
Das Verkehrsunternehmen metronom löst ab Dezember 2027 den aktuellen Betreiber ab. Bis dahin fährt auf dem RE5 Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Stade – Cuxhaven noch die Regionalverkehre Start Deutschland bzw. ab August 2026 deren Muttergesellschaft DB Regio.
Doppelstockzüge mit Dieselloks
metronom hatte die Linie nach Cuxhaven bereits von Dezember 2007 bis Dezember 2018 betrieben und hat sich nun in einem EU-weiten Wettbewerbsverfahren erneut durchgesetzt. Der neue Vertrag läuft über zehn Jahre. Das so genannte Teilnetz Unterelbe wird mit diesellok-bespannten Doppelstockzügen aus dem Fahrzeugpool der LNVG betrieben. Für die Instandhaltung bleibt der Hersteller Alstom verantwortlich, der auch Halter der Fahrzeuge ist. Die bisherigen Mitarbeiter müssten sich keine Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen, betonte Carmen Schwabl, Sprecherin der LNVG-Geschäftsführung, am 7. Juli 2026: „Da dieselben Züge aus unserem Fahrzeugpool weiter unterwegs sein werden, gilt der Betreiberwechsel als Betriebsübergang. Beschäftigte werden direkt übernommen, wenn sie möchten.“ Größere Änderungen am Angebot auf der Strecke sind nicht möglich: Die Situation im Hamburger Hauptbahnhof lässt nicht zu, mehr oder längere Züge einzusetzen.
Vertrag kann um bis zu zwei Jahre verlängert werden
Die Laufzeit des Verkehrsvertrags von zehn Jahren berücksichtigt eine geplante Elektrifizierung zwischen Stade und Cuxhaven und soll durch die Aufgabenträger optional um bis zu zwei weitere Jahre verlängert werden können, zum Beispiel wenn sich die Fertigstellung der Elektrifizierung über 2037 hinaus verzögern sollte. Das EU-weite Vergabeverfahren hatte die LNVG als federführender Aufgabenträger zuvor am 23. September 2025 im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Im Teilnetz Unterelbe werden pro Jahr etwa 1,59 Mio. Zug-km gefahren. Der Anteil der LNVG beträgt mit 1,25 Mio. Zug-km 79%, bei Hamburg liegen 0,34 Mio. Zug-km, also 21%.
So funktionieren Vergabe-Verfahren
Um Betreiber für Bahnstrecken im Nahverkehr zu finden, sind nach gesetzlichen Vorgaben europaweite Ausschreibungen durchzuführen. Dabei legt die LNVG hohe Anforderungen fest, die die Bahnunternehmen akzeptieren müssen, wenn sie den Auftrag erhalten wollen. Den Zuschlag erhält das Unternehmen, das für die geforderten Standards – und mögliche Zusatzqualitäten – das beste Preis-Leistung-Verhältnis anbietet. Um sich überhaupt bewerben zu können, müssen die Unternehmen nachweisen, vergleichbare Netze bereits betrieben zu haben. Auch muss nachgewiesen werden, dass das Unternehmen über die nötige fachliche und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für den Betrieb verfügt.
Über die LNVG
Die LNVG plant für weite Teile Niedersachsens das Angebot mit Nahverkehrszügen. Sie vermietet Lokomotiven und Wagen an die Betreiber. Die LNVG bezahlt für die Zugfahrten rund 600 Mio. Euro im Jahr – das sind rund 60% der Kosten. Von den Fahrgästen, also über die Fahrkarten, werden etwa 40% der Kosten getragen. Außerdem ist die LNVG unter anderem Aufsichts- und Genehmigungsbehörde für den Verkehr mit Linienbussen und Stadtbahnen im Land.
Text: LNVG/red, Bild: Regionalverkehr


