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Mobilität

Joker-Gleise, Flex-Abfahrten und Reisenden-Lenker

Die „Taskforce zuverlässige Bahn“ hat für das Verkehrsministerium eine Maßnahmenliste erarbeitet, die schon kurzfristig für mehr Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auf der Schiene sorgen soll.

23. März 2026

Ein Zug steht an einem Bahnsteig in einer Bahnhofshalle.
Ein Nahverkehrszug des Betreibers nordbahn ist in den Bahnhof Hamburg Dammtor eingefahren.
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Auf Grundlage der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ wurde die „Taskforce zuverlässige Bahn“ vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) damit beauftragt, Maßnahmen für mehr Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auf der Schiene zu erarbeiten. Ihr Fokus liegt auf konkreten und möglichst unmittelbar – das heißt bereits in den Jahren 2026 und 2027 – umsetzbaren Maßnahmen.

Maßnahmen müssen entschlossen umgesetzt werden

An der Taskforce, die im November 2025 ihre Arbeit aufnahm, waren Vertreter von Bund, Ländern, Eisenbahn-Bundesamt (EBA), Bundesnetzagentur, Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU), Aufgabenträgern, Verbänden, Gewerkschaften und der DB InfraGO AG beteiligt. Am 20. März 2026 stellte die Taskforce ihren Bericht mit 22 Maßnahmen-Empfehlungen vor. Die Liste markiert zugleich den Startpunkt für die Umsetzung der Vorschläge. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte: „Mit den heute vorgestellten Maßnahmen haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein der Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene erreicht. Dafür haben wir die geballte Expertise des Sektors versammelt.“ Die 22 Maßnahmen umfassen pragmatische Lösungen wie Joker-Gleise, Flexabfahrten und verstärkte Digitalisierung. Schnieder abschließend: „Jetzt kommt es auf die entschlossene Umsetzung an, damit die Verbesserungen schnellstmöglich für die Fahrgäste spürbar werden.“

Beispiele für Maßnahmen-Empfehlungen der Taskforce

  • Joker-Gleise für mehr Flexibilität: In hochbelasteten Bahnhöfen fehlen derzeit ausreichende Kapazitätsreserven, um auf Zugverspätungen oder andere Störungen im Betriebsablauf flexibel reagieren zu können. Abhängig von den lokalen Gegebenheiten soll das gezielte Freihalten einzelner Bahnsteiggleise diese Engpässe entschärfen. Solche „Joker-Gleise“ schaffen zusätzliche Kapazitäten für kurzfristig erforderliche dispositive Entscheidungen und tragen damit spürbar zur Verbesserung der Pünktlichkeit bei.
  • Flex-Abfahrten für zuverlässigere Abfahrtszeiten: Fahrgastwechsel und Zugabfertigung können heute häufig nicht rechtzeitig zur geplanten Abfahrtzeit abgeschlossen werden. Dadurch verzögert sich die Abfahrt, und Folgeverspätungen entstehen schnell. Künftig soll ein früherer Beginn der Zugabfertigung dieses Problem entschärfen. Hierzu wird die im Fahrplan ausgewiesene Abfahrtzeit gegenüber der betrieblich vorgesehenen Abfahrtzeit leicht vorgezogen (zum Beispiel um eine Minute). Diese so genannten Flex-Abfahrten ermöglichen den Abbau bestehender Verspätungen und reduzieren das Risiko neuer Folgeverspätungen.
  • Mehr Puffer in Bahnhöfen für einen stabileren Betrieb: Personenzüge verkehren in wichtigen Bahnhöfen derzeit oft mit so geringen Abständen, dass sich bereits kleine Verspätungen eines Zugs die Pünktlichkeit von Folgezügen beeinträchtigen. Hohe Auslastung und stabile Betriebsqualität geraten dadurch in Konflikt, Verspätungen verstärken sich gegenseitig. Helfen würde ein größerer zeitlicher Abstand zwischen zwei Zugfahrten. Ab 2027 wird die DB InfraGO daher auf ausgewählten Strecken zielgerichtet eine verbindliche Pufferzeit einführen.
  • Reisenden-Lenker am Gleis für schnelleren Ein- und Ausstieg: Das Ein- und Aussteigen an großen Bahnhöfen dauert oft länger als vorgesehen, weil Wege und Wartepositionen der Reisenden am Bahnsteig nicht optimal gewählt werden. Dies führt regelmäßig zu verspäteten Abfahrten. Künftig sollen Reisende gezielt bei der Wahl geeigneter Wege und Wartebereiche unterstützt werden. Neben besseren Informationen am Bahnsteig zu Bahnsteig-Abschnitten und Wagenreihungen soll auch Personal am Gleis („Reisenden-Lenker“) eingesetzt werden, um den Prozess zu beschleunigen und Abfahrtsverspätungen zu reduzieren.
  • KI-Unterstützung in der Zugdisposition: Derzeit erfolgt die Disposition von Zügen ausschließlich durch das Personal in Stellwerken und Betriebszentralen. Die Vielzahl kurzfristiger Fahrplanänderungen führt dabei zu hohem Entscheidungsaufwand, und nicht immer können die betrieblich optimalen Lösungen gefunden werden. Künftig soll eine KI-basierte Dispositionsassistenz frühzeitig Konflikte und Engpässe in der Zugdisposition erkennen und geeignete Handlungsvorschläge unterbreiten. Dabei werden auch Vorschläge der Zugbetreiber berücksichtigt, um die Entscheidungsqualität weiter zu erhöhen.
  • Digitaler Befehl für kürzere Wartezeiten bei Betriebsstörungen: Bei Signal- oder Technikstörungen dürfen Triebfahrzeugführer ihre Fahrt nicht eigenständig fortsetzen, sondern benötigen einen entsprechenden Befehl. Dieser wird heute meist telefonisch übermittelt – ein zeitintensiver Prozess, der zusätzliche Verspätungen verursacht. Künftig soll die Befehlsübermittlung digital erfolgen und damit nur noch etwa halb so lange dauern. Eine flächendeckende Einführung der bereits verfügbaren Technik kann im Fernverkehr eine Pünktlichkeits-Verbesserung von bis zu zwei Prozentpunkten ermöglichen.

Der ausführliche Abschlussbericht der Taskforce zuverlässige Bahn soll in Kürze auf der Homepage des BMV zur Verfügung gestellt werden.

Nicht nur Blaulichtmaßnahmen

Bei den Branchenverbänden kam die Maßnahmenliste überwiegend positiv an. Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), sagte am 20. März 2026: „Die 22 Maßnahmen sind in Summe nachvollziehbar und können helfen, wenn Bund, Infrastrukturbetreiber, Eisenbahnunternehmen, Aufgabenträger und Länder jetzt gemeinsam an einem Strang ziehen und konsequent in die Umsetzung gehen.“ Verkehrliche Maßnahmen – insbesondere wenn sie kapazitätsmindernd wirken – dürften dabei aber nur als vorübergehende Ultima Ratio in Betracht kommen. Wortmann: „Die Branche braucht nicht nur Blaulichtmaßnahmen, sondern Entscheidungen mit einem sichtbaren politischen Willen zur Veränderung.“ Erforderlich seien nach wie vor eine klare und verlässliche Finanzierung sowie verbindliche und strukturelle Zusagen des Bundes für Infrastruktur- und Kapazitätsausbau an Knoten und überlasteten Schienenwegen. 

Text: BMV/VDV/red, Bild: Regionalverkehr

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