
Der Regionalexpress (RE) ist eine Zuggattung, die Mitte der 1990er Jahre aus den früheren Eilzügen der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Bahn (DB AG) hervorgegangen ist. Von der Regionalbahn (RB) unterscheidet er sich durch größere Halteabstände, eine höhere Reisegeschwindigkeit sowie längere Laufwege. Deutschlands schnellste RE fahren in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen.
MNE: Täglich mehr als 4000 Fahrgäste
Bereits seit Ende 2006 ist der München-Nürnberg-Express (MNE) unterwegs, der den Weg über die ebenfalls Ende 2006 eröffnete Schnellfahrstrecke (SFS) Ingolstadt – Nürnberg nimmt. Zunächst kamen hier IC-Wendezüge in den Farben von DB Regio zum Einsatz, die von Lokomotiven der Baureihe 101 gezogen bzw. geschoben wurden und eine Geschwindigkeit von 200 km/h erreichten. Ende 2020 haben neue Wendezüge des Herstellers Škoda mit Loks der Baureihe 102 den Betrieb übernommen, die „nur noch“ 190 km/h schnell sind. Trotz diverser Zwischenhalte, unter anderem an den neuen Stationen Kinding (Altmühltal) und Allersberg (Rothsee) im Verlauf der SFS, wird die rund 170 km lange Distanz zwischen Nürnberg und München in einer Stunde und 49 Minuten zurückgelegt. Gefahren wird im Ein- bis Zweistundentakt. Der Erfolg gibt dem mittlerweile als RE 1 bezeichneten MNE-Angebot recht: Täglich nutzen mehr als 4000 Fahrgäste die Züge. Da die Škoda-Einheiten recht störanfällig sind, sollen sie Ende 2028 von neuen Desiro-HC-Doppelstock-Triebzügen von Siemens Mobility abgelöst werden, die ebenfalls 190 km/h schnell sind.
RE 200: Mit 200 km/h über die Schwäbische Alb
Ende 2022 verlor der München-Nürnberg-Express seinen Titel als schnellster RE Deutschlands an den RE 200: Dieser Zug fährt über die ebenfalls Ende 2022 eröffnete Schnellfahrstrecke Ulm – Wendlingen (Neckar), die voraussichtlich ab 2027 bis nach Stuttgart (Tiefbahnhof) verlängert werden soll. Auf der SFS erreicht der RE ebenfalls 200 km/h, zum Einsatz kommen drei ältere IC-Garnituren, die zuvor auf dem MNE fuhren. Befördert werden sie von Vectron-Loks der Baureihe 193, die mit dem auf der SFS genutzten European Train Control System (ETCS) ausgerüstet sind. Täglich wird im Stundentakt gefahren. Die Reise zwischen Ulm und Wendlingen dauert nur knapp 30 Minuten. Merklingen auf der Schwäbischen Alb, bisher eher abseits gelegen und ohne Bahnanschluss, wird damit zum Vorort von Ulm: Die Fahrzeit in die Münsterstadt beträgt nur 12 Minuten. Nach Weiterführung der SFS bis Stuttgart soll der RE 200 durch den RE 1 von Friedrichshafen über Ulm und Stuttgart nach Karlsruhe ersetzt werden. Dann werden auch die ehemaligen IC-Züge von (langsameren) Elektrotriebzügen abgelöst.
FTX: Schnellster länderverbindender RE Deutschlands
Ebenfalls mit 190 km/h ist schließlich der Franken-Thüringen-Express (FTX) zwischen Nürnberg und Erfurt unterwegs. Unter dem Namen FTX sind fünf RE- und RB-Linien zusammengefasst, die Nürnberg mit Bamberg, Würzburg, Coburg, Sonneberg, Lichtenfels und Saalfeld verbinden. Starzug des von DB Regio betriebenen Netzes ist der RE 29, der fünfmal täglich zwischen Nürnberg und Erfurt verkehrt und ab Coburg den Weg über die 2017 eröffnete Schnellfahrstrecke Nürnberg – Erfurt nimmt. Seit Juni 2024 kommen hier acht sechsteilige Siemens Desiro HC der Baureihe 462 zum Einsatz. Die Doppeldecker bieten 634 Sitzplätze, sind druckertüchtigt und mit ETCS ausgestattet. Für die Fahrt von der Frankenmetropole in die Landeshauptstadt Thüringens benötigen sie nur eine Stunde und 52 Minuten – der RE 29 ist damit der schnellste länderverbindende Regionalzug Deutschlands. Auch hier wird das Angebot von seinem Erfolg überrannt – nicht nur freitags und sonntags werden in den Doppeldeckern die Sitzplätze knapp …
Text: Regionalverkehr, Bild: Deutsche Bahn AG/Uwe Miethe


