
2,4 % aller Züge im Gebiet der LNVG sind im vergangenen Jahr plötzlich ausgefallen – der Wert ist besser als 2024. Damals waren es noch 3,3 %. Ungeplant ausgefallene Züge sind für Fahrgäste besonders ärgerlich, da sie sich nicht darauf einstellen können.
Weitere Anstrengungen erforderlich
Laut LNVG haben mehrere Gründe zu der Verbesserung geführt. Es gab weniger Störungen an Zügen und fast keine Streiktage. Carmen Schwabl, Sprecherin der LNVG-Geschäftsführung, sagte am 30. April 2026: „Es sind auch weniger Züge wegen Personalmangels ausgefallen. Offenbar gelingt es den Bahnunternehmen endlich, mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und auch zu halten.“ Fehlende Lokomotivführer, Kundenbetreuer sowie Werkstattpersonal sind seit Langem ein Problem der Unternehmen. Schwabl: „Die Bahnunternehmen müssen sich hier weiter anstrengen. Noch gibt es zu viele plötzliche Zugausfälle. Erst wenn mindestens 99,3 % der Züge fahren, werten wir das als ,im grünen Bereich‘.“ Die LNVG ist für den Nahverkehr mit Regionalzügen in weiten Teilen Niedersachsen verantwortlich, die Gebiete der Region Hannover und der Regionalverband Großraum Braunschweig gehören nicht dazu.
Fahrgäste müssen Fehler der Bundesebene ausbaden
2025 lag die Pünktlichkeit im LNVG-Gebiet bei 81,3 %, 2024 waren es noch 84 % gewesen. Alles unter 85 % wertet die LNVG als ‚im roten Bereich‘ – als pünktlich gilt in dieser Auswertung ein Zug mit höchstens fünf Minuten Verspätung. Die Verspätungen im LNVG-Gebiet werden seit Jahren mehr. „Fahrgäste und Bahnunternehmen bekommen immer stärker zu spüren, dass der Bund über Jahrzehnte zu wenig Geld ins Streckennetz investiert hat“, kommentierte LNVG-Sprecherin Schwabl. „Verspätungen wegen defekter Weichen oder Signale wären seltener, wenn die Technik in einem besseren Zustand wäre.“ Häufige Gründe für Verspätungen sind zudem gefährliche Ereignisse, Wettereinflüsse, aber auch Fernzüge, die vorbeigelassen werden müssen. Zum Vergleich: Die Deutsche Bahn (DB AG) gibt für ihre Fernzüge für 2025 eine Pünktlichkeit von 60,1 % an. Dabei gelten Züge als pünktlich, die weniger als sechs Minuten verspätet sind.
Bahnunternehmen bekommen weniger Geld
Rund 600 Mio. Euro bezahlt die LNVG pro Jahr für die Zugfahrten an die verschiedenen Betreiber. Für Verspätungen, plötzliche Zugausfälle oder zu kurze Züge behält die Gesellschaft allerdings Zahlungen ein. Im vergangenen Jahr waren das 29,8 Mio. Euro, 2024 hatte der Wert noch bei 32,2 Mio. Euro gelegen. Grund für den Rückgang sind weniger plötzlich ausgefallene Züge. „Wir würden uns freuen, wenn wir die volle Summe zahlen müssten, dass wäre der Beweis für einen störungsfreien Betrieb“, sagte Schwabl. Das einbehaltene Geld nutzt die LNVG unter anderem, um zum Beispiel Schienenersatzverkehre (SEV) sowie qualitätssteigernde Maßnahmen wie zusätzliche Personalreserven, zusätzliche Triebfahrzeugführer-Ausbildungen oder auch zusätzliches Sicherheitspersonal zu finanzieren.
Alle Daten im Internet
Für alle Regionalexpress-, Regionalbahn- und S-Bahn-Linien der Aufgabenträger in Niedersachsen stehen die Daten zu Verspätungen, Zugausfällen und fehlenden Waggons im LNVG-Qualitätsmonitor bereit. Die Website wird quartalsweise aktualisiert.
Text: LNVG/red, Bild: Regionalverkehr


