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Infrastruktur

Rechte Rheinstrecke: Korridor-Sanierung im Zeitplan

Zwischen Wiesbaden und Troisdorf konnte die DB InfraGo bereits zahlreiche Arbeiten an Gleisen, Weichen und Oberleitung abschließen. Auch der Schienenersatzverkehr (SEV) läuft stabil.

26. Oktober 2026

Luftaufnahme eines Bahnhofs, in dem die Gleise fehlen und in dem gebaut wird.
Sanierung der rechten Rheinstrecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf, hier im Bahnhof Vallendar.
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Die Korridor-Sanierung der 160 km langen Bahnstrecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf (nahe Köln) liegt aktuell im Zeitplan. Seit dem Baustart im Juli 2026 hat die DB InfraGO bereits mehr als 70 % der neuen Gleise verlegt und mehr als 80 % der geplanten Weichen auf der Strecke erneuert. Zudem haben Fachleute schon knapp 40 % der Oberleitung modernisiert. Auch an den 36 Verkehrsstationen haben die Bauteams viel geschafft: Die Abrissarbeiten sind fast überall abgeschlossen und die Neubauarbeiten im vollen Gang. An einigen Stationen sind schon neue Bahnsteigkanten sowie Fundamente für neue Dächer gesetzt. Darüber hinaus haben die Teams auch neue Personen-Unterführungen gebaut und Brücken eingeschoben. Auch beim Schallschutz geht es gut voran: Auf 6 km stehen bereits neue Wände. Zusätzlich haben die Fachleute mithilfe von Hubschraubern neue Signale entlang der Strecke eingeflogen. Diese haben die Bauteams zum Großteil direkt montiert.

„Heiße Phase“ beginnt

In den verbleibenden zwei Monaten der Korridorsanierung wird die DB InfraGO die restlichen Arbeiten an der Strecke vorantreiben. Neben dem Gleisbau, der Modernisierung der Bahnhöfe und der Oberleitung konzentrieren sich die Teams dabei insbesondere auf die Fertigstellung der Stellwerke. Damit beginnt die „heiße Phase“ des Projekts. Nach Abschluss der Bauarbeiten stehen zudem noch die intensiven Abnahmearbeiten auf dem Programm. Unabhängige Sachverständige prüfen dabei alle erledigten Arbeiten auf Herz und Nieren. Erst wenn hinter jedem Punkt ein grüner Haken steht, kann die Strecke wieder für den Zugverkehr freigegeben werden. Mit Blick auf einen möglichst stabilen Betriebsanlauf prüft die DB InfraGO derzeit gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen, inwieweit die Verkehre auf der Strecke nach Abschluss der Bauarbeiten schrittweise wieder hochgefahren werden sollten. Damit überträgt die DB einen Ansatz aus der weiterentwickelten Strategie für die Korridor-Sanierungen auf das laufende Projekt.

Vier neue Stellwerke gehen 2027 in Betrieb

Während der Korridor-Sanierung ersetzen die Bauteams entlang der Strecke insgesamt sechs noch bestehende Stellwerke alter Technik durch moderne elektronische Stellwerke (ESTW). Diese liegen in Rüdesheim, Niederlahnstein, Koblenz-Ehrenbreitstein, Engers, Neuwied und Bonn-Beuel. Zudem passen die Fachleute die bereits bestehenden elf ESTW entlang der Strecke an und erweitern diese um neue Funktionen. Die Stellwerke in Neuwied, Engers und Koblenz-Ehrenbreitstein sowie Niederlahnstein werden im Rahmen des Korridor-Sanierungszeitraums soweit wie möglich fertig gebaut, aber erst im Juli 2027 abgenommen und in Betrieb gehen. Mit den gestaffelten Inbetriebnahmen der Stellwerke reagiert die DB InfraGO ebenfalls auf Erfahrungen aus vorangehenden Sanierungen.

Die Anpassung des Inbetriebnahme-Plans ermöglicht auch die zeitgleiche Sanierung des in die Jahre gekommenen Horchheimer Kreuzungsbauwerks im Jahr 2027. Während der laufenden Sperrung der Bahnstrecke am rechten Rhein bis zum 12. Dezember 2026 finden die hierfür notwendigen vorbereitenden Arbeiten, wie zum Beispiel die Gleisabsenkung, statt. Das neue Brückenteil wird im Frühsommer 2027 außerhalb des Gleisfelds vormontiert und im Juli 2027 eingeschoben.

Das European Train Control System (ETCS) war bereits vor der Korridor-Sanierung bereits zwischen Assmannshausen und Oberlahnstein in Betrieb. Nach Umsetzung aller Arbeiten kann das System bis Ende 2027 auf der gesamten Strecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf in Betrieb gehen. Die Strecke zählt dann zu den längsten, vollständig digitalisierten Verbindungen Deutschlands.

Modernisierung der Bahnhöfe

Für den Neubau der Aufzüge an den Stationen wurden bereits zahlreiche Arbeiten umgesetzt. Alle ausstehenden Baumaßnahmen werden innerhalb der Sperrung für die Korridor-Sanierung abgeschlossen. Die Installation der neuen Aufzugstechnik erfolgt teilweise im Anschluss, sukzessive bis April 2027. Hierfür werden keine zusätzlichen Sperrungen erforderlich. Einzig beim Bahnhof Rhöndorf prüft die DB InfraGO, wann die bauliche Umsetzung der beiden Aufzüge und der neuen Personen-Unterführung erfolgen kann. Bei allen derzeit in Modernisierung befindlichen Stationen wird die Barrierefreiheit hergestellt und somit zukünftig eine maßgebliche Verbesserung für die Reisenden darstellen.

Ersatzverkehr läuft stabil 

Während der Korridor-Sanierung ersetzt ein umfangreicher Ersatzverkehr mit Bussen den zwischen Wiesbaden und Troisdorf ausfallenden Nahverkehr. Seit dem Start im Juli fahren die Busse sehr zuverlässig und sind durchschnittlich mit einer Pünktlichkeit von knapp 90 % unterwegs. Die 160 eingesetzten Busse bedienen auf 13 Linien die entfallenden Zughalte in Bahnhofsnähe und teils weitere gut erreichbare Haltestellen. Durch eine enge Taktung ergeben sich so zahlreiche Fahrtmöglichkeiten. 

Die Güterverkehrszüge, die normalerweise über die rechte Rheinseite verkehren, werden aktuell überwiegend über die linke Rheinstrecke sowie die Siegstrecke umgeleitet. Die Umleitungen laufen seit Beginn der Baumaßnahme stabil.

Die Korridor-Sanierung im Überblick

Die DB InfraGO AG hat am 10. Juli 2026 mit der Sanierung der 160 km langen Strecke auf der rechten Rheinseite begonnen. Während der fünfmonatigen Bauphase erneuern die Fachkräfte rund 80 km Gleise, knapp 100 km Oberleitung, 160 Weichen und zehn Brücken oder setzen sie umfassend instand. Hinzu kommen neue Überleitstellen, modernisierte Leit- und Sicherungstechnik sowie Arbeiten an 36 Bahnhöfen.  Ziel der fünfmonatigen Bauphase ist es, gemeinsam mit der Ausbaumaßnahme der S13 zwischen Bonn-Beuel und Troisdorf die hochbelastete Eisenbahnstrecke für den SPNV und den Schienengüterverkehr langfristig stabiler und widerstandsfähiger zu machen. In die Sanierung der rechten Rheinstrecke fließen rund 1,6 Mrd. Euro.

Weitere Informationen rund um die Korridor-Sanierung auf der rechten Rheinstrecke veröffentlicht die DB AG hier.

Text: DB AG/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Michael Neuhaus

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