
Leise. Sauber. Wasserstoff. Mit diesem Dreiklang stellten die DB-Tochter Südostbayernbahn (SOB) und der Fahrzeug-Hersteller Siemens Mobility am 17. Juli 2026 in Mühldorf am Inn den ersten Wasserstoff-Triebzug für den Regelbetrieb in Bayern vor. Im Rahmen der Präsentation wurde der Mireo Plus H symbolisch in die Flotte der SOB aufgenommen.
Lokal emissionsfrei unterwegs
Die zweiteiligen Wasserstoff-Züge kommen im Rahmen des Verkehrsvertrags „Linienstern Mühldorf 2025+“ zum Einsatz. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den SPNV im Auftrag des Freistaats plant und finanziert, hatte ihren Einsatz vorgegeben. Zwischen Mühldorf und Burghausen ersetzen die Neuzugänge herkömmliche Dieseltriebzüge der Baureihe 628. Die neuen Mireo Plus H sind nicht nur leiser und lokal emissionsfrei unterwegs, sondern mit barrierefreien Einstiegen, bequemen Sitzen und Klimaanlage auch deutlich komfortabler. Die Wasserstoff-Versorgung erfolgt über eine neu gebaute Tankstelle von DB Energie in Mühldorf, die mit 100 % Ökostrom betrieben wird. Aktuell finden Test- und Schulungsfahrten statt, ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 sollen drei Einheiten auf der Strecke Mühldorf – Burghausen zum Einsatz kommen.
Stimmen
Christoph Kraller, Konzernbevollmächtigter Deutsche Bahn für den Freistaat Bayern, sagte bei der Premiere: „Mit dem ersten Wasserstoff-Zug im Regelbetrieb zeigen wir, wie der Abschied vom Diesel auf der Schiene gelingen kann. Wir sparen mit den Zügen nicht nur CO₂ ein, sie sind auch leiser als herkömmliche Dieselzüge.“ Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) führte aus: „Die Bayerische Staatsregierung hat beschlossen, den Dieselbetrieb im bayerischen SPNV bis 2040 zu beenden. Wasserstoff-Züge bilden dafür neben der Elektrifizierung von Strecken und dem Einsatz von Akku-Zügen einen Mosaikstein und können auf der Strecke von München nach Burghausen, im so genannten Chemiedreieck, ideal eingesetzt werden.“ Markus Frank, Kfm. Leiter Regionalzüge Siemens Mobility, ergänzte: „Mit dem Start des Testbetriebs unserer drei Mireo-Plus-H-Züge im Netz Linienstern Mühldorf erreichen wir einen wichtigen Meilenstein für die umweltfreundliche Mobilität in Bayern. Wasserstoff- und Batteriezüge ermöglichen emissionsfreien Schienenverkehr auch dort, wo eine Elektrifizierung der Strecke nicht wirtschaftlich oder kurzfristig umsetzbar ist. So leistet Wasserstoff-Technologie einen wichtigen Beitrag zum Ausstieg aus fossilen Antrieben.“
8,2 Mio. Euro Förderung
Die Beschaffung der Wasserstoff-Züge wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr“ des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) mit insgesamt 4,4 Mio. Euro gefördert, die Errichtung der Tankstellen-Infrastruktur mit 3,8 Mio. Euro. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienz-Fazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förder-Richtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.
Bayern setzt auf Akkuzüge
Bereits seit dem 10. September 2024 ist ein neuer Mireo Plus H bei der Bayerischen Regiobahn GmbH (BRB) in Augsburg stationiert und planmäßig nach Füssen und Peißenberg unterwegs. Hier verläuft der Pilotbetrieb, der bis Mitte 2027 geplant ist, nicht immer reibungslos, doch der Einsatz des Fahrzeugs ist zuverlässiger geworden. Trotzdem werden Wasserstoff-Triebzüge in Bayern langfristig keine Zukunft haben: Anfang 2025 hatte die Staatsregierung entschieden, auf den großen Dieselnetzen unter anderem in Schwaben, im westlichen Oberbayern sowie im Bayerischen Wald künftig Akkuzüge einzusetzen. Zum Nachladen der batterie-elektrischen Fahrzeuge sollen entweder ganze Strecken bzw. einzelne Abschnitte elektrifiziert oder in diversen Bahnhöfen Ladestationen errichtet werden.
Text: DB AG/red, Bild: Südostbayernbahn


