• Skip to primary navigation
  • Skip to main content
  • Skip to footer
Logo Regionalverkehr

Regionalverkehr

Die Fachzeitschrift für den Öffentlichen Personennahverkehr

  • Startseite
  • Inserate
  • Newsletter regioXpress
    • regioXpress anmelden
    • regioXpress abmelden
  • Probeheft
  • Abonnement
  • Geschenk-Abo
  • Kontakt
  • Technik
  • Infrastruktur
  • Mobilität
  • Messen
Werbebanner Regionalverkehr im Print-Abo

Infrastruktur, Mobilität

Nutzerfreundliche Bahnhöfe von morgen

Ein Forschungsteam unter der Leitung des ISOE hat Maßnahmen für nutzerfreundliche Bahnhöfe entwickelt. Die Ergebnisse zeigen, wie Bahnstationen zu Drehkreuzen der Mobilitätswende werden.

28. August 2026

Ein Zug steht an einem Bahnsteig in einer Bahnhofshalle.
Blick in die Hallen des Frankfurter Hauptbahnhofs mit Nah- und Fernverkehrszügen.
Werbebanner Regionalverkehr im Print-Abo

Bahnhöfe sind Drehkreuze für eine zukunftsfähige Mobilität: Sie bieten Reisenden die Möglichkeit, Zug, Bus, Fahrrad und Sharing-Angebote miteinander zu verknüpfen. Doch viele Stationen werden den Anforderungen für eine solche multimodale Mobilität kaum gerecht. Ein Forschungsteam unter der Leitung des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) hat auf Basis von Befragungen einen umfangreichen Maßnahmenkatalog für nutzerfreundliche Bahnhöfe von morgen entwickelt. 

Wichtig: Übersichtlichkeit und Sicherheit

Der Bahn kommt bei der Mobilitätswende eine außerordentlich wichtige Rolle zu: Steigen mehr Menschen auf das klimafreundliche Verkehrsmittel um, trägt das entscheidend dazu bei, dass die CO₂-Emissionen im Verkehrssektor sinken. Doch wer häufig Bahn fahren soll, ist darauf angewiesen, dass der Wechsel zwischen Zug, Bus, Fahrrad oder Sharing-Angeboten unkompliziert gelingt. Dafür braucht es an Bahnhöfen deutlich mehr als eine funktionierende Infrastruktur und verlässliche Züge. Entscheidend ist, dass sich Menschen an Bahnhöfen gut orientieren können, sich sicher fühlen und gerne dort aufhalten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam unter Leitung des ISOE. „Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass Aufenthaltsqualität an Bahnhöfen kein Komfortmerkmal ist, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Menschen klimafreundliche Mobilität nutzen“, sagte ISOE-Mobilitätsforscherin Jutta Deffner, Leiterin des Forschungsprojekts „Bahnhof der Zukunft“, am 25. August 2026 in Frankfurt am Main. 

Bahnhöfe als Schlüsselorte der Mobilitätswende

„Ob Menschen den Aufenthalt an Bahnhöfen als attraktiv erleben, entscheidet sich daran, wie gut sie sich in ihren Mobilitätsbedürfnissen unterstützt und als Reisende wertgeschätzt fühlen“, erläuterte die Mobilitätsforscherin. Dazu gehöre, dass Bahnreisende sich auf eine funktionierende Anschlussmobilität verlassen können. Deffner weiter: „Verkehrsübergreifende Angebote, die den Schienenpersonenverkehr möglichst nahtlos mit anderen umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wie Straßenbahn, Bus, Rad oder Sharing-Angeboten verknüpfen, müssen komfortabel, einfach und verlässlich an Bahnhöfen verfügbar sein.“ Für Akteure wie die Deutsche Bahn (DB AG), Kommunen, Verkehrsunternehmen und weitere Mobilitätsanbieter sei der Umbau hin zu so genannten multimodalen Drehkreuzen eine große Herausforderung und zugleich ihr zentraler Beitrag zur Mobilitätswende. 

Doch wie gelingt die Umsetzung? Das Forschungsteam im Projekt „Bahnhof der Zukunft“ zeigt unter anderem mit einem Zukunftsbild und einem Maßnahmenkatalog, wie Bahnhöfe nutzerfreundlicher gestaltet werden können. Der Katalog umfasst 32 Maßnahmen, die unterschiedliche Bereiche wie Architektur, Mobilitätsangebote oder Managementempfehlungen betreffen. Das Forschungsteam hat davon zehn Schlüssel-Maßnahmen priorisiert, die Bahnhöfe in ihrer Funktion als multimodale Plattform unterstützen. Dazu zählen beispielsweise eine konsequent intermodale Gestaltung und ein durchgehendes Design, hochwertige Fahrradabstellanlagen, und verbesserte Mobilitätsberatung. 

Von der User Journey bis zur Virtual-Reality-Empirie

Das Forschungsteam hat sich eng an den Bedürfnissen von Reisenden orientiert und für eine systematische Erhebung verschiedene empirische und analytische Verfahren kombiniert. Dazu gehörte eine bundesweite repräsentative Befragung im Jahr 2023, die das ISOE geleitet hat. „Ein zentraler analytischer Schritt für die Maßnahmen-Entwicklung war dann die Arbeit entlang der User Journey“, berichtet Marten Wassmann, Architekt beim Forschungspartner Gateways, Amsterdam. „Das heißt, wir haben idealtypische Abläufe der Nutzung entlang eines multimodalen Weges am Bahnhof nachvollzogen. Hierdurch konnten wir Schlüsselmomente wie Ankommen, Orientieren, Warten und Umsteigen und den Umgang mit Störungen aus Nutzersicht strukturiert beschreiben und in konkrete Nutzungs-Anforderungen übersetzen.“

In zwei immersiven Bahnhofs-Umgebungen konnten die Befragungsteilnehmer schließlich mit einer Virtual-Reality-Empirie konkrete Maßnahmen realitätsnah erleben, sich orientieren, Informationen aufnehmen und typische Nutzungs-Situationen durchlaufen. Bei den Erhebungen sei deutlich geworden, dass für Reisende neben Infrastruktur und Service die Atmosphäre am Bahnhof sehr wichtig sei. „Einen Bahnhof zu gestalten, bedeutet auch, Emotionen zu berücksichtigen“, betont Peter Eckart vom OIMD, einem weiteren Forschungspartner. „Was löst die Gestaltung aus, kann sich die reisende Person mit dem Ort identifizieren, kann sie die Angebote intuitiv nutzen, sind diese barrierefrei? Diese Fragen stehen im Zentrum jeder Bahnhofserneuerung.“ 

Bahnhöfe brauchen Image-Wechsel 

Die Ergebnisse der Virtual-Reality-Empirie haben gezeigt, dass eine offene, helle und übersichtliche Gestaltung das Image von Bahnhöfen deutlich verbessern kann. Großzügige Räume, hochwertige Materialien, Begrünung, Sauberkeit und verlässliche Informationen wirken gleich mehrfach: Sie fördern das Wohlbefinden und das Sicherheitsgefühl an Bahnhöfen, tragen zur besseren Orientierung bei und erhöhen die Bereitschaft der Nutzer, sich auf multimodales Reisen einzulassen. Doch wie gelingt die Umsetzung der Maßnahmen in die Realität bestehender oder neuer Bahnhöfe? 

„Um die Machbarkeit der entwickelten Maßnahmen zu überprüfen, haben wir uns im Forschungsprojekt auch intensiv mit den Rahmenbedingungen beschäftigt“, sagt Thorsten Koska vom Wuppertal Institut, das ebenfalls am Projekt beteiligt ist. Man habe die notwendigen technischen und planerischen Aspekte beim Bau oder Umbau von Bahnhöfen ebenso berücksichtigt wie wirtschaftliche, politische und rechtliche Bedingungen. Koska: „Es ging uns nicht um eine Wunschliste für den Bahnhof der Zukunft, sondern um belastbare und anschlussfähige Lösungen, die integriert gedacht und geplant werden müssen.“ 

Projektleiterin Jutta Deffner betonte abschließend: „Damit Bahnhöfe zu Drehkreuzen der Mobilitätswende werden, reichen Umbaumaßnahmen nicht aus.“ Ihre Qualität zeichne sich künftig dadurch aus, dass sie konsequent von den Bedürfnissen der Reisenden her gedacht werden. „Der Wandel der Bahnhöfe von reinen Durchgangsorten hin zu attraktiven Mobilitätsorten ist Teil der Transformation hin zu einer klimafreundlichen Mobilität.“ 

Über das Projekt 

Das Projekt „Bahnhof der Zukunft als Kern multimodaler Mobilitätsplattformen in Kommunen – Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs“ wurde im Auftrag des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung (DZSF) beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) bearbeitet. Forschungspartner unter der Leitung des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) waren das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH, das Offenbach Institut für Mobilitätsdesign (OIMD) an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG), Gateways (Amsterdam), die Nuts One GmbH (Berlin), die aproxima Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung Weimar GmbH sowie das Beratungsbüro Zahlengrün – Sozial- und Nachhaltigkeitsforschung (Heidelberg).

Die Ergebnisse des Projekts „Bahnhof der Zukunft“ sind auf der Projektseite des DZSF veröffentlicht.

Text: Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)/red, Bild: Regionalverkehr

  • E-Mail 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 

regioXpress: Der neue Regionalverkehr-Newsletter

Jeden Freitag die aktuellen Meldungen von Bahn und Bus – kostenfrei!
Jetzt anmelden!

Footer

Impressum
Datenschutz
Kontakt
Produktsicherheit

Copyright © 2026 · Regionalverkehr