
Die Wendlandbahn Lüneburg – Dannenberg Ost (RB 32) wird seit Ende 2014 von die erixx GmbH betrieben. Sie ist Teil des Harz-Heide-Netzes, zu dem auch die Verbindungen Hannover – Hildesheim – Bad Harzburg (RE 10), Braunschweig – Vienenburg – Goslar / Bad Harzburg (RB 42/43) sowie Braunschweig – Gifhorn – Uelzen (RB 47) gehören. Eingesetzt werden 28 Alstom-Triebzüge des Typs Coradia Lint 54 aus dem Fahrzeugpool der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG), die der erixx GmbH für den Betrieb zur Verfügung gestellt werden. Der Verkehrsvertrag im Harz-Heide-Netz läuft bis Ende 2029.
Auf der Wendlandbahn unterwegs
Die RB 32 startet im Westteil des Lüneburger Hauptbahnhofs und überquert auf einer stählernen Brücke zunächst die Hauptstrecke Hamburg – Hannover. Wenig später folgt eine in den 1970er Jahren errichtete Brücke über den Elbe-Seitenkanal. Unterwegs wird kurz in Wendisch Evern, Vastorf und Bavendorf gehalten, ehe nach einer knappen halben Stunde Fahrt der Bahnhof Dahlenburg erreicht ist. Hier liegt noch ein Ausweichgleis – Dahlenburg ist damit der einzige Bahnhof im Verlauf der Strecke, in dem noch Zugkreuzungen möglich sind. Über den kleinen Haltepunkt Neetzendorf geht es nach Göhrde, wo das bestens gepflegte Empfangsgebäude mit einem Obergeschoss in Fachwerk-Bauweise ins Auge fällt. Nach Passieren des mitten im Wald gelegenen Haltepunkts Leitstade ist der ehemalige Bahnhof Hitzacker erreicht, in dem ebenfalls alle Nebengleise aufgelassen wurden. Die Fahrt endet nach einer Stunde und sieben Minuten im Bahnhof Dannenberg Ost. Dessen ehemalige Knotenpunkt-Funktion ist anhand des weitläufigen Areals noch gut zu erkennen: Ursprünglich verlief die Wendlandbahn weiter nach Wittenberge, außerdem zweigten hier Strecken nach Uelzen und Lüchow ab. Heute gibt es in Dannenberg Ost nur noch das Bahnsteiggleis, ein Ausweichgleis und eine Handvoll Abstellgleise.
Modernisierung in zwei Stufen
Auf der Wendlandbahn wird derzeit täglich im Dreistundentakt gefahren, angeboten werden fünf Zugpaare. Nach Plänen der LNVG soll die Strecke bis 2029 in einer ersten Stufe grundlegend modernisiert werden: So soll die Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h auf 80 bis 100 km/h erhöht werden, um mit einem Fahrzeug im Zweistundentakt fahren zu können – die Reisezeit würde nur noch bei 51 Minuten pro Richtung liegen. Dafür müssten voraussichtlich auch die gering frequentierten Haltepunkte Wendisch Evern, Neetzendorf und Leitstade aufgegeben werden. Die verbliebenen Stationen erhalten neue, 55 cm hohe Bahnsteige für einen stufenfreien Einstieg. Außerdem sollen die mechanischen Stellwerke in Dahlenburg, Hitzacker und Dannenberg Ost durch das European Train Control System (ETCS) ohne Signale ersetzt werden. In einer zweiten Stufe könnte ein Stundentakt mit zwei Fahrzeugen eingeführt werden. Nach 2029 soll die Wendlandbahn zudem in das erweitere Heidekreuz mit den Strecken von Soltau nach Buchholz, Lüneburg, Uelzen, Hannover und Bremen eingebunden werden. Dann sollen hier auch emissionsfreie Akku-Triebzüge verkehren, für die in Dannenberg Ost noch eine Oberleitungsinsel zum Nachladen errichtet werden müsste.
Text: red, Bild: Regionalverkehr



