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Infrastruktur

Hamburg – Berlin: Durchgehende Züge erst ab Sommer

Frost und Schnee beeinträchtigten die Sanierung des Bahnkorridors Hamburg – Berlin erheblich: Die Wiedereröffnung erfolgt nun in zwei Schritten und verschiebt sich auf den 15. Mai und 14. Juni 2026.

16. März 2026

Auf einem Plan sind die Strecken zwischen Hamburg, Berlin und Hannover dargestellt.
Ab dem 15. Mai 2026 sollen zwischen Hamburg, Hagenow Land und Schwerin wieder Züge fahren. Zwischen Hagenow Land und Berlin verkehren weiterhin nur Busse.
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Das Konzept für die Inbetriebnahme der Strecke Hamburg – Berlin nach der Korridorsanierung steht: Der Zugverkehr wird in zwei Stufen wieder anlaufen. Mit Betriebsbeginn am 15. Mai 2026 können Züge wieder über den westlichen Streckenabschnitt von Hamburg bis Hagenow Land fahren. Damit ist auch die Voraussetzung geschaffen, dass die Verkehre von Hamburg in Richtung Schwerin und Rostock wieder im gewohnten Fahrplan fahren. Die Wiederinbetriebnahme des östlichen Abschnitts Hagenow Land – Berlin soll am 14. Juni 2026 erfolgen. Ursprünglich sollten die Züge zwischen Hamburg und Berlin bereits am 30. April 2026 wieder fahren.

Schneedecke und Frost bremsen Bauarbeiten aus

„Der außergewöhnlich starke und langwierige Wintereinbruch in Norddeutschland hat unsere eingeplanten Zeitpuffer aufgebraucht“, sagte Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastruktur-Planung und -Projekte der DB InfraGO, am 11. März 2026. Wochenlang anhaltender Frost und eine nahezu durchgängig geschlossene Schneedecke hatten seit Anfang Januar die Bauarbeiten ausgebremst. Mit einsetzendem Tauwetter haben DB InfraGO und Baufirmen das Personal auf der Baustelle verstärkt. Bolte: „Wir haben gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen alles versucht, um die Verzögerungen so gut wie möglich aufzuholen. Das ist uns bedauerlicherweise trotz gewaltiger Anstrengungen aller Beteiligten nicht ganz gelungen.“ In den kommenden Monaten stehen unter anderem noch die Endmontage der Leit- und Sicherungstechnik sowie der Oberleitungen bevor, ein Software-Update im Stellwerk Schwerin sowie umfangreiche Arbeiten an den Bahnhöfen. Mit dem zweistufigen Inbetriebnahme-Konzept soll die Durchführung dringend notwendiger Baumaßnahmen auf angrenzenden Strecken weiterhin möglich bleiben. 

Stufe 1: Zugverkehre ab dem 15. Mai 2026

Auf dem westlichen Streckenabschnitt zwischen Hamburg und Schwerin und weiter nach Rostock und Stralsund sollen die Regionalzüge wieder durchgehend fahren. Für alle weiteren Nahverkehrs-Verbindungen bleibt der Ersatzverkehr mit Bussen bis zum 13. Juni 2026 bestehen. Auch die angepassten Nahverkehrslinien parallel zum Korridor Hamburg – Berlin bleiben bis zur vollständigen Wiederinbetriebnahme erhalten, um beispielsweise weiterhin direkte Fahrten zwischen Schwerin und Berlin (RE 85) anbieten zu können.

Im Fernverkehr ändert sich am aktuell bestehenden Angebot bis einschließlich 13. Juni nichts: Es fahren weiterhin stündlich direkte ICE-Züge sowie täglich zwei bis drei Flixtrains zwischen Hamburg und Berlin auf der Umleitungsstrecke über Uelzen und Stendal. Die ICE halten auch in Salzwedel und Stendal und meist stündlich wechselnd zusätzlich in Lüneburg bzw. Uelzen. Die Fernzüge zwischen Hamburg und der Ostsee verkehren wieder auf dem Regelweg über Schwerin.

Stufe 2: Vollständige Inbetriebnahme ab 14. Juni 2026

Am Morgen des 14. Juni 2026 erfolgt im zweiten Schritt die Inbetriebnahme des gesamten Korridors Hamburg – Berlin. Dann fahren wieder alle Fern-, Regional- und Güterzüge auf ihrem Regelweg. Dabei wird das Angebot für Fahrgäste größer sein als früher – Flixtrain fährt zusätzlich zu den halbstündigen ICE im Zweistundentakt. Die DB InfraGO arbeitet das finale Inbetriebnahme-Konzept nun gemeinsam mit den Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) schnellstmöglich in die Fahrpläne ein. Anschließend werden die Fahrplanauskünfte auf bahn.de und im DB Navigator aktualisiert.

Umfangreiches Bauvolumen

Insgesamt wurden während der Korridorsanierung bereits mehr als 165 km Gleise und fast 250 Weichen erneuert und feste Fahrbahn im Abschnitt zwischen Wittenberge und Dergenthin durch einen Schotteroberbau ersetzt. Sechs neue Überleitstellen schaffen künftig mehr Stabilität und Flexibilität im Betrieb. Zudem erneuert die DB InfraGO die Leit- und Sicherungstechnik, errichtet sechs neue Stellwerke und modernisiert 19 weitere. Damit werden Stellwerke und Achszähltechnik für den künftigen Einsatz des europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS vorbereitet. Zudem werden die 28 Bahnhöfe entlang der Strecke modernisiert und attraktiver gestaltet. Dazu gehören Bahnsteig-Verlängerungen, Bahnsteig-Erhöhungen für einen stufenlosen Einstieg in den Zug, längere Bahnsteigdächer und Wegeleitsysteme für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. 

Qualitätsoffensive Hamburg – Hannover angepasst

Die Qualitätsoffensive zwischen Hamburg und Hannover wird wie geplant am 1. Mai 2026 starten – jedoch mit einem angepassten, stufenweisen Konzept. Diese Anpassung ist nötig, damit weiterhin Fern- und Güterverkehre zwischen Hamburg und Berlin umgeleitet werden können. Für die Arbeiten wird der Streckenabschnitt Celle – Hannover wie vorgesehen am 1. Mai vollständig gesperrt. Auf dem Abschnitt Uelzen – Celle werden bis zum 14. Mai noch Güterzüge, im Abschnitt Lüneburg – Uelzen noch Fern- und Güterzüge verkehren. Vom 14. Juni an wird der gesamte Streckenabschnitt Lüneburg – Hannover für die Qualitätsoffensive gesperrt. Der Umfang der in diesem Konzept durchführbaren Maßnahmen wird dementsprechend geringer sein als geplant. Weitere Details zu den Auswirkungen auf die Qualitätsoffensive Hamburg – Hannover arbeitet die DB InfraGO nun zeitnah gemeinsam mit den beauftragten Baufirmen aus.

Text: Deutsche Bahn AG/red, Grafik: DB AG

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