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Korridor-Sanierungen: Überarbeitetes Konzept

Die 40 Korridor-Sanierungen der Deutschen Bahn (DB AG) werden zeitlich erheblich gestreckt – pro Jahr sollen künftig nur noch zwei Strecken erneuert werden.

12. Oktober 2026

Eine Diesellok steht mit einem Wagen auf einem Gleis vor einer Mauer.
Die 211 051-8 der PORR AustriaRail GmbH hilft in Rüdesheim am Rhein bei der Sanierung Wiesbaden – Troisdorf.
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Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und die DB InfraGO haben das Konzept der Korridor-Sanierungen überarbeitet: Ziel ist mehr Verlässlichkeit auf der Schiene, sowohl bei den notwendigen Bauarbeiten als auch beim Verkehr. 

5-Punkte-Plan für mehr Verlässlichkeit

Am 9. Oktober 2026 wurde in Berlin von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und Bahnchefin Evelyn Palla ein 5-Punkte-Plan vorgestellt, der eine Reduzierung auf 13 Korridor-Sanierungen bis 2031 vorsieht – bisher sollten in den kommenden fünf Jahren 21 Korridore erneuert werden. Damit sollen die enormen Bauvolumina verlässlicher abgeschlossen werden und sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen bleiben. Gleichzeitig soll die Reduzierung den knappen Verkehrskapazitäten auf dem vollen deutschen Schienennetz und den Ressourcen der Bauindustrie Rechnung tragen. Das Konzept sieht darüber hinaus eine realistischere Bau- und Fahrplanung sowie stabilere Umleitungsstrecken vor. Eine stufenweise Inbetriebnahme nach Abschluss der Bauarbeiten ist ein weiterer möglicher Baustein, mit dem die Wiederaufnahme des Verkehrs zuverlässiger werden soll. Vereinbart wurde auch, dass bei Korridor-Sanierungen grundsätzlich das europäische Zugsicherungssystem ETCS vorbereitet und verbaut werden soll. Die Umsetzung der Maßnahmen auf den einzelnen Korridoren werden BMV und DB InfraGO zusammen mit der Verkehrs- und Gleisbaubranche sowie den Ländern planen.

Wo saniert wird und wo nicht

Gemäß des neuen Konzepts sind in den kommenden fünf Jahren noch folgende Sanierungen geplant:

  • 2027: Lehrte – Berlin (seit dem 2. Oktober 2026 im Bau), Rosenheim – Salzburg und Fulda – Hanau
  • 2028: Köln – Koblenz, München – Rosenheim (erste Etappe), Hagen – Unna – Hamm sowie Lübeck – Hamburg
  • 2029: Hamburg – Hannover, Würzburg – Ansbach – Treuchtlingen und Aachen – Köln
  • 2030: Stendal – Magdeburg und Uelzen – Stendal
  • 2031: Lehrte – Groß Gleidingen sowie München – Rosenheim (zweite Etappe)

Verschoben wird mit der neuen Priorisierung die ursprünglich bis 2031 geplante Sanierung der Verbindungen Bremen – Bremerhaven, Mainz – Koblenz, Forbach – Ludwigshafen, Stuttgart – Ulm, Frankfurt (Main) – Heidelberg, Mannheim – Karlsruhe, Bremen – Hamburg und Würzburg – Nürnberg. Noch ist nicht geklärt, wie sich die Reduzierung auf jene 13 Strecken auswirkt, die zwischen 2032 und 2036 erneuert werden sollten. Da Ende 2031 aber erst die Hälfte der 40 Korridorsanierungen geschafft sein wird, dürften die Bauarbeiten nun bis weit in die 2040er Jahre andauern. 

Bahnsanierung auf dem Abstellgleis?

Kritik an den gestreckten Plänen kam umgehend vom ökologischen Verkehrsclub (VCD), der vier Korridor-Aanierungen pro Jahr (wie ursprünglich geplant) für machbar hält. „Die DB InfraGo kann das auch leisten, wie sich jetzt zum Beispiel bei der Sanierung der rechten Rheinstrecke zeigt,“ sagte Matthias Kurzeck, Bundesvorsitzender des VCD, am 9. Oktober 2026 in Berlin. „Der Bund opfert erneut 2,5 Mrd. Euro für den Tankrabatt. Die Bahnsanierung wird dagegen aufs Abstellgleis geschoben.“ 

Die Ko-Vorsitzende Christiane Rohleder ergänzte: „Das Sondervermögen läuft 2035 aus. Damit ist die Finanzierung der Korridorsanierungen ab 2036 hinfällig. Und die Infrastruktur bröckelt weiter. Die maroden Strecken müssen aufwendig unterhalten werden, und die Sanierung wird am Ende noch aufwendiger. Deshalb läuft es langfristig auf doppelte Kosten hinaus, wenn der Bund jetzt kurzfristig spart.“ Zudem mache der neue Zeitplan umfassende Umplanungen nötig, was die Kosten weiter erhöhe. Die angeblichen Einsparungen verlagere diese Kosten noch stärker auf künftige Generationen. Rohleder: „Die Bundesregierung muss die Korridorsanierungen wie geplant finanzieren. Wir brauchen eine zügige, fahrgastfreundliche Sanierung, statt einer Politik, die auf der Bremse steht.“

Text: DB AG/VCD/red, Bild: Regionalverkehr

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