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Infrastruktur

DB InfraGO: Leichte Fahrweg-Verbesserungen

Neue Daten des DB-InfraGO-Zustandsberichts für 2025 zeigen, dass sich der Zustand des deutschen Schienennetzes stabilisiert. Zusammen kommen Gleise, Oberleitungen, Bahnhöfe usw. aber nur auf eine durchschnittliche Note.

15. Mai 2026

Schotter, Schwellen und Gleise werden von einer Gleisbaumaschine bearbeitet.
Der Gleisumbauzug „Heinrich der Starke“ des Unternehmens Spitzke im Einsatz bei der Korridor-Sanierung der Strecke Nürnberg – Regensburg.
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Die Zustandsnote für das gesamte Schienennetz in Deutschland beträgt im Mittel 3,0 und liegt auf Vorjahresniveau. Damit ist der langjährige Abwärtstrend laut der Bahntochter DB InfraGo AG gestoppt. Die Bahnhöfe konnten sich mit der Note 2,96 gegenüber 3,03 im Jahr 2024 sogar leicht verbessern. Dazu beigetragen haben die im vergangenen Jahr rundumerneuerten 124 Bahnhöfe. 

Geringerer Wert beim Erneuerungsbedarf

Für den jährlichen Bericht untersucht die DB InfraGO mehr als 380.000 Anlagen des Fahrwegs und der Bahnhöfe und bewertet diese nach Schulnotenlogik. Benotet werden alle Brücken, Tunnel, Stützbauwerke, Gleise, Weichen, Bahnübergänge, Stellwerke, Oberleitungen sowie Anlagen der Bahnhofsinfrastruktur. 2025 wurden rund 1900 km Gleise und 1900 Weichen erneuert. An mehr als 950 Bahnhöfen erfolgten Bauarbeiten, erneuert wurden unter anderem 250 Aufzüge und Rolltreppen. Zur Bilanz gehören 103 Brücken mit rund 25.000 qm Fläche und 3700 modernisierte Stelleinheiten der Leit- und Sicherungstechnik. Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG, sagte am 7. Mai 2026: „Wir haben 2025 rund 19,9 Mrd. Euro für Instandhaltung und Ersatzinvestitionen verbaut. Die gestiegenen Bauvolumina führten 2025 erstmals seit Jahren zu einem geringeren Wert beim Erneuerungsbedarf für die Anlagen mit den Zustandsnoten schlecht, mangelhaft und einschränkend. Im Bericht 2024 sind dafür rund 110 Mrd. Euro ermittelt; 2025 ist diese Summe auf rund 106 Mrd. Euro gesunken.“

Der Zustandsbericht in Zahlen

  • Der Anteil aller Anlagen im Schienennetz, die aufgrund ihres Zustands erneuert werden müssen (= Note 4 und schlechter), liegt bei 16,1 %. 2024 lag dieser Anteil mit 16,8 % etwas höher.
  • Der Konstruktive Ingenieurbau – Brücken und Durchlässe – verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Punkte leicht auf die durchschnittliche Zustandsnote 2,59.
  • Die Zustandsnote für den Oberbau – Gleise und Weichen – verschlechterte sich 2025 dagegen leicht um 0,06 auf 3,02. Grund dafür sind 9600 km Gleise mit Erneuerungsbedarf und aktueller Note 3 (2024: 2,91). Störmeldungen und Langsamfahrstellen wirken sich hier unmittelbar auf die Benotung aus.
  • Die Zustandsnote der Weichen verschlechterte sich minimal von 3,05 auf 3,06. Etwa 15.800 der insgesamt 64.000 Weichen im Netz sind erneuerungsbedürftig.
  • Stellwerke sind mit 4,02 im Jahr 2025 erneut das Gewerk mit der schlechtesten Zustandsnote (2024: 4,12). Jedes zweite der rund 4000 Stellwerke ist erneuerungsbedürftig. Die Bahnübergänge verschlechtern sich leicht von 3,58 auf 3,65.
  • Die Anlagen in den Bahnhöfen verbessern sich leicht; insbesondere bei den Empfangsgebäuden sowie den Anlagen der Informations- und Telekommunikationstechnik und bei Aufzügen besteht jedoch weiter großer Bedarf an Erneuerung.
  • Bei der Benotung des Fahrwegs liegen die ostdeutschen Bundesländer, in denen seit der Wiedervereinigung umfassend in die Modernisierung des Schienennetzes investiert wurde, mit Noten zwischen 2,65 (Thüringen) bis 2,89 (Brandenburg) weiter vor den Ländern im übrigen Bundesgebiet. Mit 2,95 folgt Hessen. Nordrhein-Westfalen hat mit 3,26 erneut die schlechteste Gesamtnote.

Allianz pro Schiene: Infrastrukturfonds muss kommen

Die Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene (APS) bewertet es als Hoffnungsschimmer, dass sich der Zustand von Netz und Verkehrsstationen im vergangenen Jahr nicht weiter verschlechtert hat. Um den lang ersehnten Aufwärtstrend zu schaffen und echte Verbesserungen zu bewirken, brauche es jedoch eine langfristige und planbare Finanzierung durch den Bund. APS-Geschäftsführer Dirk Flege sagte zum Zustandsbericht: „Auch wenn der Bund im vergangenen Jahr Rekordsummen in die Schienen-Infrastruktur investiert hat – die jährlichen Investitionen in das Schienennetz decken den Gesamtbedarf noch nicht ab. Hier braucht es einen anderen Ansatz, weil Verspätungen und Störungen programmiert sind, wenn besonders erneuerungsbedürftige Anlagen nicht schnell ausgetauscht werden können oder Ausbau-Maßnahmen wegen fehlender Mittel auf die lange Bank geschoben werden müssen.“ Laut Flege führe kein Weg daran vorbei, dass der Bund seine Investitionen auf hohem Niveau verstetigt. So sollte der Bund nun schnell den im Koalitionsvertrag angekündigten Eisenbahn-Infrastrukturfonds zusammen mit dem ebenfalls im Koalitionsvertrag angekündigten Infraplan umsetzen, weil so Planbarkeit und Verlässlichkeit in die Finanzen und dann auch zurück zu den Güterkunden und Fahrgästen auf die Schiene kommen.

Über den InfraGO-Zustandsbericht

Mit dem InfraGO-Zustandsbericht wurde 2021 eine transparente Methodik der Berichterstattung und Steuerung eingeführt. Der Bericht bildet den Zustand der Infrastruktur-Anlagen umfassend und gewerkeübergreifend vergleichbar ab. Er dient der DB InfraGO als zentrale Grundlage, um den Bedarf bei Instandhaltung und Erneuerung zu bestimmen und diese zu steuern. Parallel wird jährlich der Infrastrukturzustands- und Entwicklungsbericht (IZB) erstellt. Mit dem IZB weist die DB InfraGO den vertragsgemäßen Einsatz der Mittel nach, die über die Leistungs- und Finanzierungs-Vereinbarung (LuFV) vom Bund zur Verfügung gestellt werden. Qualitätskennzahlen aus dem IZB fließen in die Berechnung der Netzzustandsnote im InfraGO-Zustandsbericht ein. Damit ist eine neutrale Analyse des Zustands des Netzes gewährleistet.

Text: DB AG/APS/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Daniel Karmann

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