
Schwerpunkte des Infrastruktur-Programms bilden die Verlängerung der U4 auf die Horner Geest, umfangreiche Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen auf den über 100 Jahre alten Strecken-Abschnitten der U3 rund um Mundsburg sowie ein Großprojekt auf der U1 rund um die Haltestelle Ohlsdorf. Ergänzt werden die Maßnahmen durch den Neubau zentraler Busanlagen, die Fertigstellung des ersten reinen E-Bus-Betriebshofs sowie den Neubau des Bus-Betriebshofs Langenfelde als zentrale Steuerung für den Busbetrieb.
U4-Verlängerung auf die Horner Geest
Die Arbeiten für die Verlängerung der U4 von der Haltestelle Horner Rennbahn auf die Horner Geest liegen weiterhin im Zeit- und Kostenplan. Anfang 2026 starteten die ersten Gleisbauarbeiten, im Frühsommer wird der U-Bahn-Tunnel unter der Manshardtstraße fertiggestellt, und im Herbst soll der Rohbau des Gesamtprojekts – ein rund 2,5 km langer Tunnel mit zwei neuen Haltestellen – abgeschlossen sein. Läuft alles nach Plan, wird die U4 ab Ende 2027 hinter der Haltestelle Horner Rennbahn ausfädeln und über die neue Haltestelle Stoltenstraße bis zum Endpunkt Horner Geest fahren.
Großprojekt „Brücken Mundsburg 2026“
Mit dem Großprojekt „Brücken Mundsburg 2026“ setzt die HOCHBAHN in diesem Jahr unter anderem einen Schwerpunkt auf die Instandsetzung der historischen Ringlinie U3. Die Strecke zwischen den Haltestellen Mundsburg und Barmbek stammt aus den Jahren 1907 bis 1912 und gehört damit zu den ältesten Abschnitten des Hamburger U-Bahn-Netzes. Im Rahmen des Großprojekts werden insgesamt zwölf Brücken instandgesetzt bzw. saniert, darunter acht Stahlbrücken und vier Steinviadukte. Parallel dazu finden auf dem U3-Teilabschnitt zwischen Mundsburg und Barmbek umfangreiche Gleisbauarbeiten statt, bei denen insgesamt 5800 Schwellen vollständig erneuert werden. Zusätzlich werden die Haltestellen Mundsburg, Hamburger Straße und Dehnhaide instandgesetzt.
Der Baustart für das Großprojekt ist für März 2026 vorgesehen. Für die Umsetzung jener Bauarbeiten, die nicht im laufenden Betrieb stattfinden können, ist eine Sperrung des Teilstücks Mundsburg – Barmbek vom 11. Mai bis zum 5. Juli 2026 erforderlich. Die Details zum Ersatzverkehr befinden sich derzeit in der finalen Planung.
Großprojekt „Ohlsdorf 2026“
Auch auf der U1 steht in diesem Jahr ein zentrales Infrastrukturprojekt an. Hier im Fokus: die über 100 Jahre alte U1-Haltestelle Ohlsdorf, deren Bahnsteig komplett abgerissen und neu gebaut wird. Parallel dazu werden die angrenzende Brücke „Alsterdorfer Straße“ erneuert und die Brücke „Alster“ instandgesetzt. Der Baustart ist auch hier für März 2026 geplant. Für die Baumaßnahmen, die nicht im laufenden Betrieb umgesetzt werden können, ist eine Sperrung der U1 zwischen den Haltestellen Lattenkamp und Fuhlsbüttel Nord vom 13. Juli bis zum 14. Oktober 2026 erforderlich, wobei die Haltestelle Ohlsdorf im Anschluss noch bis zum 28. Oktober ohne Halt durchfahren werden muss. Die Hochbahn wird alle Details zum Ersatzverkehr mit Bussen rechtzeitig vorab bekannt geben.
Neue Busanlagen in Rahlstedt und Harburg
Im Sommer 2026 geht die neu gebaute Busanlage Rahlstedt in Betrieb, Ende 2026 soll dann der neue ZOB Harburg folgen. Beide Busanlagen sind auf die künftigen Anforderungen ausgelegt. Sie bieten deutlich mehr Kapazität, um den Busbetrieb effizient abzuwickeln und sie auf die steigenden Fahrgastzahlen der kommenden Jahre vorbereitet. Gleichzeitig setzt die Hochbahn auf Nachhaltigkeit: Beide Anlagen erhalten begrünte Dächer und Photovoltaikanlagen.
Erster reiner E-Bus-Betriebshof in Meiendorf
Im Spätsommer 2026 wird der erste reine E-Bus-Betriebshof in der Meiendorfer Straße fertiggestellt, sodass dieser nach einem Probebetrieb mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2026 in Betrieb gehen kann. Von hier aus werden künftig 130 E-Busse vor allem den Hamburger Nordosten mit den Stadtteilen Rahlstedt, Farmsen, Volksdorf und Berne bedienen. Der E-Bus-Betriebshof ist konsequent nachhaltig konzipiert, unter anderem mit begrünten Dächern, Photovoltaikanlagen, Regenwassernutzung und der Nutzung von Abwärme aus der Ladetechnik.
Neubau für Bus-Betriebshof Langenfelde
Für den bestehenden Bus-Betriebshof Langenfelde (Warnstedtstraße) startet noch in diesem Jahr ein zentraler Neubau, der die Elektrifizierung des Busbetriebs entscheidend unterstützt und künftig die Busleitstelle sowie Teile der Busverwaltung aufnehmen wird. Der Neubau schafft damit die nötige Infrastruktur für bis zu 200 E-Busse und bündelt zentrale Aufgaben des Busbetriebs an einem Standort.
Die Busleitstelle ist das Herzstück des Busbetriebs: Von hier aus werden täglich die Einsätze aller Buslinien gesteuert, Fahrpläne überwacht und der Verkehr im Stadtgebiet koordiniert. Aktuell befindet sich die Busleitstelle zusammen mit der U-Bahn-Leitstelle im Hochbahnhaus in der Steinstraße 20. Mit dem Umzug nach Langenfelde entsteht ein klarer räumlicher Fokus für den Busbetrieb, während das Hochbahnhaus künftig die Leitstellen der U-Bahn – einschließlich der Leitstelle der künftigen U5 – aufnehmen kann. So entstehen zwei zentrale Punkte für einen noch effizienteren Betriebsablauf: Das Hochbahnhaus für U-Bahn-Leitstellen und Langenfelde als zentraler Standort für Busleitstelle, Verwaltung und Busfahrschule.
Der Rohbau des ersten Bauabschnitts in Langenfelde startet im März. Die bauliche Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Bus-Betriebshofs sind für Ende 2028 vorgesehen. Auch hier sind eine Dachbegrünung und eine Photovoltaikanlage geplant.
Text: Hochbahn/red, Bild: Regionalverkehr



