
MAN Truck & Bus hat mit „MAN2030+“ ein Programm zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung seiner Standorte aufgelegt und sich hierzu mit der Arbeitnehmerseite umfassend verständigt. In einem Eckpunktepapier hat das Unternehmen gemeinsam mit der betrieblichen Mitbestimmung und der IG Metall wesentliche Maßnahmen des Vorhabens festgehalten. Damit sollen bei MAN die Kosten bis 2028 um rund 900 Mio. Euro gesenkt und die Performance des Unternehmens nachhaltig verbessert werden.
Wettbewerbsfähigkeit gesichert
Gleichzeitig sollen an den deutschen MAN-Standorten bis Ende 2030 Investitionen von fast 1 Mrd. Euro getätigt werden. Zugleich werden wesentliche Investitionen, die für die nächste Fahrzeug-Generation auf Basis des künftigen Baukasten-Systems TRATON Modular System (TMS) notwendig sind, perspektivisch auch in Osteuropa vorgenommen. Im Rahmen von „MAN2030+“ soll in Osteuropa auch der Aufbau einer weiteren Batterie-Fabrik in Abhängigkeit vom Hochlauf der E-Mobilität im Truck- und Busbereich erfolgen. MAN-CEO und TRATON-Vorstandsmitglied Alexander Vlaskamp sagte am 15. Januar 2026 in München: „Das Vorhaben sichert die Wettbewerbsfähigkeit von MAN und garantiert unseren Kunden auch weiterhin ein breites Produkt-Portfolio als Full-Liner, was die Basis für den künftigen Erfolg des Unternehmens bildet. So sichern wir die Arbeitsplätze der aktuell bei uns Beschäftigten auch in der Zukunft. Wir werden nun das langfristig orientierte Programm ,MAN2030+‘ konsequent umsetzen, um damit dem sich verschärfenden Wettbewerb, den sich ändernden Markt-Bedingungen und den großen regulatorischen Risiken frühzeitig zu begegnen.“ Karina Schnur, Vorsitzende des MAN-Gesamtbetriebsrats, ergänzte: „Die Einigung ist ein ganz starkes Signal für die Sicherheit, die Stabilität und auch die Zukunftsperspektiven unserer Beschäftigten. Mit dieser Vereinbarung sichern wir die Arbeitsplätze der bei MAN beschäftigten Kolleginnen und Kollegen mindestens bis Ende 2035.“
Standorterhalt und Investitionen
Um die Investitionen tätigen zu können, sind auch Maßnahmen zur Kostensenkung Teil des Programms „MAN 2030+“. Überwiegend bei Material- und Sachgemein-Ausgaben sollen Kosten in Höhe von rund 900 Mio. Euro eingespart werden. Weitere Sparmaßnahmen betreffen die Belegschaft unmittelbar und sind mitbestimmungspflichtig. In diesem Zusammenhang wurde eine langfristige Beschäftigungs-Sicherung für die Mitarbeiter in Deutschland bis Ende 2035 vereinbart und der Erhalt aller deutschen Produktionsstandorte festgeschrieben. Zudem kann sich diese Beschäftigungs-Sicherung in Abhängigkeit bestimmter Faktoren der Unternehmens-Performance sogar bis Ende 2040 verlängern. Ein Großteil der 1 Mrd. Euro soll an bayrischen Standorten investiert werden. Um diese und weitere Investitionen in den Feldern Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung der Fahrzeuge abzusichern, soll die Stellenzahl an den deutschen Standorten in den nächsten Jahren entlang der Entwicklung der demografischen Kurve unter Nutzung der natürlichen Fluktuation angepasst werden. Betriebsbedingte Kündigungen werden dadurch ebenso vermieden wie kostenintensive Abfindungs-Programme. Zudem sollen im Rahmen von „MAN2030+“ mit 2300 Stellen über den Zeitraum von zehn Jahren deutlich weniger Stellen entfallen, als Beschäftigte im gleichen Zeitraum in Rente gehen.
Erfolgsbeteiligungen für die Mitarbeiter
Tarifliche Einschnitte für die Beschäftigten von MAN Truck & Bus und der TRATON R&D Germany GmbH sind im Programm „MAN2030+“ ausgeschlossen worden. Zudem sollen auch künftig Erfolgsbeteiligungen an alle in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter ausgeschüttet werden. Die MAN hat zudem angekündigt, weiter übertarifliche Lohnbestandteile zu zahlen, um in Deutschland wettbewerbsfähig und ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben.
Jährlich neue Azubis
Die Ausbildung wird im Rahmen des Programms weiter ihre große Bedeutung für MAN behalten. Das Unternehmen hat zugesagt, künftig an einem Großteil der Standorte jährlich neue Azubis bei technischen Ausbildungsplätzen in Höhe von mindestens 2 % der direkten Stammbelegschaft einzustellen. Aktuell beschäftigt MAN in Deutschland rund 1500 Auszubildende.
Text: MAN Truck & Bus/red, Bild: MAN Truck & Bus



