
Die von der National Express Rail GmbH (NX) betriebenen Regionalexpress- und Regionalbahn-Linien (RE und RB) in Nordrhein-Westfalen, die bis nach Hessen und Rheinland-Pfalz reichen, sollen wieder pünktlicher verkehren und auf stark nachgefragten Strecken mehr Kapazitäten bieten. Dafür werden die bestehenden Verkehrsverträge neu geordnet, so der Betreiber und die Aufgabenträger in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 30. Januar 2026.
RRX-Verkehrsverträge werden um drei Jahre verkürzt
Die zuständigen Aufgabenträger sind der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), go.Rheinland, der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), der Nordhessische VerkehrsVerbund (NVV) sowie der Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord). Die Überarbeitung der bestehenden Verkehrsverträge mit NX soll eine langfristig tragfähige Perspektive für einen verlässlichen SPNV schaffen – für die Fahrgäste, die Aufgabenträger sowie den Betreiber und seine Mitarbeitenden. Die Vereinbarung umfasst mehrere zentrale Punkte. So soll für die Linien RE 7 (Krefeld – Köln – Wuppertal – Hamm – Münster– Rheine) und RB 48 (Bonn – Köln – Wuppertal) des Rhein-Münsterland-Express (RME) noch 2026 eine Umstellung auf einen Bruttovertrag erfolgen, bei dem die Aufgabenträger ein festes Entgelt unabhängig von den Fahrgeldeinnahmen zahlen. Ferner soll der RME-Vertrag auf Basis des Verkehrsvertrags 2.0 (ein Aktionsplan in Baden-Württemberg zur Qualitätssicherung im SPNV), der Stellhebel zur langfristigen Sicherung der Erbringung vereinbarter Verkehrsleistungen beinhaltet, angepasst und um mindestens zwei Jahre bis Dezember 2032 verlängert werden. Darüber hinaus wird die Laufzeit der Verkehrsverträge für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) von Ende 2033 auf Ende 2030 verkürzt. Dies dient der Vorbereitung einer Neuausschreibung im Rahmen des Nahverkehrsplans NRW. Zum RRX-Netz zählen die Linien RE 1, RE 4, RE 5, RE 6 und RE 11, deren Endpunkte unter anderem Aachen, Duisburg, Minden, Kassel-Wilhelmshöhe und Koblenz lauten.
Verbesserungen für die Fahrgäste
Im Zuge der zwischen NX und den Aufgabenträgern vereinbarten Maßnahmen sollen die Fahrgäste von mehr Pünktlichkeit und Sauberkeit profitieren. So will NX die Verlässlichkeit durch mehr operative Puffer gegen Verspätungen erhöhen und auf besonders ausgelasteten Strecken die Sitzplatz-Kapazitäten ausbauen, um überfüllte Züge möglichst zu vermeiden. Dazu sagte NX-Geschäftsführer Dr. Michael Hetzer: „Wir sind uns der Verantwortung für die Fahrgäste bewusst und setzen uns für ein verlässliches Mobilitätsangebot für die Menschen in NRW und darüber hinaus ein. Gleichzeitig gibt die Neuordnung der Verträge den Mitarbeitenden von National Express verlässliche Zukunftsaussichten. Eine wirtschaftlich tragfähige Lösung ist die Grundlage für ein langfristiges Engagement von National Express auf dem deutschen Markt.“ go-Rheinland-Chef Marcel Winter ergänzte: „Wir haben im gesamten Verlauf der Verhandlungen darauf gedrängt, Verbesserungen für die Fahrgäste zu erzielen. Die nun anvisierten Lösungen sind ein wichtiger Schritt für die Stabilisierung und qualitative Verbesserung des Zugverkehrs in NRW. Sie zeigen, dass die Aufgabenträger im Sinne der Fahrgäste bereits heute effizient und lösungsorientiert zusammenarbeiten.“
Über die National Express Rail GmbH
Die 2012 gegründete National Express Rail GmbH (NX) mit Hauptsitz in Köln beschäftigt in NRW mehr als 1200 Mitarbeiter. Seit dem Betriebsstart am 13. Dezember 2015 betreibt NX die beiden Linien RE 7 und RB 48. Am 9. Juni 2019 wurde die Linie RE 5 des Mobilitäts- und Infrastruktur-Projekts Rhein-Ruhr-Express (RRX) übernommen, gefolgt von der RRX-Linie RE 6 (RRX) am 15. Dezember 2019. Am 13. Dezember 2020 nahm NX zudem den Betrieb der Linie RE 4 auf. Am 1. Februar 2022 wurden die RRX-Linien RE 1 und RE 11 im Rahmen eines Notvergabeverfahrens übernommen. Anfang 2023 erhielt NX den Zuschlag für die Neuausschreibung des langfristigen Betriebs dieser Linien – damit ist das Unternehmen alleiniger Betreiber des RRX-Vorlaufbetriebs bis Ende 2033 (jetzt Ende 2030). Insgesamt erbringt NX auf allen sieben Linien über 21 Mio. Zug-km pro Jahr und befördert fast 87 Mio. Fahrgäste jährlich. Das Unternehmen ist Teil der britischen Mobico Group PLC.
Text: VRR/National Express/red, Bild: Regionalverkehr



