
Das Umfeld, in dem Verkehrsunternehmen agieren müssen, wird zunehmend komplexer. Künstliche Intelligenz und weitere datengetriebene Verfahren (Smart Intelligence) bieten hier ein enormes Potential zur Optimierung von Angebot, Servicequalität, Prozessen und Kosten. Wie die passende Unterstützung aussehen kann, zeigt INIT, führender Anbieter von integrierten Planungs-, Dispositions-, Telematik- und Ticketingsystemen, auf der InnoTrans in Berlin.
Erfahrungslücken schließen, Mitarbeitende entlasten
Im Zentrum dieser Lösungen steht ein neuer Ansatz: Mitarbeitende müssen nicht mehr über umfangreiches Betriebs- und Erfahrungswissen verfügen, sondern werden von Systemen aus dem Hause INIT situationsspezifisch mit allen relevanten Informationen unterstützt. Dies gilt beispielsweise für das Intermodal Transport Control System MOBILE-ITCS. So treffen Mitarbeitende fundierte Entscheidungen schneller und sicherer. Darüber hinaus entlasten INIT-Lösungen das knappe Personal durch Automatisierung von Routinetätigkeiten und Prozessen.
Intelligente Reisebegleitung verbessert Fahrgasterlebnis
Nutzern der White-Label-App URmove, die vom Anbieter bzw. Verkehrsunternehmen oder Verkehrsverbund entsprechend individualisiert werden kann, steht eine KI-gestützte, intelligente Reisebegleitung auf dem Smartphone zur Verfügung. Chatbots oder digitale Avatare bieten bei Tarif- und Verbindungsfragen, Ticketbuchungen oder Störungen eine einfache, dialogbasierte Soforthilfe in natürlicher Sprache und erlauben es, Aktionen bequem im Self-Service-Verfahren durchzuführen. Für die Erstellung personalisierter Routen- und Fahrtempfehlungen berücksichtigt die KI Distanzen und Fahrzeiten ebenso wie Nutzer-Präferenzen und aktuelle Verkehrslage-Daten. Die App gibt adaptive Empfehlungen und kann abhängig davon, welche Linien, Zeiten oder Verkehrsmittel der Nutzende bevorzugt, passende Alternativen vorschlagen.
KI reduziert Sprachbarrieren am Fahrerarbeitsplatz
Wegen allgemein knapper Personalressourcen müssen Verkehrsunternehmen zunehmend auch unerfahrenes Fahrpersonal einsetzen. COPILOT-Bordrechner von INIT helfen Anfängern dabei, schneller fit für den neuen Job und flexibel einsetzbar zu werden. Intuitive Bedienkonzepte, ähnlich wie bei Smartphones, verkürzen die Einarbeitungszeit deutlich. Zur Reduzierung von Sprachbarrieren steht die Bedienoberfläche mehrsprachig zur Verfügung. Auch Nachrichten aus der Leitstelle erhalten die Fahrer dank eines KI-basierten Assistenten künftig in ihrer Muttersprache. Eine Turn-by-Turn-Navigation unterstützt sie darüber hinaus insbesondere auf noch unvertrauten Linien.
Smarte Datennutzung für eine nachfrage-orientierte Angebotsplanung
Pünktlichkeit und Auslastung sind wichtige Kennzahlen für eine effiziente Steuerung des ÖPNV. Die modulare Analyse- und Reporting-Plattform DILAX Citisense® kombiniert Fahrzeugdaten mit weiteren Informationsquellen – darunter Fahrplan- und Ortsangaben, Haltestellen-Informationen sowie Kalender- und Veranstaltungsdaten. Auf dieser Basis entsteht eine fundierte Grundlage für eine nachfrage-orientierte Angebotsplanung: Kapazitäten lassen sich gezielt steuern und Über- bzw. Unterauslastungen frühzeitig erkennen. Das Ergebnis sind höhere Wirtschaftlichkeit, eine optimierte Ressourcen-Nutzung, gesteigerte Servicequalität und eine belastbare Entscheidungsbasis für strategische wie operative Planungsprozesse.
KI schützt Fahrgäste, anonym und effizient
Das Sicherheitsbedürfnis von Fahrgästen im ÖPNV nimmt zu. KI-basierte Video-Analysesysteme werden künftig auch dazu beitragen, potenziell kritische Situationen oder aggressives Verhalten automatisch zu erkennen und schneller und gezielter zu reagieren. Gleichzeitig hat der Schutz von Persönlichkeitsrechten höchste Priorität. Eine KI-basierte Echtzeit-Pseudonymisierung schützt direkt im Fahrzeug sensible Bildbereiche sowie die Persönlichkeitsrechte der Fahrgäste und schafft die Grundlage dafür, den Kreis der zur Sichtung des Videomaterials berechtigten Personen gezielt zu steuern, ohne den Datenschutz zu beeinträchtigen. So können die Videos ausgewertet werden, ohne einzelne Personen identifizierbar zu machen. Nur im Bedarfsfall ist eine gezielte De-Anonymisierung durch autorisierte Stellen (zum Beispiel die Polizei) möglich.
Die Daten können zudem genutzt werden, um Fahrgastströme linienübergreifend anonym zu analysieren und so fundierte Auslastungsprognosen sowie eine bedarfsgerechte Verkehrsplanung zu ermöglichen.
KI verbessert Ortungsgenauigkeit entscheidend
Die Echtzeitortung von Bussen und Straßenbahnen im Depot ist eine große Herausforderung. Während sich im Außenbereich GPS – in der Regel in Kombination mit weiteren Verfahren – als Standard etabliert hat, unterliegt die Indoor-Ortung höheren Genauigkeits-Anforderungen und ist häufig an proprietäre, kostspielige und störanfällige Systeme gebunden. INIT-Lösungen wie das Depot-Managementsystem MOBILE-DMS werten mithilfe von KI unterschiedliche Indoor- und Outdoor-Ortungstechnologien kombiniert aus und können so die Genauigkeit deutlich erhöhen, die Kosten senken und die Anbieter-Unabhängigkeit stärken.
Text: INIT/red, Bild: Adobe Stock/INIT


