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Infrastruktur, Mobilität

HHB: Fahrgastzahlen übertreffen Erwartungen

Die am 1. Februar 2026 reaktivierte Hermann-Hesse-Bahn (HHB) Calw – Weil der Stadt hat im ersten Betriebsmonat eindrucksvolle Fahrgastzahlen erzielt und die Nachfrage-Prognosen übertroffen.

20. April 2026

Ein Zug hält an einem Bahnsteig.
Ein Siemens Mireo Plus B auf dem Weg nach Weil der Stadt legt im Kreuzungsbahnhof Ostelsheim einen Zwischenstopp ein.
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Laut ersten Auswertungen wurden im Februar 2026 insgesamt 25.377 Fahrgäste auf der Strecke zwischen Calw, Althengstett, Ostelsheim und Weil der Stadt gezählt – ein starkes Signal für die Attraktivität der reaktivierten Bahnlinie. Bemerkenswert ist dieses Ergebnis vor dem Hintergrund, dass die Bahn derzeit noch nicht unter optimalen Bedingungen betrieben wird: Parallel zur Schiene verkehren weiterhin Buslinien, und die Züge fahren noch im eingeschränkten Takt.  

Gute Nachfrage, auch an Wochenenden

Insbesondere der Eröffnungstag, der 1. Februar 2026, stach heraus: Mit 3490 Fahrgästen an einem einzigen Tag wurde die offizielle Nachfrageprognose von 3000 Fahrgästen um rund 20 % übertroffen. Zu Beginn des Monats sowie an sonnenreichen Wochenendtagen verzeichnete die HHB vereinzelt kleinere Überlastungen, bei denen die Nachfrage die Sitzplatzkapazität überstieg. Helmut Riegger (CDU), Landrat des Landkreises Calw, kommentierte am 15. April 2026: „Schon jetzt, im eingeschränkten Betrieb mit Stundentakt und Parallelbus, übertrifft die Hermann-Hesse-Bahn unsere Erwartungen bei weitem. Das zeigt, dass wir mit der Reaktivierung genau das Richtige getan haben – und es bestärkt uns darin, das Angebot schrittweise weiter auszubauen.“ Bemerkenswert ist, dass diese starke Nachfrage trotz der bestehenden Rahmenbedingungen erzielt wurde: Anfangs fuhr die HHB im Vorlaufbetrieb und bediente die Strecke nur von 5.30 bis 18.30 Uhr im Stundentakt. Hinzu kommt, dass auf der Achse parallel zur Bahn weiterhin die stündlichen Buslinie 670 verkehrt, was die Nachfrage auf der Schiene naturgemäß begrenzt. Frank von Meißner, Geschäftsführer des Zweckverbands Hermann-Hesse-Bahn, sagte: „Die Hermann-Hesse-Bahn hat sich schon in den ersten Wochen als Erfolgsmodell erwiesen.“

Weiteres Wachstumspotenzial

Der Zweckverband HHB arbeitet intensiv daran, das Angebot auf der Strecke sukzessive zu verbessern. So erfolgte zum 12. April 2026 eine Ausweitung der Betriebszeiten sowie eine Anpassung der Taktzeiten. Seither fahren die Züge von 5.30 Uhr morgens bis nach Mitternacht im Stundentakt und bieten damit eine attraktive Alternative zum Auto: Die letzte Abfahrt ab Weil der Stadt in Richtung Calw erfolgt um 00.06 Uhr, während die letzte Rückfahrt ab Calw um 00.34 Uhr startet. Ab Juni ist eine Verdichtung zum 30-Minuten-Takt sowie die Verlängerung der HHB über Weil der Stadt hinaus bis nach Renningen geplant. Dort können die Fahrgäste zur S 60 bequem Richtung Böblingen, aber auch mit verlängerter Umsteigezeit zur S 6 Richtung Stuttgart umsteigen.

Ab Ende Juli 2026 wird dann auch der Busverkehr entlang der HHB komplett umgestaltet, da dann die Bahn dessen Funktion vollständig übernehmen kann. Dann entfallen die Parallelbusse, und stattdessen werden Buszubringer zu diversen Bahnstationen als Rückgrat des ÖPNV in der Region eingerichtet. Landrat Riegger sagte abschließend: „Mit dem Angebotsausbau der Hermann-Hesse-Bahn und der neuen Buszubringer bieten wir einen modernen und leistungsfähigen Nahverkehr, der künftig noch einmal ein ganzes Stück attraktiver wird.“

Text: Zweckverband HHB/red, Bild: Regionalverkehr

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