorbereiten. Darüber hinaus wurde durch Stadler in den vergangenen Monaten eine zusätzliche technische Maßnahme entwickelt und durch erste Messungen in Basel validiert. Diese Maßnahme verspricht eine weitere Dämpfung der Erschütterungen insbesondere bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten. Der Umbau des Darmstädter TINA-Messfahrzeugs wird derzeit durch Stadler projektiert.

Findet die vorgesehene Modifikation auch die Zustimmung der technischen Aufsichtsbehörde, soll die Maßnahme auch in Darmstadt umgesetzt werden. Dieses Vorgehen steht in der Kontinuität der seit 2025 verfolgten Strategie, technische Lösungen unter realen Bedingungen zu testen, unabhängig zu bewerten und dann auf die gesamte Flotte auszurollen.

Text: Stadler/red, Bild: Stadler

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