
Mehr Verbindungen, moderne Züge und ein konsequent ausgebauter Service haben dazu geführt, dass sich die Fahrgastzahlen seit 2016 nahezu verdoppelt haben. Das Elektronetz verbindet dabei mehrere Verkehrsverbünde – neben dem VMS auch den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), den Verkehrsverbund Vogtland (VVV) sowie den Verkehrsverbund Berlin‑Brandenburg (VBB). Über 10,5 Mio. Fahrgäste nutzten im Jahr 2024 die Züge im EMS-Netz – so viele wie nie zuvor. Auch 2025 blieb das hohe Niveau trotz umfangreicher Bauarbeiten im Netz mit rund 9,6 Mio. Reisenden bestehen. Für das laufende Jahr wird erneut mit einem starken Fahrgastaufkommen gerechnet.
Start mit Signalwirkung
Mit dem Betriebsstart am 12. Juni 2016 wurde das Elektronetz Mittelsachsen grundlegend neu aufgestellt. Es umfasst die Sachsen‑Franken‑Magistrale Dresden – Chemnitz – Zwickau – Plauen – Hof sowie die Verbindung Chemnitz – Elsterwerda, auf denen die Linien RE 3, RB 30 und RB 45 verkehren. Erstmals kam in Ostdeutschland ein kommunales Fahrzeugpool-Modell zum Einsatz: Im EMS wurden die Fahrzeuge nicht vom Verkehrsunternehmen selbst beschafft, sondern durch den VMS mit Unterstützung des Freistaats Sachsen finanziert und bereitgestellt. Auf dieser Grundlage konnten 29 Elektrotriebzüge vom Typ Alstom Coradia Continental in den Betrieb gehen. Eingesetzt werden die silberfarben lackierten Züge von der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB), eine Marke der Transdev-Gruppe. Durch neue attraktive Tarifangebote wie das „Guten-Tag-Ticket“, das Tourenticket und das Best-Preis-Ticket konnte die Attraktivität des Netzes auch über Verbundgrenzen weiter erhöht werden.
Verlässliches Angebot und hohe Qualität
Heute profitieren Fahrgäste von einem weitgehend durchgängigen Stundentakt auf zentralen Strecken sowie abgestimmten Wochenend- und Feiertagskonzepten. Auch bei der Qualität setzt das Elektronetz Maßstäbe: Über die vergangenen Jahre hinweg wurde eine durchschnittliche Pünktlichkeit von über 92 % erreicht – damit liegt das EMS im bundesweiten Vergleich aus einem hohen Niveau. Trotz wachsender Herausforderungen durch Baustellen im Netz steht das Elektronetz somit für ein besonders verlässliches und kundenorientiertes Mobilitätsangebot. Eine serviceorientierte Kundenbetreuung in den Zügen, persönliche Beratung in den Kundencentern in Chemnitz, Zwickau, Glauchau und Döbeln sowie kontinuierlich ausgebaute Echtzeit-Informationen tragen zusätzlich zur hohen Qualität des Angebots bei. „Das Elektronetz Mittelsachsen steht für einen modernen, zuverlässigen und kundenorientierten Nahverkehr. Die positive Entwicklung der Fahrgastzahlen zeigt, dass wir gemeinsam mit der MRB die richtigen Impulse gesetzt haben,“ sagt VMS-Geschäftsführer Mathias Korda.
Krisen gemeistert, Zukunft gestaltet
Die Corona-Pandemie stellte auch das Elektronetz vor große Herausforderungen. Nach einem deutlichen Rückgang der Fahrgastzahlen gelang es jedoch, das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen und die Nutzung nachhaltig zu steigern. In den vergangenen Jahren wurden wichtige Zukunftsthemen vorangetrieben, darunter Einführung und Ausbau digitaler Ticketangebote (zum Beispiel das Deutschland-Ticket), die Modernisierung der Vertriebssysteme sowie die Weiterentwicklung von Echtzeit-Informationen. MRB-Geschäftsführer Jan Kleinwechter erläutert: „Die Entwicklung der letzten zehn Jahre zeigt, wie stark sich das EMS-Netz etabliert hat. Besonders erfreulich ist das kontinuierliche Wachstum der Nachfrage – ein klares Zeichen für die Attraktivität unseres Angebots.“
Starker Partner für Region und Großereignisse
Auch bei besonderen Anlässen haben sich MRB und die eingesetzten Elektrozüge als leistungsfähiges Rückgrat der Mobilität bewährt. Bereits 2019 setzte das Unternehmen mit einem Sonderzug zur Unterstützung der Bewerbung von Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas ein sichtbares Zeichen für die Verbindung von Mobilität und regionaler Entwicklung. Im Kulturhauptstadtjahr 2025 selbst trug das Netz maßgeblich zur erfolgreichen Bewältigung zusätzlicher Verkehrsbedarfe bei. Sonderverkehre, hohe Kapazitäten und internationale Verbindungen – etwa durch den Nachtzugverkehr Snälltåget – stärkten die Region zusätzlich. Darüber hinaus unterstreichen zahlreiche Sonderaktionen und Kooperationen die enge Verankerung des Elektronetzes in der Region. Beispiele sind der „Silbermann Soundtrain“ (2023), bei dem Orgelklang und Regiobahn zu einem besonderen Kulturerlebnis verbunden wurden, sowie der Sonderzug „Demokratie erfahren“ (2024) auf der Strecke Plauen – Leipzig, der gesellschaftspolitische Bildung und Mobilität miteinander verknüpfte.
Menschen machen Mobilität
Hinter dem Erfolg der MRB stehen engagierte Mitarbeitende: Heute beschäftigt das Unternehmen an seinen Standorten in Chemnitz und Leipzig über 400 Mitarbeitende. Auszeichnungen wie der Titel „Eisenbahnerin mit Herz“ für eine MRB-Mitarbeiterin im Jahr 2026 unterstreichen die hohe Servicequalität.
Blick nach vorn
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens richten VMS und MRB den Blick in die Zukunft. Ziel bleibt es, das Angebot weiter zu verbessern, die Digitalisierung voranzutreiben und den SPNV als klimafreundliche Alternative zu stärken – trotz wachsender Herausforderungen, unter anderem durch Baustellen infolge der notwendigen Modernisierung der Schienen-Infrastruktur sowie durch die angespannte Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs. Das Jubiläum wurde am 12. Juni 2026 mit einem kleinen Fest im Chemnitzer Hauptbahnhof und mit Überraschungen für die Fahrgäste in den Zügen gefeiert.
Text: MRB/red, Bild: Regionalverkehr


