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Mobilität

marego vereinfacht das Tarifsystem

Der Magdeburger Regionalverkehrsverbund (marego) reformiert seinen Tarif: Die Zahl der Preisstufen sinkt, das Angebot wird verschlankt, und die 24-Stunden-Karte lohnt sich künftig schon ab der zweiten Fahrt.

21. April 2026

Eine Straßenbahn fährt auf einer breiten Straße vor Häusern.
Eine Straßenbahn der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB).
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Ziel der Reform ist es, den ÖPNV-Tarif im Verbundgebiet einfacher, übersichtlicher und alltagstauglicher zu gestalten. Der neue marego-Tarif soll am 1. August 2026 starten.

Weniger Preisstufen und Produkte

Künftig wird die Zahl der Preisstufen von bislang 14 auf 6 reduziert. Es werden zwei Preisstufen für den Nahbereich geschaffen: die Preisstufe MD, die nur für die Landeshauptstadt Magdeburg gilt, und die Preisstufe Lokal für Fahrten innerhalb einer Tarifzone mit Bus und Zug sowie für Fahrten zum benachbarten Tarifpunkt in einer weiteren Tarifzone, solange diese Fahrten im Bus stattfinden. Für längere Fahrten gibt es die Preisstufen Regio 1 bis Regio 4. Für Fahrgäste soll das Preissystem dadurch einfacher und verständlicher werden. Auch das Sortiment wird überarbeitet: Derzeit gibt es fast 200 Fahrkartenarten und mehr als 11.000 Kombinationen aus Fahrkarten und Preisstufen. Künftig wird sich marego stärker auf die Angebote konzentrieren, die im Alltag tatsächlich nachgefragt werden. Im Mittelpunkt stehen zwei Kernprodukte: die 24-Stunden-Karte für die Tagesmobilität und die persönliche Abo-Monatskarte für die Monatsmobilität. Die 24-Stunden-Karte soll sich künftig bereits ab der zweiten Fahrt lohnen.

Familienfreundliche Änderungen

Für Familien sieht die Reform spürbare Änderungen vor. Nicht nur wird die 24-Stunden-Karte günstiger, es können bis zu drei Kinder bis einschließlich 14 Jahren kostenlos mitgenommen werden – ein deutlicher Vorteil für Familien im Alltag. Diese Mitnahmeregelung wird auch für die persönliche Abo-Monatskarte nutzbar sein.

Optimiertes Abo-Angebot

Für rund 130.000 Abonnenten bereitet der Verbund ebenfalls zahlreiche Änderungen vor. Im Abo-Bereich setzt marego künftig auf die persönliche Abo-Monatskarte, die monatlich kündbar ist und ausschließlich digital als Chipkarte sowie als Handyticket zur Verfügung steht. Zudem wird die ermäßigte Abo-Monatskarte künftig auch für Menschen ab 65 Jahren angeboten. Die übrigen Abo-Monatskarten werden abgeschafft. Dafür wird durch die Abo-Erweiterung Abo-Plus ein zur persönlichen Abo-Monatskarte zubuchbarer Baustein eingeführt. Diese Abo-Erweiterung ermöglicht die ganztägige Übertragbarkeit der Abo-Monatskarte auf andere Personen, die Mitnahme eines Hundes, die Mitnahme einer weiteren Person montags bis freitags ab 17 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen ganztätig. An Wochenenden und Feiertagen gelten die Zusatzfunktionen verbundweit.

Stärkere Digitalisierung im Vertrieb

Teil der Reform ist auch eine stärkere Digitalisierung im Vertrieb. In den Preisstufen MD und Lokal führt marego für ausgewählte Produkte einen Digitalrabatt von rund 10 % ein, unter anderem bei Kurzstrecke, Einzelfahrt und 24-Stunden-Karte. Zusätzlich soll es in der Fairtiq-App einen Wochenbestpreis geben. Fahrkarten der Preisstufen Lokal sowie Regio 1 bis Regio 4 werden künftig bereits beim Kauf entwertet. Die bisherige Entwertertechnik wird – außer in den Fahrzeugen der MVB und auf den Bahnhöfen innerhalb der Stadt Magdeburg – abgeschafft. Damit sollen die Kosten im Vertrieb in längerer Perspektive optimiert werden.

Preisanpassungen 

Im Rahmen der Tarifreform wird es eine durchschnittliche Preisanhebung von 3,9 % geben. Zahlreiche Produkte werden dank des Digitalrabatts und der Rückfahrt-Rabattierung mit der 24-Stunden-Karte nicht teurer. Gleichzeitig wird rund ein Drittel aller Fahrten günstiger.

Hintergründe der Reform

Hintergrund der Tarifreform sind veränderte Rahmenbedingungen im Nahverkehr, insbesondere seit Einführung des Deutschland-Tickets. Während die Fahrgastzahlen steigen, gehen die Verkaufszahlen klassischer Tarifprodukte wie beispielsweise Einzelfahrten um 38 %, Monatskarten um 86 % und Jobtickets um 60 % deutlich zurück. Der Verbund sieht deshalb die Notwendigkeit, sein regionales Tarifsystem grundlegend neu auszurichten. „Die Menschen wollen vor allem eines: einfach ankommen. Genau daran orientiert sich unsere Reform“, sagte marego-Geschäftsführer Marcel Czarnecki am 17. April 2026 in Magdeburg. „Wir wollen einen Tarif, den man schnell versteht, der fair aufgebaut ist und im Alltag wirklich hilft.“ 

Über marego

Der Magdeburger Regionalverkehrsverbund marego ist der Verkehrsverbund für die Landeshauptstadt Magdeburg sowie für die Landkreise Börde, Jerichower Land und Salzlandkreis. Im marego-Gebiet sind die Fahrgäste mit einer Fahrkarte in Bahn, Bus und Straßenbahn mobil. Jährlich nutzen mehr als 50 Mio. Fahrgäste den marego-Tarif. 

Text: marego/red, Bild: Regionalverkehr

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