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Mobilität, Technik

Frankfurt (Main): Der T-Wagen ist zurück

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF) setzt ihren T-Wagen wieder im Fahrgastbetrieb ein. Zuvor war die neue Straßenbahn beim Hersteller Alstom grundlegend überholt worden.

26. August 2026

Eine Straßenbahn steht unter Bäumen auf einem Gleis.
Einer der neuen T-Wagen kurz nach der ersten Ablieferung im Jahr 2023 in Frankfurt (Main).
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Die neue Straßenbahn des Typs T („T-Wagen“) fährt wieder durch Frankfurt (Main): Seit dem 17. August 2026 ist das Fahrzeug mit der Nummer 320 erneut im Fahrgastbetrieb unterwegs, zunächst auf den Linien 16, 17 und 18. Die Einheit war seit Sommer 2025 beim Hersteller Alstom in Barcelona umfangreichen Tests unterzogen worden und erhielt Mitte August die Zulassung. 

Entwicklung dauert länger als geplant

Die Entwicklung des T-Wagens bis zur Einsatzreife hat eine längere Vorgeschichte. Einen ersten Wagen der neuen Baureihe hatte die VGF im Dezember 2022 vorgestellt, doch die bis November 2024 gelieferten 14 Fahrzeuge erfüllten nicht die vertraglichen Anforderungen und mussten deshalb – nach Rücklieferung im Frühjahr 2025 – durch den Hersteller Alstom nachgebessert werden. Das betraf eine Reihe technischer Funktionen, die im Fahrbetrieb zu wiederholten Fahrzeug-Störungen führten, zum Beispiel bei den Türen, bei der Fahrzeug-Software und bei der Bedienung durch das Fahrpersonal. Nachdem der gewünschte Auslieferungszustand und die geforderte Qualität zwischen dem Hersteller und der VGF abgestimmt sind, wird Alstom die Serienlieferung wieder aufnehmen. Basis für die Übernahme weiterer Einheiten sind die am Wagen 320 umgesetzten Verbesserungen. Im Schnitt kommt dann alle zwei Wochen eine neue Bahn, die gesamte Auslieferung erstreckt sich so voraussichtlich bis 2029. Die T-Wagen werden auf Tiefladern von Barcelona nach Frankfurt gebracht, Inbetriebnahme und Betriebsvorbereitung erfolgen in der Zentralwerkstatt der VGF.

Ersatz älterer Bahnen

„Mit Inbetriebnahme der ‚T‘-Wagen ziehen wir ältere Fahrzeuge der Baureihen ‚P‘ vollständig und ‚R‘ teilweise aus dem Verkehr“, sagte VGF-Geschäftsführer Steffen Geers am 18. August 2026. Diese Baureihen verfügen über keine Klimaanlagen und sind teilweise nicht barrierefrei. „Die Fahrgäste erwartet jetzt ein zuverlässiger und top moderner Straßenbahnwagen – mit 56 Sitz- und 135 Stehplätzen, großen Fenstern, vollständig klimatisiert, außerdem 100 % niederflurig und damit barrierefrei“, so Geers.

Kurz- und Langversion

Die VGF hatte 2017 die Beschaffung von zunächst 38 Niederflurbahnen ausgeschrieben, den Auftrag im Lauf der Jahre aber schrittweise erweitert, um Angebotserweiterungen in Form neuer Linien oder engerer Taktfolgen gerecht zu werden. Alstom wird dementsprechend 58 Zweirichtungsbahnen liefern, 24 davon in einer 31,5 m langen Standardvariante (T30) mit 191 Steh- und Sitzplätzen, 34 als 40 m lange Züge (T40) mit 248 Steh- und Sitzplätzen. Die Fahrzeuge bestehen in der Kurzversion aus drei, in der Langversion aus vier Teilen. Sie haben vier bzw. fünf Drehgestelle, von denen zwei bzw. drei angetrieben sind. Für den Antrieb sorgen permanent erregte Synchron-Motoren, die sich durch ihre Energie-Effizienz und eine kompakte Größe auszeichnen. Sie sind außen an den Achsen der Triebdrehgestelle montiert, was wiederum die Instandhaltung vereinfacht.

Komfortable Ausstattung

Obwohl der T-Wagen mit 2,4 m eine für die Frankfurter Straßenbahn normale Breite hat, macht der Innenraum einen geräumigen und übersichtlichen Eindruck. Das bewirken die Faltenbalge zwischen den Fahrzeugteilen, die eine große lichte Weite haben und dadurch einen breiten Durchgang ermöglichen. Große Panoramafenster bieten den Fahrgästen nicht nur eine gute Aussicht, sondern sorgen gemeinsam mit einer LED-Beleuchtung für angenehme Lichtverhältnisse. Erstmals nutzt die VGF eine Ambiente-Beleuchtung: Der Licht-Ton im Innenraum wird abhängig von der Außentemperatur geregelt, was zum Wohlbefinden der Fahrgäste beitragen soll.

Großzügige Mehrzweckflächen gewähren Fahrgästen mit Rollstühlen, Kinderwagen und Fahrrädern ausreichend Platz. Eine vierte Tür pro Seite – in der längeren T40-Variante sind es fünf – dient dem schnelleren Fahrgastwechsel. An drei Türen pro Seite sind sowohl bei der kurzen als auch der langen Version manuell ausklappbare Rampen angebracht. Die T-Wagen verfügen des Weiteren über ein neues Fahrgast-Informationssystem mit zweiteiligen Monitoren sowie 16 USB-Ladestationen im Inneren (beim T40 sind es 18). 

Moderner Arbeitsplatz

Auch das Fahrpersonal der VGF darf sich auf ein neues Fahrzeug mit einem neuen Arbeitsplatz freuen. Die Sitzposition ist in der Fahrerkabine zentral angeordnet und bietet durch die große Frontscheibe eine gute Rundumsicht. Neu sind die Kameras, die die Außenspiegel ersetzen. Mit ihrer Hilfe lässt sich das Fahrzeug von der Kabine aus zum Beispiel beim Fahrgastwechsel an Haltestellen auf ganzer Länge auf zwei Monitoren überblicken. Vor sich hat das Personal ein Display für Statusanzeigen und Fehlermeldungen. Befehle können sie per Touchscreen eingeben. Auf einen vollständigen Übergang zum Touchscreen hat die VDF aber verzichtet, Basisfunktionen wie Tür-Öffnung und -Freigabe erfolgen nach wie vor per Taster. Außerdem verfügen die T-Wagen serienmäßig über das Fahrer-Assistenzsystem, das die Firma Bosch gemeinsam mit der VGF bereits für den R-Wagen entwickelt hat und das dem Fahrpersonal hilft, Hindernisse besser zu erkennen und Unfälle zu vermeiden.

Anpassung der Infrastruktur

Die zuerst zur Auslieferung kommenden T30-Wagen kann die VGF auf allen Linien einsetzen. Die längeren T40er sieht die VGF zunächst auf der stark frequentierten Straßenbahn-Linie 11 vor. An der Haltestelle Ostbahnhof / Sonnemannallee müssen vorab aber noch die Fußgängerfurt und die Ampelanlage angepasst werden. 

Text: VGF/red, Bild: VGF

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