
FAIRTIQ erhält gemeinsam mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und IDZK (Integrierter Verkehr der Region Zlín, Tschechien) eine Förderung im Rahmen des „EIT Urban Mobility Strategic Innovation Open Call 2026“ für BIBO Next. Das zweijährige Projekt, das von September 2026 bis August 2028 läuft, wird die nächste Generation des nahtlosen Ticketings auf Basis von Be-In/Be-Out (BIBO) weiterentwickeln und validieren. Ziel ist es, die Technologie für den kommerziellen Einsatz in ganz Europa vorzubereiten und eine skalierbare, nachhaltige und nutzerorientierte Lösung für den ÖPNV zu schaffen.
BIBO auf dem Weg zur nächsten Generation
BIBO Next baut auf der Einfachheit von Mobile Pay-As-You-Go auf und geht einen entscheidenden Schritt weiter: Fahrgäste müssen während ihrer Fahrt nicht mehr aktiv mit ihrem Smartphone interagieren. Im Rahmen des Projekts wird ein BIBO-Nutzungserlebnis entwickelt und validiert, das Fahrten automatisch erkennt und den richtigen Preis berechnet. Gleichzeitig wird untersucht, wie zuverlässig die Technologie unter unterschiedlichen betrieblichen und regulatorischen Bedingungen sowie für verschiedene Fahrgastgruppen im europäischen ÖPNV funktioniert. Die Vision: Ticketing soll im Hintergrund verschwinden und damit eine weitere Hürde zwischen Fahrgästen und dem ÖPNV beseitigen. Besonders für Vielfahrende wird das Reisen dadurch einfacher. Gleichzeitig profitieren alle – darunter Gelegenheits-Fahrende, Tourist, Familien, ältere Fahrgäste und Personen mit eingeschränkter Mobilität – von dem Komfort und der Sicherheit, die man sonst mit einem ÖPNV-Abo verbindet. Für Verkehrsunternehmen und -verbünde bietet BIBO zudem das Potenzial, Fahrten ohne gültige Fahrkarte und vergessene Check-ins zu reduzieren, betriebliche Abläufe zu vereinfachen und ein noch nahtloseres Kundenerlebnis zu ermöglichen.
Von Schweizer Technologie-Entwicklung zum Einsatz in Europa
BIBO Next baut auf der laufenden Weiterentwicklung der Be-In/Be-Out-Kerntechnologie von FAIRTIQ in der Schweiz auf. Diese wird derzeit im Rahmen des FAIRTIQ-GO-Piloten gemeinsam mit zehn Schweizer ÖV-Partnern erprobt. Während die Aktivitäten in der Schweiz auf die zugrunde liegende Technologie fokussieren, bereitet BIBO Next die Lösung auf einen breiteren Einsatz in Europa vor. Dazu wird sie an unterschiedliche betriebliche Rahmenbedingungen angepasst und weiter optimiert – ohne dass zusätzliche Hardware in den Fahrzeugen erforderlich ist. Neben der technischen Validierung stärkt das Projekt auch die Marktreife: durch Nutzerforschung, eine verbesserte Partnerintegration über das BIBO-Software-Development-Kit (SDK) sowie die Untersuchung unterschiedlicher Erwartungen der Fahrgäste an Datenschutz und Barrierefreiheit.
Praxistests in Deutschland und Tschechien
BIBO Next wird in zwei sich ergänzenden Pilotregionen validiert: im Rhein-Main-Gebiet mit dem RMV und in der Region Zlín mit IDZK. Gemeinsam untersuchen die Projektpartner die technische Leistungsfähigkeit, die Akzeptanz bei Fahrgästen und die betriebliche Umsetzbarkeit in unterschiedlichen Verkehrssystemen und für verschiedene Nutzendengruppen. Die Erprobung in zwei europäischen Märkten mit unterschiedlichen Strukturen und regulatorischen Rahmenbedingungen soll dem Konsortium zeigen, wie BIBO optimal an verschiedene Anforderungen angepasst werden kann. Dabei untersuchen die Pilotprojekte auch die Erwartungen der Nutzenden an Datenschutz und Vertrauen. So soll sichergestellt werden, dass die Technologie den Bedürfnissen von Fahrgästen, Verkehrsunternehmen und -verbünden in ganz Europa gerecht wird.
BIBO auf dem Weg in den europäischen Markt
BIBO Next soll die BIBO-Technologie gezielt in Richtung kommerzieller Einsatz führen. FAIRTIQ strebt gemeinsam mit EIT die erste kommerzielle Implementierung noch während der Projektlaufzeit an. Die Einbindung in das EIT-Urban-Mobility-Ökosystem unterstützt dieses Ziel, indem sie die Projektpartner mit Städten und Verkehrsunternehmen in ganz Europa vernetzt. Indem BIBO Next den Zugang zum ÖPNV vereinfacht, trägt das Projekt zur Mission von EIT Urban Mobility für eine nachhaltige Mobilität bei. Die Lösung senkt insbesondere für Gelegenheitsfahrende und Personen mit eingeschränkter Mobilität die Zugangshürden und unterstützt damit das europäische Ziel eines stärker nutzerorientierten öffentlichen Verkehrs. FAIRTIQ, stellt BIBO Next auch auf der InnoTrans 2026 in Berlin vor.
Text: FAIRTIQ/red, Bild: Regionalverkehr



