
Mit 50 m Länge stellen die neuen Urbanliner die bisherigen Berliner Trams deutlich in den Schatten. Ihr erstes Einsatzgebiet ist folgerichtig die M4 Falckenberg / Zingster Straße – Prerower Platz – S Greifswalder Straße – S+U Alexanderplatz – S Hackescher Markt, die seit Jahren zu den meistgenutzten Linien im Berliner Tramnetz zählt.
Eine neue Dimension im Berliner Straßenverkehr
Schon bei der offiziellen Premierenfahrt, die im BVG-Betriebshof Weißensee begann, waren die Fahrgäste eingeladen, das neue Platz-Angebot mitzuerleben. Vor der offiziellen Übergabe in den Fahrgastbetrieb mussten im Rahmen der Zulassung noch geringe Anpassungen an der Infrastruktur im Bereich Alexanderplatz erfolgen: Dort wurden nach statischen Nachberechnungen zwei zusätzliche Stützen im U-Bahn-Tunnel eingebaut, um auch ein höheres rechnerisches Belastungs-Szenario zusätzlich abzusichern. Alle angekündigten Maßnahmen wurden schnell und erfolgreich umgesetzt. BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk sagte am Premierentag: „Jetzt sind alle Voraussetzungen geschaffen, um eine neue Dimension in den Berliner Straßenverkehr zu bringen. Mit diesen Neuwagen stellen wir nach der U-Bahn- auch die Straßenbahn-Flotte für die nächsten Jahrzehnte leistungsfähig auf. Der Urbanliner ist ein weiteres sichtbares Zeichen dafür, dass wir konsequent in moderne Fahrzeuge, leistungsfähige Infrastruktur für Berlin investieren.“
65 Urbanliner bis 2030
Parallel zu den ersten Fahrgasteinsätzen starten nun die weiteren Lieferungen der Urbanliner vom Hersteller Alstom. Noch in diesem Jahr soll die Flotte auf rund 15 Fahrzeuge anwachsen und sich bis voraussichtlich 2028 nochmals verdoppeln. Der Rest der aktuell bestellten 65 Urbanliner folgt dann voraussichtlich bis 2030. Wie üblich erfolgt die Zulassung linienbezogen – aktuell sind die neuen Bahnen nur für die M4 zugelassen, weitere Verbindungen sollen folgen.
Zahlreiche Extras für die Fahrgäste
Die neuen Straßenbahnen bieten Platz für mehr als 300 Fahrgäste. Sie ersetzen auf der M4 die zu Doppelzügen gekuppelten Bahnen des Typs GT6, die nach und nach ausgemustert werden. In den neuen Straßenbahnen können die Fahrgäste eine ganze Reihe von Extras genießen: Im Innenraum sorgt ein neues Beleuchtungskonzept für Wohlbehagen und wechselt abhängig von Tages- und Jahreszeit die Lichttemperaturen zwischen Kalt- und Warmweiß, an den Türen signalisieren grüne und rote LED-Streifen, wann Fahrgäste einsteigen können und wann sie zurückbleiben sollen, und die neue Fahrwerks-Konstruktion erhöht die Laufruhe merklich und reduziert Erschütterungen. „Die BVG macht die Hauptstadt für Millionen von Menschen erlebbar und lebenswert. Wir bei Alstom sind stolz, dass die neuen Urbanliner jetzt eine zentrale Rolle dabei spielen“, sagte Christoph Klaes, Vertriebsleiter für Zentral- und Nordeuropa bei Alstom.
Große Barrierefreiheit
Auch das Thema Barrierefreiheit spielte bei der Entwicklung des Urbanliner eine große Rolle. Große Mehrzweck-Abteile bieten Platz für Fahrgäste mit Rollstuhl oder Rollator. Komfortsitze mit einer Höhe von 51 cm stehen für mobilitätseingeschränkte Menschen zur Verfügung, besonders niedrige Sitze (40 cm) für kleine und kleinwüchsige Menschen. Haltestangen mit „Golfballstruktur“ an den Türen verbessern die Orientierung von Blinden und Sehbehinderten. Und eine zusätzliche Spaltüberbrückung erleichtert den barrierefreien Einstieg nun auch an Haltestellen mit linksseitigem Einstieg.
Text: BVG/red, Bild: BVG, Andreas Süß


