
Trotz verhaltener Wirtschaftsentwicklung hat der Verkehrssektor in Deutschland auch im vergangenen Jahr die Höchstwerte für den CO₂-Ausstoß deutlich überschritten und sogar mehr Treibhausgase ausgestoßen als im Vorjahr. Das zeigen die am 14. März 2026 veröffentlichten Zahlen des Umweltbundesamts. Die Schere zwischen den gesetzlich zulässigen Werten und den tatsächlich ausgestoßenen Treibhausgasen geht damit immer weiter auseinander.
Verkehrssektor bleibt Sorgenkind
Das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene (APS) spricht von einer alarmierenden Entwicklung und fordert von der Bundesregierung, nun schnell ambitionierte Maßnahmen zur Stärkung klimaschonender Mobilität in das angekündigte Klimaschutz-Programm aufzunehmen. „Seit Jahren beobachten wir, dass die Klimaziele im Verkehrssektor und die Realität wie zwei Kontinentalplatten immer weiter auseinanderdriften“, sagte APS-Geschäftsführer Dirk Flege am 16. März 2026. Flege weiter: „Wenn die Bundesregierung dieser Entwicklung nicht endlich entschlossen entgegentritt, droht uns klimapolitisch ein Erdbeben.“ Im vergangenen Jahr hat der Verkehrssektor in Deutschland 146,3 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen – vom Verkehr wurden also 29 Mio. Tonnen mehr Treibhausgase in die Luft abgegeben als gesetzlich zulässig. Flege: „Der Verkehrssektor bleibt damit weiterhin das Sorgenkind beim CO₂-Ausstoß. Deshalb muss das angekündigte Klimaschutz-Programm der Bundesregierung hier entschlossen gegensteuern und die Alternativen zur fossilen Mobilität gezielt stärken.“
Mehr Priorität für die Schiene
Schlüssel für mehr Klimaschutz im Verkehr und für mehr Energieeffizienz sei, der Schiene und dem öffentlichen Verkehr die nötige Priorität einzuräumen, so Flege. Dabei gehe es sowohl um bessere Rahmenbedingungen als auch um zielgerichtete Investitionen in mehr Kapazität. „Priorität für die Schiene bedeutet, dass die Bundesregierung einen verlässlichen Fahrplan für den Kapazitätsausbau vorlegt mit einer verbindlichen, überjährigen Finanzierung“, betonte Flege. „Dazu gehört auch, die angekündigte Trassenpreisreform endlich umzusetzen, um die Nutzer der Schiene zu entlasten und gerade auch mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern und ihn nicht auf die Straße zurückzudrängen.“ Darüber hinaus sollte die aktuelle Gesetzesnovelle zur Weiterentwicklung der Treibhausgas-Minderungsquote genutzt werden, um Strom zur Verwendung in Schienenfahrzeugen als so genannte Erfüllungsoption aufzunehmen. So würde der elektrische Schienenverkehr im Wettbewerb gestärkt – „und dies wäre nicht einmal haushaltsrelevant“, unterstrich Flege.
Abschließend mahnte der APS-Geschäftsführer an, dringend benötigte Investitionen in den Klimaschutz nicht aufzuschieben: „Allen muss klar sein, dass die Zielverfehlungen im Verkehrssektor für die gesamte Gesellschaft immer teurer werden. Wer heute an Zukunftsinvestitionen spart, zahlt morgen richtig drauf. Die Bundesregierung muss jetzt zeigen, dass sie es ernst meint mit dem Klimaschutz.“
Text: Allianz pro Schiene/red, Grafik, Allianz pro Schiene


