
Auf der DB RegioNetz Kurhessenbahn wird der Fuhrpark erneuert: Das Tochter-Unternehmen der Deutschen Bahn (DB AG) ersetzt drei Dieseltriebzüge des Typs Siemens Desiro durch batterie-elektrische Triebzüge vom Typ Mireo Plus B.
Im Batteriemodus in den Kurort Bad Wildungen
Vorgestellt wurde der neue Mireo Plus B am 9. September 2026 im Rahmen einer Pressefahrt von Kassel Hbf über Wabern nach Fritzlar. Die drei Akkuzüge kommen auf Initiative der Aufgabenträger Nordhessischer VerkehrsVerbund (NVV), Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) für zunächst fünf Jahre zum Einsatz. Mit den Battery Electric Multiple Units (BEMU) soll geprüft werden, ob sich Akkuzüge für die nicht elektrifizierten Strecken der Kurhessenbahn eignen und wie die Lade-Infrastruktur beschaffen sein muss. Die mittlerweile rund 20 Jahre alten Desiro-Dieseltriebzüge, die derzeit auf dem Netz der Kurhessenbahn verkehren, sollen mittelfristig durch emissionsfrei angetriebene Fahrzeuge abgelöst werden. Als erstes fahren die Mireo Plus B auf der im Stundentakt betriebenen Linie RB/RE 39 Kassel – Wabern – Fritzlar – Bad Wildungen. Zwischen Kassel und Wabern können die BEMU, die mit Stromabnehmern ausgestattet sind, ihre Energiespeicher auf der elektrifizierten Hauptbahn Kassel – Marburg (Lahn) – Frankfurt (Main) während der Fahrt nachladen. Auf der oberleitungsfreien, rund 17 km langen Nebenstrecke Wabern – Bad Wildungen wechseln sie in den Batteriemodus. Nach und nach sollen die Mireo Plus B auch auf anderen Linien der Kurhessenbahn erprobt werden.
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Bei der Premierenfahrt waren zahlreiche Vertreter der Aufgabenträger, der Kurhessenbahn sowie des Landes Hessen anwesend. Der hessische Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) sagte: „Nicht jede Bahnstrecke lässt sich von heute auf morgen vollständig mit Oberleitungen elektrifizieren. Deshalb ist es richtig, die vorhandene Infrastruktur intelligent zu nutzen und dort mit Batteriezügen Diesel zu ersetzen, wo das schon heute möglich ist.“ NVV-Geschäftsführer Marian Volmer unterstrich: „Der fünfjährige Testbetrieb bietet die Chance, wertvolle Erfahrungen mit der neuen Technologie zu sammeln und damit die Weichen für einen zukunftsfähigen Schienenverkehr in unserer Region zu stellen.“ RMV-Geschäftsführer André Kavai verwies auf die guten Erfahrungen, die der RMV seit Ende 2025 mit Mireo Plus B zwischen Wiesbaden und Niedernhausen macht. Nicole Berlin, Vorständin Schiene bei DB Regio, hob die teure und aufwendige Elektrifizierung von Strecken hervor, die eine enorme Herausforderung für alle Beteiligten darstelle. Berlin sagte: „Die Akkuzüge sind mit Blick auf diese Strecken eine echte Chance. Denn nur mit wenigen Oberleitungsinseln zum Aufladen der Akkus können wir viel Fahrstrecke abdecken. Mein Dank geht an die Aufgabenträger für ihre Bereitschaft, in dieses Pilotprojekt zu investieren. Nur so können wir gemeinsam wertvolle Erfahrungen mit der Technologie sammeln, von denen am Ende der Nahverkehr in ganz Deutschland profitiert.“
Mehr über die Mireo Plus B bei der Kurhessenbahn
Weitere Informationen zu den neuen Fahrzeugen, zu den Strecken, auf denen diese eingesetzt werden, und Details zur Ausstattung gibt es hier. Einen ausführlichen Beitrag über das Pilotprojekt lesen Sie in Regionalverkehr 6-2026. Das Heft erscheint am 30. Oktober 2026 und ist im Bahnhofsbuchhandel erhältlich. Alternativ können Sie Regionalverkehr auch im Print- oder E-Paper-Abo beziehen.
Text: Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV)/red, Bild: Nina Skripietz/NVV



