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Mobilität, Technik

„Eurocaravaggio“ im RRX-Teilnetz B

DB Regio und die WestfalenBahn sollen den Zuschlag für fünf nachfragestarke RE-Linien im Rhein-Ruhr-Express-Netz (RRX) erhalten. Teilweise kommen ganz neue Fahrzeugtypen zum Einsatz.

22. Oktober 2026

Zwei Triebzüge stehen nebeneinander.
DB Regio wird für seine drei Linien im RRX-Netz – und damit erstmals in Deutschland – elektrische Doppelstock-Triebzüge des Typs Eurocaravaggio von Hitachi beschaffen.
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Die Aufgabenträger Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), go.Rheinland, Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) haben eine Vergabe-Entscheidung für das Teilnetz B des Rhein-Ruhr-Express (RRX) getroffen: Am 21. Oktober 2026 verkündete der VRR, dass die Leistungen an die DB Regio und die WestfalenBahn gehen sollen. Der finale Zuschlag kann frühestens nach Ablauf der gesetzlichen Wartefrist von zehn Kalendertagen erteilt werden.

Los 1 mit drei Linien geht an DB Regio

Das RRX-Teilnetz B umfasst fünf Regionalexpress-Linien (RE) mit einem Gesamtvolumen von über 10 Mio. Zug-km pro Jahr. Die Linien werden in zwei Losen vergeben. Das Los 1 umfasst die Verbindungen Düsseldorf – Essen – Münster – Osnabrück (RE 2), Düsseldorf – Gelsenkirchen – Dortmund – Hamm (RE 3) und Essen – Münster (RE 45), die künftig von der DB Regio AG befahren werden. Für den Betrieb wird die Bahntochter 34 vierteilige Elektrotriebzüge vom Typ Eurocaravaggio des japanischen Herstellers Hitachi beschaffen. Die doppelstöckigen Einheiten werden von Hitachi Rail Italia in Reggio di Calabria und Neapel gefertigt. Die nach dem berühmten italienischen Barockmaler Michelangelo Merisi da Caravaggio benannten Züge sind in unterschiedlichen Ausführungen bereits in mehreren Regionen Italiens im Einsatz. Die Einheiten für den RRX werden über 370 Sitzplätze verfügen. Auf den Linien RE 2 und RE 3 werden sie überwiegend in Doppeltraktion verkehren und somit deutlich mehr Sitzplätze bieten als bisher. Während der Vertragslaufzeit ist in Abhängigkeit des RRX-Ausbaus vorgesehen, den RE 3 über Düsseldorf hinaus bis zum Köln/Bonner Flughafen zu verlängern. Beim neuen RE 45 handelt es sich um die nur zwischen Essen und Münster verkehrenden Fahrten der heutigen Linie RE 42.

Los 2 mit zwei Linien für die WestfalenBahn

Das Los 2 mit den Linien Krefeld – Köln – Wuppertal – Hagen – Hamm – Münster – Rheine (RE 7) und Mönchengladbach – Krefeld – Essen – Münster (RE 42) soll künftig von der WfB Regionalverkehr GmbH & Co. KG (WestfalenBahn) betrieben werden. Dafür beschafft das Tochterunternehmen der BeNEX GmbH, eine Beteiligungs-Gesellschaft für Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) mit Sitz in Hamburg, 16 sechsteilige Elektrotriebzüge des Typs KISS MIX von Stadler mit jeweils 630 Sitzplätzen. Auch auf diesen stark nachgefragten Linien werden künftig deutlich mehr Sitzplätze angeboten. 

Laufzeit der Verkehrsverträge bis Ende 2046

Die Linien RE 2, RE 42 und RE 45 nehmen im Dezember 2031 den Betrieb auf. Die Betriebsaufnahme der Linien RE 3 und RE 7 ist für Dezember 2032 vorgesehen. Die beiden Verkehrsverträge haben jeweils eine Laufzeit bis Dezember 2046. Die fünf Linien des RRX-Teilnetzes B decken sich teilweise mit dem heutigen, aus sieben Linien bestehenden RRX-Netz, das von National Express (NX) befahren wird. So bedient NX derzeit den RE 7, eingesetzt werden erst wenige Jahre alte Siemens Desiro HC-Triebzüge.

Fahrzeug-Finanzierung und Ersatzteil-Versorgung

Die insgesamt 50 Neufahrzeuge werden von den EVU ausgewählt sowie beschafft und von den nordrhein-westfälischen Aufgabenträgern finanziert. Sie gehen somit auch in das Eigentum der Aufgabenträger über und sind für einen Einsatz von 30 Jahren auf den Linien vorgesehen. Zur Finanzierung der Fahrzeuge werden Darlehensverträge zu günstigen Kommunalkredit-Konditionen abgeschlossen. Erstmals haben die Aufgabenträger einen „Ersatzteil-Versorgungs- und Technischer-Support-Vertrag“ vorgegeben, der zwischen den EVU und den Fahrzeug-Herstellern geschlossen wird. Der Vertrag soll die Ersatzteil-Versorgung für die Fahrzeuge über den Lebenszyklus sicherstellen und den Fahrzeug-Hersteller in Schulungen sowie Instandhaltungsprozesse einbinden. Somit soll eine bestmögliche Verfügbarkeit der Fahrzeuge ermöglicht werden.

Weiterentwickeltes Vergabeverfahren

Die Aufgabenträger haben nach einer vorherigen Markterkundung sowie im Verhandlungsverfahren ihre Vergabe-Unterlagen so weiterentwickelt, dass die Qualität bei Fahrzeugen und im Betrieb weiter erhöht, die Kalkulationsrisiken minimiert und der Gestaltungs-Spielraum der EVU gewahrt bleiben. So konnten – sowohl bei den EVU als auch bei den Fahrzeug-Herstellern – eine hohe Anzahl an Verfahrensbeteiligten gewonnen und bei hoher Qualität wirtschaftliche Ergebnisse erzielt werden.

Text: VRR/red, Bild: Hitachi Rail

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