
In den kommenden Monaten soll die Turmbergbahn in Durlach umfassend modernisiert, barrierefrei ausgebaut und bis zur Bundesstraße B3 verlängert werden. Nach der Förderzusage durch das Land-Baden-Württemberg im Dezember 2025 können die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) nun die nächsten Projektschritte umsetzen.
Abbruch und vorbereitende Arbeiten bis September
Zunächst steht hierbei der Rückbau der bestehenden Bahn-Infrastruktur auf der Agenda, bevor die VBK dann voraussichtlich ab Herbst 2026 mit den eigentlichen Arbeiten für die Neugestaltung von Deutschlands ältester Standseilbahn beginnen können. „Wir freuen uns, dass wir nach dem intensiven Entscheidungsprozess und den umfassenden Planungsverfahren der vergangenen Jahre nun die konkrete Umsetzung dieses Vorhabens angehen können“, erklärte Christian Höglmeier, technischer Geschäftsführer der VBK, am 25. Februar 2026. Im Rahmen der Abbrucharbeiten werden nun die Talstation, die bisherige Bahntrasse sowie Teile der Bergstation zurückgebaut – diese Arbeiten sollen voraussichtlich bis Juni abgeschlossen sein. Ebenfalls im Frühjahr setzen die VBK vorbereitende Maßnahmen für den Bau einer neuen Trafostation an der Reichardtstraße ein, die für den Betrieb der modernisierten Turmbergbahn benötigt wird. Diese Arbeiten sollen voraussichtlich zwischen April und Mai stattfinden. Von Juni bis September werden dann im Bereich der Bundesstraße Versorgungsleitungen umverlegt. Im Anschluss daran soll dann mit den Arbeiten zur Errichtung der neuen Strecke begonnen werden.
15 bis 18 Monate Bauzeit für die neue Bahn
Für die Errichtung der neuen Bahntrasse sowie der neuen Tal- und Bergstation sind rund 15 bis 18 Monate Bauzeit veranschlagt. Im Zuge der Neugestaltung entsteht zudem eine Bahnüberführung über einen Geh- und Radweg zur Querung der Kreuzung Bergbahnstraße / Turmbergstraße / Posseltstraße / Kastellstraße. Die neue Anlage inklusive der beiden Fahrzeuge wird vom Unternehmen Garaventa gebaut: Der Schweizer Seilbahn-Spezialist gehört zur Doppelmayr-Gruppe und hatte den Zuschlag für das Vorhaben bei einem europaweiten Ausschreibungsverfahren erhalten.
Deutschlands älteste Standseilbahn
In einem umfassenden politischen Prozess hatten sich der Gemeinderat, der Ortschaftsrat Durlach und der VBK-Aufsichtsrat seit 2017 mit der Frage beschäftigt, wie die in die Jahre gekommene Turmbergbahn nach Erlöschen der Betriebserlaubnis als historisches Erbe der Stadt Karlsruhe bewahrt und gleichzeitig an die Anforderungen der Zukunft angepasst werden kann. Im Januar 2025 hatte der Karlsruher Gemeinderat mit großer Mehrheit grünes Licht für das Projekt gegeben, das zu mehr als 50 % vom Land Baden-Württemberg gefördert wird – diese Förderquote war gemäß Gemeinderatsbeschloss die Voraussetzung, dass die VBK das Projekt umsetzen können. Eine von der PTV Planung Transport Verkehr GmbH durchgeführte standardisierte Bewertung für den Neubau der Turmbergbahn führte im Ergebnis zu einen positiven Nutzen-Kosten-Index von 1,3.
Text: VBK/red, Bild: Garaventa/Forum 4


