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Mobilität, Technik

Im KISS an die Küste

DB Regio Nordost hat im Stadler-Inbetriebnahme-Zentrum in Hennigsdorf die neuen Doppelstock-Triebzüge vom Typ KISS für das Netz Nord-Süd 2 zwischen Stralsund, Berlin und Lutherstadt Wittenberg präsentiert.

13. Juli 2026

Ein Doppelstock-Triebzug steht in einer Halle.
Am 9. Juli 2026 hatte der neue Stadler KISS für den RE3 Stralsund – Berlin – Lutherstadt Wittenberg Premiere.
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Der neue Verkehrsvertrag für das Netz Nord-Süd 2, der ab dem 13. Dezember 2026 greift, sorgt für ein spürbares Plus an Komfort und Kapazität für die Reisenden im Nordosten Deutschlands. Fahrgäste auf den Linien RE3, RE4 und RE5 können sich auf häufigere Verbindungen, moderne Züge und ein insgesamt attraktiveres Angebot freuen.

Neue und modernisierte Fahrzeuge

Künftig werden die Reisenden auch an den Zügen sehen, dass sich das Angebot weiterentwickelt. Für den RE3 Stralsund – Pasewalk – Angermünde – Berlin – Jüterbog – Lutherstadt Wittenberg hat DB Regio 12 neue doppelstöckige Triebzüge des Typs KISS bei Stadler bestellt. Auf den Linien RE4 Stendal – Rathenow – Berlin – Jüterbog – Falkenberg (Elster) und RE5 Rostock / Stralsund – Neustrelitz – Berlin – Ludwigsfelde werden fünfteilige Doppelstock-Wendezüge eingesetzt, die einem Redesign unterzogen werden. Die neuen Stadler KISS stehen dabei für den nächsten Entwicklungsschritt im SPNV auf der Nord-Süd-Achse: Mit fünf Wagen und 575 Sitzplätzen schaffen sie auf dem RE3 mehr Kapazität gegenüber dem bisherigen Angebot. Auch bei der Ausstattung setzen die neuen Fahrzeuge Akzente: Mobilfunk-durchlässige Scheiben verbessern die Verbindung unterwegs, Steckdosen an jedem Sitzplatz und Flächen zum induktiven Laden sorgen für zusätzliche Flexibilität. Große Monitore zur Fahrgast-Information erleichtern die Orientierung. Durch unterschiedliche Einstiegshöhen an den beiden Türen der Servicewagen bieten die KISS einen barrierefreien Ein- und Ausstieg für Rollstuhlfahrer sowie Reisende mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck an 55 wie 76 cm hohen Bahnsteigen. Die Züge verfügen außerdem über zwei Rollstuhl-Plätze, 84 Fahrrad-Stellplätze, drei Kinderwagen-Plätze und vier WC-Anlagen.

Verzögerungen bei der Lieferung

Stadler kann die neuen KISS nicht rechtzeitig zum Start von DB Regio auf dem Netz Nord-Süd 2 liefern. Um die erweiterten Verkehrsleistungen dennoch anbieten zu können – neu sind unter anderem der Stundentakt auf allen Linien sowie die Erweiterung des RE4 von Rathenow nach Stendal –, hat die Bahn-Tochter ein Ersatzkonzept auf Basis von Bestandsfahrzeugen entwickelt. Auf allen drei Relationen kommen zunächst fünfteilige Doppelstock-Wendezüge mit elektrischen Lokomotiven zum Einsatz, die von anderen Verbindungen abgezogen werden. Auf den Linien RB24 Eberswalde – Berlin – Blankenfelde und RB32 Oranienburg – Flughafen BER – Ludwigsfelde fahren deshalb übergangsweise Talent-2-Triebzüge der Baureihe 442 mit 420 Sitzplätzen pro Fahrt.

Stabiler Stundentakt

Der brandenburgische Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) sagte am 9. Juli 2026: „Ab Dezember 2026 fährt der RE3 stündlich und durchgehend von Stralsund über Angermünde, Eberswalde und Berlin bis Lutherstadt Wittenberg. Durch die klare Strukturierung des RE3 entsteht erstmals ein stabiler Nord‑Süd‑Stundentakt, von dem viele Regionen profitieren.“ Aktuell verkehrt der RE3 nur jede zweite Stunde ab Stralsund, zur jeweils anderen Stunde startet er in Schwedt (Oder), sodass derzeit nur zwischen Angermünde (wo die beiden Strecken zusammentreffen), Berlin und Lutherstadt Wittenberg stündlich gefahren wird. Crumbach: „Auf dem Abschnitt Schwedt – Angermünde übernimmt die RB61, in Angermünde besteht ein gesicherter Anschluss an den RE3 nach Berlin.“ Carsten Moll, Vorsitzender von DB Regio Nordost, führte aus: „Die stündlichen Verbindungen auf den Linien RE3, RE4 und RE5 bedeuten für unsere Fahrgäste eine spürbare Verbesserung. Angesichts der hohen Nachfrage vor allem durch das Deutschland-Ticket ist der Ausbau des Verkehrsangebots genau die richtige Entscheidung für die Menschen im Nordosten.“

Vier Bundesländer, drei Verbünde

Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB), erklärte: „Mit dem Start des neuen Netzes Nord-Süd 2 im Dezember 2026 profitieren Fahrgäste von einem deutlich erweiterten Angebot mit über 2 Mio. Zug-km mehr als bisher. Gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV) und der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA GmbH) realisieren wir mit DB Regio Nordost häufigere und vor allem dichtere Takte, Linien-Verlängerungen und eine neue Vernetzung von Regional-Express-Linien.“ Kein Netz im „VBB-Land“ verbindet laut Heuing mehr Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt) und Verbünde (Mecklenburg-Vorpommern-Tarif, VBB und Mitteldeutscher Verkehrsverbund (MDV)) als dieses.

Weitere Informationen zum Netz Nord-Süd 2 mit Vorher-Nachher-Fotos zum Umbau der Doppelstockwagen gibt es hier.

Text: DB AG/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben

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