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Infrastruktur

NASA: Störungen auf Sachsen-Anhalts Schienen

In Sachsen-Anhalt kommt es immer häufiger zu Störungen an der Bahn-Infrastruktur – beispielsweise dürfen die Züge zwischen Magdeburg und Dessau abschnittsweise nur noch mit 20 km/h fahren.

29. Mai 2026

Ein Gleis führt unter Bäumen entlang.
Marode Gleise führen vermehrt zu Verspätungen, instabilen Fahrplänen und verpassten Anschlüssen (Symbolbild).
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„Der Zustand der Schienen-Infrastruktur in Sachsen-Anhalt ist an zu vielen Stellen nicht mehr akzeptabel“, sagte die Infrastrukturministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Lydia Hüskens (FDP), am 28. Mai 2026 in Magdeburg. Hüskens weiter: „Wenn Langsamfahrstellen, Stellwerksprobleme, Bahnübergangsstörungen und weitere Infrastruktur-Mängel den Verkehr über Wochen oder Monate beeinträchtigen, ist das ein strukturelles Problem.“

Kurzfristige Störungen mit Wechselwirkungen

Die neueste Langsamfahrstelle zwischen Magdeburg und Dessau, die am 27. Mai 2026 eingerichtet wurde, steht nach Einschätzung der landeseigenen Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) exemplarisch für eine Entwicklung, die den Schienenverkehr vor allem im Raum Magdeburg zunehmend belastet. Daneben bestehen weitere kritische Punkte im Netz, unter anderem eingleisige Streckensperrungen zwischen Magdeburg und Burg im Zusammenhang mit dem Neubau des Stellwerks Gerwisch, weitere Langsamfahrstellen im Bereich Zielitz aufgrund bergbaubedingter Einschränkungen, Infrastrukturmängel in Magdeburg-Sudenburg sowie tägliche Störungen an Bahnübergängen auf der Strecke Magdeburg – Braunschweig. 

Die Auswirkungen sind für die Fahrgäste – auch durch gegenseitige Wechselwirkungen wie den Rückstau von Güterzügen – immer stärker spürbar. Die Einschränkungen führen vermehrt zu Verspätungen, instabilen Fahrplänen, verpassten Anschlüssen und zusätzlichen Belastungen im täglichen Pendelverkehr. Da viele Störungen sehr kurzfristig auftreten, können diese von den Betreibern in der Fahrgastinformation nicht vernünftig kommuniziert werden. Dies sorgt bei den Fahrgästen für zusätzlichen Frust. Hinzu kommt, dass die Beseitigung von Störungen oft Wochen, zum Teil Monate dauert, und häufig nicht nachhaltig ist. Die Strecke von Magdeburg nach Wolfsburg ist hiervon besonders betroffen.

Pünktlichkeit im SPNV geht spürbar zurück

Auch statistisch zeigt sich die Entwicklung deutlich. Die Pünktlichkeitsstatistik der NASA GmbH weist einen Rückgang der Pünktlichkeit im SPNV von 94 % im Jahr 2021 auf 84 % im Jahr 2025 aus. Dabei gelten Züge mit einer Verspätung von weniger als fünf Minuten noch als pünktlich. 

Aus Sicht der NASA GmbH verschärfen zusätzliche Umleiterverkehre im Fern- und Güterverkehr die Lage im Raum Magdeburg weiter. Diese entstehen unter anderem infolge der bundesweiten Generalsanierungen anderer Korridore. Gleichzeitig konnten notwendige Ausbau- und Instandhaltungs-Maßnahmen in der Region bislang nicht im erforderlichen Umfang umgesetzt werden.

Land fordert zügige Sanierungsmaßnahmen

Nach den Worten von Lydia Hüskens hat das Land erkennbare Problembereiche frühzeitig gegenüber der DB InfraGo benannt hat und auch weiter darauf hinwirkt, dass Einschränkungen möglichst gar nicht erst eintreten. Das Land fordert von der Bahntochter kurzfristige Gegenmaßnahmen. Ministerin Hüskens forderte: „Besonders kritische Langsamfahrstellen müssen zügig saniert, Instandhaltung und Reparatur in der Region mit zusätzlichen Mitteln und Ressourcen gestärkt und die Betriebsqualität im SPNV stabilisiert werden.“ Dies gelte umso mehr mit Blick auf die ab Oktober anstehende Generalsanierung Berlin – Stendal – Wolfsburg – Hannover und die dafür vorgesehene Umleitungsstrecke über Magdeburg und Braunschweig.

Text: NASA GmbH/red, Bild: Adobe Stock/Alexey Stiop

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