
Seit dem 14. Dezember 2025 können die Fahrgäste auf der von der Flut 2021 stark zerstörten Ahrtalbahn wieder durchgehend mit dem Zug fahren. Gleich zwei Regionalbahn-Linien sind nun auf der weitgehend neu errichteten Strecke unterwegs und sorgen besser als zuvor für attraktive Verbindungen – weit über das Ahrtal hinaus.
Wiederaufbau in nur vier Jahren
Die Deutsche Bahn (DB AG) hat die 29 km lange, teilweise komplett von den Wassermassen zerstörte Ahrtalbahn Remagen – Walporzheim – Altenahr – Ahrbrück wiederhergestellt und auf den neuesten Stand gebracht. Gleichzeitig wurde die Strecke mit moderner Stellwerkstechnik und Oberleitungen ausgestattet. Bemerkenswert: Das Projekt konnte im engen Schulterschluss mit dem Bund, dem Land Rheinland-Pfalz, den Gemeinden und dem Aufgabenträger Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Nord (SPNV Nord) in nur vier Jahren realisiert werden. Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der DB AG, sagte im Rahmen der Wiedereröffnung am 12. Dezember 2025: „Unsere Mitarbeitenden, die Bauteams und Partner haben nicht nur die zerstörte Infrastruktur wiederaufgebaut, sondern eine neue, bessere Ahrtalbahn geschaffen: klimaresilient, leistungsfähig, modern.“ Alexander Schweitzer, Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, führte aus: „Mit der Wiederinbetriebnahme der Ahrtalbahn kehrt ein zentrales Stück Alltag und Zukunft in die Region zurück.“ Achim Hallerbach, Verbandsvorsteher SPNV Nord, ergänzte: „Es freut mich sehr, dass die Ahrstrecke wieder vollständig mit dem Zug befahrbar ist. Dass mit dem Wiederaufbau gleichzeitig die Elektrifizierung der Strecke vorgenommen wurde, ist ein großer Gewinn für die Region.“
Resiliente Reaktivierung
Generell hat die DB die Infrastruktur der Ahrtalbahn so gestaltet, dass sie künftig widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetter-Ereignissen ist. Dazu gehören Brücken-Konstruktionen ohne Mittelpfeiler in der Ahr, die bei einem potenziellen Hochwasser möglichst wenig Angriffsfläche bieten. Insgesamt wurden 18 km Gleise neu gebaut – eingebracht wurden 28.000 Schwellen, 36.000 m Schienen, 60.000 t Schotter und neun Weichen – und 15 Brücken neu errichtet. Außerdem wurden sieben Brücken saniert, alle Stützbauwerke und Durchlässe erneuert oder saniert und sämtliche Bahndämme in großem Umfang wiederhergestellt. In Ahrweiler errichtete die Bahn eine ESTW-Zentrale (Elektronisches Stellwerk), drei ESTW-Modulgebäude entstanden in Bad Bodendorf, Dernau und Kreuzberg. Darüber hinaus wurden 84 Signale neu aufgestellt, 19 Bahnübergänge neu gebaut und mit Übergangsplatten des Herstellers KRAIBURG STRAIL ausgestattet, fünf Tunnel saniert und für die Elektrifizierung erweitert, 885 Oberleitungsmasten neu aufgestellt sowie 55 km Oberleitung neu gezogen.
Besseres SPNV-Angebot als vor der Flut
Seit dem 14. Dezember 2025 stehen den Fahrgästen im Ahrtal zwei Regionalbahn-Linien mit einem erweiterten Angebot zur Verfügung. Die RB 30, deren Leistungen wie bisher von DB Regio erbracht werden, fährt im Stundentakt von Bonn über Remagen und Altenahr nach Ahrbrück. Die Züge werden allerdings erst im Sommer 2026 auf Elektrotiebzüge des Typs Talent 2 (Baureihe 442) umgestellt, bis dahin kommen die bekannten Dieseltriebzüge des Typs Coradia Lint (Baureihen 622 und 623) zum Einsatz. Daneben ist die neu konzipierte RB 32 stündlich zwischen Remagen und Ahrbrück unterwegs. Die Leistungen werden von der Transdev-Tochter Trans Regio Deutsche Regionalbahn GmbH erbracht, die unter der Marke Mittelrheinbahn zwischen Mainz und Köln unterwegs ist. Eingesetzt werden Siemens-Elektrotriebzüge des Typs Mireo Smart, die alle zwei Stunden bis/ab Koblenz und Boppard durchgebunden werden sollen.
Angebots-Einschränkungen bis Sommer 2026
Aufgrund von Bauarbeiten für eine komplexe Stützwand, die in Heimersheim für zusätzlichen Hochwasserschutz sorgt, fährt bis Sommer 2026 zunächst nur die RB 30 bis Ahrbrück, die RB 32 endet bereits in Altenahr. Nach Fertigstellung der Stützwand ist für beide Linien ein Verkehr bis Ahrbrück möglich. Bis dahin verkehrt die RB 32 zu anderen Fahrtzeiten als geplant, und in Remagen müssen die Reisenden zur Weiterfahrt in/aus Richtung Koblenz und Boppard umsteigen.
Ein ausführlicher Beitrag zur reaktivierten Ahrtalbahn erscheint in Regionalverkehr 2-2026. Das Heft kommt am 27. Februar 2026 heraus.
Text: DB AG/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Michael Neuhaus


