
Die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) haben den Höhepunkt des Jubiläumsjahres am 17. Oktober 2026 mit einem rund 300 m langen Korso aus insgesamt 15 historischen und modernen Fahrzeugen begonnen. Für historisches Flair sorgten jeweils in historischen Uniformen Schienenritzen-Reinigerinnen, die für freie Gleise sorgten, und Schaffner, die historische Fahrscheine verteilten.
150 Jahre Stadtgeschichte
Aus einem historischen Pferdewagen begrüßten Oberbürgermeister Dominik Krause (Die Grünen) und Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der SWM, die Besucher an der Theatinerstraße, bevor sich der Korso in Bewegung setzte. Krause sagte: „150 Jahre Münchner Tram sind 150 Jahre Stadtgeschichte. Die große Begeisterung an diesem Jubiläums-Wochenende zeigt, wie eng die Tram mit unserer Stadt verbunden ist. Sie hat München über viele Jahrzehnte geprägt und wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle für die Mobilität und die Entwicklung unserer wachsenden Stadt spielen.“ SWM-Chef Bieberbach ergänzte: „Mein besonderer Dank gilt den Freunden des Münchner Trambahn-Museums, den Straßenbahnfreunden München und dem Omnibus-Club München. Gemeinsam mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen von SWM und MVG haben sie dieses Jubiläum mit großem persönlichem Einsatz möglich gemacht. Ohne ihr Engagement wäre ein Fest in dieser Form nicht denkbar gewesen.“
Rund 25.000 Tram-Begeisterte sind dabei
Angeführt von einer modernen Tram des Typs Siemens Avenio im Jubiläums-Design setzte sich die Fahrzeugparade aus Triebwagen und teilweise auch Beiwagen der Jahre 1901 bis heute in Richtung Tram-Betriebshof Einsteinstraße in Bewegung. Den Abschluss der Fahrzeugparade bildeten historische Busse des Omnibus-Clubs München (OCM). Im Anschluss an den Korso fuhren bis zum Abend eine Auswahl der historischen Straßenbahnen sowie die beiden Avenios im Retro-Design als Jubiläumslinie zwischen dem Tram-Betriebshof Einsteinstraße und dem Sendlinger Tor. Zusätzlich war eine Jubiläumslinie mit historischen Bussen des OCM im Einsatz. An den beiden Endstationen gab es jeweils ein kleines Rahmenprogramm.
Großer Andrang im Betriebshof
Am 18. Oktober 2026 hatte der Tram-Betriebshof Einsteinstraße seine Tore geöffnet. Familien mit Kindern, Tram-Fans und viele weitere Interessierte erhielten spannende Einblicke hinter die Kulissen. Insgesamt wurden rund 10.000 Besucherinnen und Besucher beim Tag der offenen Tür gezählt – zeitweise musste der Betriebshof wegen Überfüllung geschlossen werden. Zu sehen gab es historische und moderne Trambahnen, verschiedene Betriebsfahrzeuge wie Unimog, Turmwagen, Fahrdraht-Kontrollwagen, Kran- und Schienen-Reinigungsfahrzeuge sowie Unfallhilfswagen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Berufsgruppen berichteten an mehreren Stationen über ihre Arbeit im Tram-Betriebshof. Die Besucher hatten zudem die Möglichkeit, eine Tram von unten und von oben zu sehen sowie einen Blick in die Waschanlage und die Lackiererei zu werfen. Im Außenbereich wurde vorgeführt, wie Gleise verschweißt werden und wie die Oberleitung per Drohne inspiziert wird. Historische Busse des OCM waren ebenfalls unterwegs, diesmal pendelten sie zwischen Max-Weber-Platz und dem Tram-Betriebshof.
München als Vorbild
Auch der Fahrgastverband PRO BAHN hat der Münchner Tram zu ihrem Geburtstag gratuliert: „Die Tram hat München großgemacht. Ohne sie wäre die Stadtentwicklung um die Jahrhundertwende 1900 gar nicht möglich gewesen,“ sagte Andreas Frank, Münchner Sprecher des Fahrgastverbands. Prof. Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender von PRO BAHN, ergänzte: „München zeigt, was eine Stadt gewinnt, wenn sie an der Tram festhält. Viele Städte, die ihre Straßenbahn in den 1960er- und 1970er-Jahren abgeschafft haben, bauen sie heute mühsam und teuer wieder auf. Wer jetzt noch zögert, sollte nach München schauen.“
Weitere Informationen und Berichte zum Tramjubiläum gibt es hier.
Text: SWM/MVG/red, Bild: SWM/MVG, Marcus Schlaf


