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Infrastruktur, Mobilität

Mainz: Neue Tram-Strecke mit Zeitinsel

Die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) hat eine nur wenige hundert Meter lange Straßenbahn-Neubaustrecke in Betrieb genommen. Die Querspange soll unter anderem den Bahnhofsvorplatz entlasten.

13. August 2026

Eine Straßenbahn hält an einer Haltestelle, Personen steigen ein und aus.
Am Münsterplatz halten die stadteinwärts fahrenden Straßenbahnen an einer „Zeitinsel“ – während die Tram einfährt, hat der Individualverkehr rot, sodass die Fahrgäste ungefährdet ein- und aussteigen können. Der Autofahrer in der Bildmitte ist von diesem neuen System ganz offensichtlich überfordert …
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Für den Mainzer Nahverkehr ist ein Meilenstein erreicht: Seit dem 10. August 2026 verkehren die Straßenbahnen der Linie 53 sowie die Buslinien 6, 64, 65 und 78 zwischen den Haltestellen Hauptbahnhof West und Münsterplatz durch die Binger Straße. Mit der Fahrt über die nur wenige hundert lange Querspange entlasten die Linien vor allem den Bahnhofsvorplatz, außerdem sind sie schneller in der Innenstadt. Am Hauptbahnhof West kann wie gewohnt in die S-Bahnen nach Frankfurt (Main) und Wiesbaden sowie in die Züge des Nah- und Fernverkehrs umgestiegen werden.

Die erste „Zeitinsel“ in Mainz

Mit dem Straßenbahn-Ausbau wurde die Binger Straße zugleich grundlegend neugestaltet. Neben modernen Haltestellen entstanden breitere und sicherere Rad- und Gehwege und eine Neuordnung des Straßenraums. Mit der Haltestelle Münsterplatz D, an der die stadteinwärts fahrenden Straßenbahn und Busse stoppen, hat Mainz zudem erstmals eine so genannte Zeitinsel bekommen. Diese funktioniert ganz einfach: Fahrgäste warten wie gewohnt auf die ankommende Bahn. Fährt die Tram in den Haltestellen-Bereich ein, schaltet eine davor befindliche Ampel den Autoverkehr auf Rot. So können Fahrgäste die erste Fahrspur sicher überqueren und bequem ein- und aussteigen. Zwischen der ersten Spur, die erhöht ausgeführt ist, und der „tiefergelegten“ zweiten Spur, auf der die Straßenbahn-Gleise verlaufen, wurde der Kasseler Sonderbord des Herstellers Profilbeton eingebaut, sodass die Fahrgäste in die niederflurigen Straßenbahnen stufenfrei einsteigen können. 

Die Neugestaltung macht die Binger Straße damit für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer, komfortabler und leistungsfähiger, so die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) in einer Pressemitteilung. Ein kurzer Besuch vor Ort hat jedoch gezeigt, dass sich nicht alle Fahrradfahrer an die rote Ampel nach Einfahrt der Straßenbahn halten. Auch ein Autofahrer hatte die Ampel ignoriert und war erst wenige Meter vor den Ein- und Aussteigenden zum Stehen gekommen.

Noch ausstehende Restarbeiten

Mit der Inbetriebnahme ist die Neugestaltung der Binger Straße weitgehend abgeschlossen. Lediglich letzte Pflasterarbeiten an den Gehwegen sowie die Baumpflanzungen stehen noch aus, außerdem einige Restarbeiten an der Straßenbahn-Infrastruktur, darunter die Oberleitung. Neue Straßenbäume werden erst im Herbst gepflanzt, weil sie dann bessere Startbedingungen haben. Darüber hinaus werden in den kommenden Wochen noch einzelne Arbeiten außerhalb der eigentlichen Binger Straße ausgeführt. Diese betreffen die Fertigstellung von Geh- und Radwegen sowie Arbeiten an den Verkehrsflächen und Versorgungsleitungen. 

Offizielle Eröffnung am 15. August 2026

Die offizielle Eröffnung der neuen Straßenbahn-Strecke wird am 15. August 2026 auf dem Münsterplatz gefeiert. Gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Staatssekretär für Verkehr und Mobilität Markus Wolf (CDU), dem Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos), der Mainzer Dezernentin für Umwelt und Mobilität Janina Steinkrüger (Die Grünen) und dem Stadtwerke-Vorstandsvorsitzenden Daniel Gahr wird MVG-Geschäftsführer Florian Wiesemann die neue Strecke offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Mit der Inbetriebnahme der Querspange ist das erste Teilprojekt des Straßenbahn-Ausbauprojekts „M wie Zukunft: Meine Straßenbahn-Stadt“ erfolgreich abgeschlossen. Ziel des Gesamtprojekts ist es, das Mainzer Straßenbahn-Netz schrittweise auszubauen und den ÖPNV in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt langfristig noch leistungsfähiger und attraktiver zu gestalten, damit mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen. Für die weiteren Teilprojekte sind die freiwilligen Bürgerbeteiligungen bereits abgeschlossen, die Planungen dazu werden jetzt vertieft weitergeführt. 

Text: MVG/red, Bild: Regionalverkehr

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