
Der Freistaat Bayern und die Deutsche Bahn (DB AG) haben am 27. Februar 2026 einen Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für die Elektrifizierung zwischen Ebersberg und Wasserburg unterzeichnet. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte: „Hierdurch kann der bisherige Dieselbetrieb beendet werden. Nach der Elektrifizierung sollen nur noch Züge eingesetzt werden, die leiser und schneller sind als die heutigen Dieselfahrzeuge.“
Mit der S-Bahn bis an den Inn
Die eingleisige Nebenbahn von Grafing nach Wasserburg wurde in zwei Abschnitten zwischen 1899 und 1902 eröffnet. Sie zweigt in Grafing Bahnhof von der Hauptbahn München – Rosenheim ab und führt über Ebersberg (Oberbayern) und Steinhöring nach Wasserburg (Inn) Bahnhof. Auf den ersten 6 km zwischen Grafing Bahnhof und Ebersberg ist die Strecke bereits seit 1969 elektrifiziert: Hier fahren heute die S-Bahn-Linien S 4 (Geltendorf – München Hbf – Ebersberg) und S 6 (Tutzing – München Hbf – Ebersberg). Zwischen Ebersberg und Wasserburg pendeln derzeit Dieseltriebzüge der DB-Tochter Südostbayernbahn (SOB), die zu den Hauptverkehrszeiten bis/ab München durchgebunden sind. Nun soll auch der rund 18 km lange Streckenabschnitt von Ebersberg bis Wasserburg mit einer Oberleitung versehen werden: Hierfür investiert der Freistaat mehr als 7 Mio. Euro, die übrigen Kosten werden vom Bund getragen. Künftig sollen die S-Bahnen weiter bis nach Wasserburg verkehren.
Die Planungen für das Projekt hatten sich aufgrund eines Kiebitzbrut-Vorkommens verzögert. Eine neue Kartierung wurde 2025 vorgestellt, in der kein Kiebitzbrut-Vorkommen mehr festgestellt wurde. Jetzt kann das Planfeststellungsverfahren starten. Sobald dieses abgeschlossen ist und bestandskräftiges Baurecht vorliegt, kann die DB AG mit den Bauarbeiten beginnen.
Weitere Ausbauten
Auf der Strecke von Grafing bis Wasserburg soll darüber hinaus in einem weiteren Ausbauschritt die Infrastruktur weiter ausgebaut werden. Dazu gehört unter anderem ein neuer Bahnhalt Ebersberg Süd. Außerdem soll die Strecke beschleunigt und sowohl zwischen Grafing Bahnhof und Grafing Stadt als auch zwischen Ebersberg Süd und Ebersberg zweigleisig ausgebaut werden.
Vorteile bringt die Elektrifizierung bis Wasserburg auch für den Linienstern Mühldorf, dessen Strecken von der SOB bedient werden. Mittelfristig sollen alle Dieselzüge durch lokal emissionsfrei fahrende Triebzüge ersetzt werden. In Wasserburg trifft die Nebenbahn aus Grafing auf die 60 km langen Strecke Mühldorf (Oberbayern) – Rosenheim, wo künftig Akkuzüge zum Einsatz kommen sollen. Diese könnten beim Zwischenhalt in Wasserburg ihre Batterien unter der Oberleitung nachladen.
Text: StMB/red, Bild: Regionalverkehr



