
In partnerschaftlicher Zusammenarbeit treiben die Politik, die Kommunen, der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und die DB InfraGO AG auf der Strecke Münster – Rehda-Wiedenbrück im Abschnitt Telgte – Warendorf den Umbau der Bahnübergänge voran. Auf dem knapp 15 km langen Teilstück sollen insgesamt 30 Übergänge zurück- bzw. umgebaut werden. Auf der RB 67 („Der Warendorfer“) von Münster über Warendorf und Rehda-Wiedenbrück nach Bielefeld fährt die eurobahn mit Talent-Dieseltriebzügen täglich im Stundentakt.
Baustart soll noch 2026 erfolgen
Gemeinsam mit den Kommunen klärt die DB InfraGO derzeit die erforderlichen Mittel für das Infrastruktur-Projekt. Aufgrund der Relevanz des Vorhabens für die Region – die eingleisige Nebenbahn soll in die geplante S-Bahn Münsterland integriert werden –, hat die Bahntochter die Planungen für die notwendigen Maßnahmen an den Bahnübergängen parallel vorangetrieben. So haben die Fachleute bereits für sechs von insgesamt neun Abschnitten die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eingereicht. Das EBA prüft die Unterlagen und erteilt im Nachgang den Planfeststellungbeschluss. Erst dann erhält die DB das Baurecht und kann die nächsten Schritte umsetzen.
Für drei Abschnitte auf dem Gebiet der Stadt Telgte liegt das Baurecht für insgesamt elf Bahnübergänge bereits vor. Der Baustart für den ersten Abschnitt ist nach aktuellem Stand für 2026 vorgesehen. Für die drei verbliebenen Planungsabschnitte erarbeitet das Projektteam derzeit mit den Kommunen die nötigen Planunterlagen zur Einreichung beim EBA. Gemeinsames Ziel ist es, sukzessive das Baurecht für alle Abschnitte zu erhalten und den Rückbau der Bahnübergänge schnellstmöglich umzusetzen.
Zum Projekt
Auf dem Abschnitt Telgte – Warendorf befinden sich 30 nicht technisch gesicherte Bahnübergänge. Sie alle sollen in Zukunft beseitigt werden: In Zusammenarbeit mit den Kommunen und Projektbeteiligten werden die Bahnübergänge zurückgebaut bzw. teilweise durch Ersatzwege oder Übergänge mit neuen Sicherungsanlagen für Schiene und Straße ersetzt. Anschließend kann die Geschwindigkeit auf der Strecke erhöht werden: Derzeit benötigen die Triebzüge der eurobahn für das knapp 15 km lange Teilstück mit einem Zwischenhalt noch knapp 20 Minuten.
Allgemein
Bahnübergänge sind eine Gemeinschaftsaufgabe von Bahn, Bund und Eigentümern der Straße, da sie Schiene und Straße gleichermaßen berühren. In den vergangenen Jahren wurden deutschlandweit bereits zahlreiche Bahnübergänge beseitigt – seit 1950 konnte die Anzahl der Kreuzungen von Schiene und Straße mehr als halbiert werden. 2023 waren es noch 15.820 Anlagen. Dies ist die niedrigste Zahl in der Geschichte der Deutschen Bahn (DB AG). Mit Bund und Eigentümern der Straße arbeitet die DB an der weiteren Reduzierung der Bahnübergänge.
Text: DB AG/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben


