
Bis zum 12. Dezember 2026 erneuert die DB InfraGO eine der wichtigsten Bahnverbindungen in Ostbayern umfassend und modernisiert acht Bahnhöfe entlang der Strecke. Nach dem Abschnitt Nürnberg – Regensburg, der am 10. Juli 2026 fertig werden soll, ist Obertraubling – Passau der zweite große Sanierungskorridor der Deutschen Bahn (DB AG) in Bayern in diesem Jahr.
Gesamtinvestitionen von 1,3 Mrd. Euro
Die Strecke Obertraubling – Passau verknüpft den Großraum Regensburg mit Niederbayern, bindet unter anderem Straubing, Plattling und Passau an und ist zugleich eine wichtige internationale Achse in Richtung Österreich. Mit einem Investitionsvolumen von rund 1,3 Mrd. Euro inklusive Risikopuffer zählt die Korridorsanierung zu den größten Infrastrukturprojekten Bayerns in diesem Jahr. Die Bahn erneuert rund 120 km Gleise, mehr als 140 Weichen und etwa 90 km Oberleitungen oder setzt diese instand. Hinzu kommen neue Überleitstellen, modernisierte Leit- und Sicherungstechnik und damit die Vorbereitung für den Einbau des Zugbeeinflussungssystems ETCS sowie Arbeiten an acht Bahnhöfen. An den Stationen steht unter anderem der barrierefreie Ausbau im Fokus; dafür werden zum Beispiel mehrere Bahnsteige erhöht. Die noch bestehenden Relais-Stellwerke entlang der Strecke werden durch moderne elektronische Stellwerkstechnik ersetzt. In Sandbach und Vilshofen wird die neue Technik baulich bis Ende 2026 fertiggestellt; die Inbetriebnahme erfolgt nachgelagert 2027. Dafür ist voraussichtlich nochmals eine Sperrung von maximal zwei Wochen erforderlich. Um die Sperrung für den Güterverkehr verträglicher zu gestalten, wurde ein Konzept mit Wechsel zwischen eingleisiger Sperrung und Vollsperrung im Abschnitt Plattling – Passau erarbeitet. Damit verbunden ist auch die spätere Inbetriebnahme der beiden Stellwerke.
Ersatzbusse und Umleitungen
Während der Bauarbeiten kommt es zu umfangreichen Änderungen im Regional-, Fern- und Güterverkehr. Im Nahverkehr ist ein leistungsfähiger Ersatzverkehr mit rund 90 Bussen auf sechs Linien eingerichtet. Im Fernverkehr fahren keine Züge zwischen Nürnberg bzw. Regensburg und Passau von und nach Wien. Reisende zwischen Deutschland und Österreich können alternativ Verbindungen über München nutzen. Im Fernverkehr setzt die DB AG außerdem zusätzliche Züge über Mühldorf (Inn) sowie über Salzburg ein und einen Ersatzbus für Passauer Fernreisende.
Stimmen zur Korridorsanierung
Der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte zum Start der zweiten großen Korridorsanierung im Freistaat: „Die Sanierung der wichtigen Bahnstrecke zwischen Regensburg und Passau ist alternativlos, allerdings bereits die zweite große Belastung binnen kürzester Zeit für Fahrgäste, Streckenanrainer und Wirtschaft im ostbayerischen Raum. Der Freistaat Bayern ermöglicht der DB diese wichtige Baumaßnahme mit Fahrplananpassungen im bayerischen SPNV-Netz, und zudem stellen wir mit umfassenden Ersatzverkehren sicher, dass die Mobilität in Niederbayern und im Großraum Regensburg auch während der Sperrung bestehen bleibt.“ Bernreiter verwies auf positive Eindrücke vom aktuellen Projekt zwischen Nürnberg und Regensburg, wo die Bahn die Strecke zeitgerecht auf Vordermann bringt und zum anderen der SEV weitgehend reibungslos verläuft. Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte bei der DB InfraGO ergänzte: „Mit der Korridorsanierung bündeln wir Arbeiten an Gleisen, Weichen, Oberleitungen, Stellwerken und Bahnhöfen und machen die Infrastruktur damit grundlegend robuster. Das ist während der Bauzeit eine Herausforderung, aber eine Investition, von der die gesamte Region langfristig profitieren wird.“
Umfassende Informationen zum Projekt und neueste Meldungen zur Korridorsanierung Obertraubling – Passau gibt es hier.
Text: DB AG/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Daniel Karmann


